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H5N8-Erreger: Wie gefährlich ist die Vogelgrippe?

In fünf europäischen Staaten ist die Vogelgrippe bei Wildvögeln nachgewiesen worden. Was müssen Halter von Hausgeflügel nun beachten?
Katzen dürfen auch in Vogelgrippe-Gebieten durch die Gegend streunen. Foto: Patrick Pleul Katzen dürfen auch in Vogelgrippe-Gebieten durch die Gegend streunen. Foto: Patrick Pleul
Greifswald-Riems. 

Das letzte Mal brach die Vogelgrippe vor zwei Jahren in Deutschland aus. Nun wurden tote Wildvögel am Bodensee und in Schleswig-Holstein mit dem hochpathogenen H5N8-Erreger entdeckt. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Ist die Vogelgrippe immer gleich gefährlich?

Nein. Es gibt niedrigpathogene (gering krankmachende) und hochpathogene (stark krankmachende) Varianten und verschiedene Subtypen. Gefährlich können die Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 werden. Geringpathogene Influenzaviren dieser beiden Subtypen verursachen bei Hausgeflügel kaum oder nur milde Krankheitssymptome. Allerdings können diese Viren zu einer hochpathogenen Form der klassischen Geflügelpest (Vogelgrippe) mutieren. Die Krankheit ist für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen. Aktuell haben wir es in Deutschland mit einem hochansteckenden Erreger zu tun.

Wie kann die Vogelgrippe nach Deutschland kommen?

Wildlebende Wasservögel sind das natürliche Reservoir für die niedrigpathogenen Vogelgrippe-Erreger. Es ist davon auszugehen, dass Zugvögel das Virus großflächig verbreiten. Der aktuelle Ausbruch steht nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, im Zusammenhang mit dem Vogelzug. Der Import von infiziertem Futter oder Eiern spielt demnach bei den aktuellen Fällen im Wildvogelbereich eher keine Rolle. Bei jedem Ausbruch bei Nutzgeflügel werden laut FLI mögliche Eintragungsquellen wie Futter und Einstreu untersucht. Ist der Erreger in der Wildvogelpopulation vorhanden, kann er direkt und indirekt - etwa über den Kot infizierter Wildvögel - übertragen werden. Daher sollte Futter für Nutzgeflügel nicht frei gelagert werden. Wildvögel sollten keinen Zugang zum Trinkwasser von Nutzgeflügel haben und Menschen über Seuchenmatten Ställe betreten.

Kommt die Vogelgrippe häufiger in Deutschland vor als früher? 

Durch die verbesserte Diagnostik werden heute mehr Fälle bekannt. Nach Einschätzung des FLI hat die Zahl und Schwere der Ausbrüche seit den 1990er Jahren aber auch zugenommen. Eine Ursache könnte die Art der engen Tierhaltung in Südostasien sein.

Ist die Vogelgrippe für den Menschen gefährlich?

Das hängt vom Erreger ab. Zudem hatten die meisten der an Influenza erkrankten Menschen engen Kontakt zu krankem oder verendetem Geflügel. Mediziner gehen davon aus, dass Säugetiere und Menschen sehr große Virusmengen aufnehmen müssen, um sich zu infizieren. Am hochpathogenen Erreger H5N1 erkrankten laut Weltgesundheitsorganisation seit 2003 weltweit rund 850 Menschen, etwa 450 starben. Für den hochpathogenen Erreger H5N8 sind bislang weltweit keine Erkrankungsfälle bekannt. Augenmerk richten die Forscher auf H7N9. Als niedrigpathogene Variante bleibt er im Geflügel lange unauffällig, kann aber beim Menschen zu Erkrankungen und Todesfällen führen. Seit 2013 wurden weltweit knapp 800 erkrankte Menschen registriert, mehr als 300 starben an H7N9.

(dpa)
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