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Bäume ohne Kleid: Miniermotte schädigt Kastanien

Erst sind die Blätter des Baums unschön braun, dann ist er schon im Sommer kahl: Für merkwürdig aussehende Kastanien ist die Miniermotte verantwortlich. Der Schädling ist dieses Jahr besonders aktiv - mit Folgen.
Bräunlich gefärbte Blätter eines Kastanienbaumes deuten auf den Befall der Rosskastanien-Miniermotte hin. Foto: Patrick Pleul/dpa Foto: dpa Bräunlich gefärbte Blätter eines Kastanienbaumes deuten auf den Befall der Rosskastanien-Miniermotte hin. Foto: Patrick Pleul/dpa
Münster. 

In Biergärten und an Alleen sind Kastanien oft zu finden. Doch viele Bäume sehen krank aus. Die Blätter sind braun, mitunter ist die Kastanie kahl. Schuld ist die Miniermotte.

Wegen des warmen Frühjahrs ist sie in diesem Jahr besonders aktiv, wie Franz Stockmann vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen sagt.

Der Schädling, der ursprünglich aus Südosteuropa stammt, ist seit rund 15 Jahren in Nordrhein-Westfalen aktiv. Das Problem: Bei jährlich wiederkehrendem Befall kann die Kastanie eingehen.

„Die Bäume sterben nicht sofort ab”, sagte Stockmann. Der Baum sehe zunächst mit den braunen Blättern nur unschön aus. Allerdings werde die Kastanie durch den Befall der Miniermotte geschwächt. Kommen dann weitere Faktoren hinzu, etwa ein ungünstiger Standort, kann der Baum mit der Zeit absterben.

Die Larven der Miniermotte sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Sie fressen das Innere eines Blattes auf und dadurch fällt es mit der Zeit ab, wie Stockmann erklärte. Die Miniermotte gehe nur an die weiß blühende Kastanie, nicht an die rot blühende.

Bislang gebe es gegen den Schädling kein zugelassenes Insektizid, sagte Stockmann. Wer eine befallene Kastanie in seinem Garten hat, kann trotzdem etwas tun. Derjenige sollte das Laub unter dem Baum zusammenharken und entsorgen. Denn da nistet sich die Larve ein. Das könne im besten Fall verhindern, dass der Schädling im kommenden Jahr zurückkommt.

(dpa)
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