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Aufzug im altersgerechten Haus nachrüsten

Wenn im Alter jede Stufe zur Qual wird, sind Treppenlifte meist eine Hilfe. Doch in vielen Häusern ist dafür kein Platz. Eine immer beliebtere Alternative sind kleine Aufzüge, die im Flur oder auch direkt im Wohnzimmer eingebaut werden.
Wenn im Alter die Treppen zum Hindernis werden, kann ein Homelift eingebaut werden. Das dauert meist nur wenige Tage und funktioniert mit Strom aus der Steckdose. Foto: Lifttec/Martin Schiele Wenn im Alter die Treppen zum Hindernis werden, kann ein Homelift eingebaut werden. Das dauert meist nur wenige Tage und funktioniert mit Strom aus der Steckdose. Foto: Lifttec/Martin Schiele
Bissendorf. 

Abends sich die Treppen ins Schlafzimmer hochquälen und morgens wieder runter ins Wohnzimmer, mit schmerzenden Knien - das ist für viele Senioren ein Problem. Für manchen ist es sogar letztlich der Grund, warum man in ein Heim ziehen muss.

Es geht einfach nicht mehr mit den Treppen. Und ein Treppenlift lässt sich nicht überall installieren. Immer häufiger aber werden inzwischen Aufzüge in Wohnhäusern nachgerüstet - vor allem in Gebäuden, in denen ältere Menschen wohnen.

Anders als ein Treppenlift, der direkt am Geländer angebracht wird und an der Treppe entlangfährt, wird der oft als Homelift bezeichnete Aufzug in einen Schacht eingebaut. „Der kann innen oder außen am Haus angebracht werden”, erklärt Udo Niggemeier von der Vereinigung mittelständischer Aufzugsunternehmen in Bissendorf (Niedersachsen).

Der Aufzug fährt wie jeder andere Lift auch mehrere Stationen im Haus an: vom Keller zur ersten, zweiten oder einer weiteren Etage. Meist sind zwei bis vier Haltestellen möglich. Mit dem etwas verstaubten Image des Treppenlifts haben die Aufzüge nichts mehr zu tun. „Sie werden in verschiedenen Designs angeboten und passen sich selbst modernsten Wohnkonzepten an”, findet Niggemeier. Sind Türen und Schachtwände durchsichtig, kann ein Aufzug sogar ein Hingucker sein.

„Ein Aufzug ist für Bewohner jeden Alters angenehm”, findet Christoph Windscheif, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Fertigbau in Bad Honnef bei Bonn. Besonders bewährt er sich natürlich, wenn schwere Lasten oder Möbel im Haus transportiert werden sollen. Aber auch bei alltäglichen Dingen wie dem Hochtragen des Einkaufs oder des vollen Wäschekorbs ist er hilfreich. „Am besten ist es natürlich, den Aufzug von vornherein in einen Neubau einzuplanen”, sagt Windscheif. „Dann ist sichergestellt, dass genügend Raum für ihn da ist und er am gewünschten Platz steht.” Einige Bauunternehmen haben gemeinsam mit Herstellern von Aufzügen entsprechende Konzepte erarbeitet.

In der Praxis werden Homelifts allerdings am häufigsten in Bestandshäusern nachgerüstet. Denn die meisten Kunden, die sich aktuell für diesen Aufzugtyp interessieren, sind ältere Menschen. „Für sie kommt es darauf an, die Etagen ohne Treppensteigen zu überwinden, um auch weiterhin in ihrem Eigenheim leben zu können”, betont Niggemeier.

„Der Einbau in ein älteres Haus ist eigentlich kein Problem, sofern nicht in tragende Konstruktionen eingegriffen werden muss”, erklärt Windscheif. Die Aufzüge nehmen mit einem Innenmaß von meist unter zwei Quadratmetern nicht viel Platz ein, ihre Konstruktion ist selbsttragend. Dafür wird eine Aussparung in die Decke geschnitten, der Schacht am Boden befestigt und nach oben aufgebaut.

Ist das Treppenhaus zu eng, um einen Aufzug zu installieren, kann der Fahrstuhlschacht an einem anderen Platz im Haus oder an der Außenwand montiert werden. „Für die Montage an der Außenwand ist allerdings eine Baugenehmigung notwendig”, betont Niggemeier.

Ein Homelift ist innerhalb weniger Tage eingebaut. „Er wird mit normalem Strom aus der Steckdose betrieben”, sagt der Aufzugexperte. Ein zusätzlicher Anschluss für Starkstrom ist nicht notwendig. Je nach Modell lässt sich ein Aufzug mit eingebautem Display in der Kabine oder per Fernbedienung in Bewegung setzen.

Bei der Planung mit einem Fachunternehmen sollte man sich darüber klar sein, wie viele Personen maximal den Lift gleichzeitig nutzen und ob er Rollstühle oder Kinderwagen transportieren soll. Das ist wichtig, um die notwendige Tragkraft des Aufzugs zu ermitteln. „Für Rollstuhlfahrer muss der Aufzug außerdem barrierefrei zugänglich und die Fläche des Fahrkorbs entsprechend angepasst sein”, erläutert Volker Sepanski, Technischer Leiter beim Tüv Rheinland in Köln.

Ausschlaggebend ist zudem, ob auch Kinder den Aufzug benutzen. „In Privathäusern sind grundsätzlich auch einfache Formen ohne Fahrkorbtüren zugelassen. Die können aber für Kinder gefährlich werden, weil die Kabine an der nackten Schachtwand entlanggleitet”, warnt Sepanski. Sie sollten niemals alleine damit fahren.

Aufzüge, die mehr als drei Meter Höhenmeter überwinden, müssen vor der Inbetriebnahme vom Tüv geprüft werden. „Wir achten zum Beispiel darauf, dass sich die Türen automatisch öffnen, sobald sich ein Hindernis in der Türöffnung befindet”, erläutert Sepanski. „Auch eine Kommunikationsanlage muss vorhanden sein, die bei Havarien und Notfällen den Kontakt mit einem Notdienst ermöglicht.”

(Von Katja Fischer, dpa)
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