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Beim Einrichten ist auch Mut erforderlich

In welchem Bett man am liebsten schläft und auf welcher Couch man sich entspannen möchte, ist so individuell wie die Kleiderwahl. Aber wie findet sich der eigene Stil? Indem Kunden sich umschauen, inspirieren lassen und letztlich ausprobieren, rät eine Expertin.

Sich schick einzurichten, ist nicht einfach. Sehen gelbe Vorhänge zum grünen Sofa gut aus? Wie wirkt ein orientalisch angehauchter Tisch zur Kommode aus Omas Nachlass? Wie kann man sicherstellen, dass man stilvoll wohnt? Die Frage ist kaum zu beantworten, sagte Ursula Geismann, die Einrichtungsexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef bei Bonn. Was dem einen gefällt, ist für den anderen unmöglich. Sie plädiert für Mut zum Ausprobieren - und rät zum Mut, so zu wohnen, wie es allein einem selbst gefällt.

„Heute sind die Menschen freier als jemals zuvor“, erläuterte Geismann im Gespräch mit dem dpa-Themendienst. „Man kann einen Stilmix wagen, den sonst keiner hat.“

Noch vor einigen Jahrzehnten sahen Wohnzimmer überall gleich aus: Was gängig war, war gesellschaftlich auch so erwünscht. Geismann vergleicht das mit einer Entwicklung in der Mode: „Meine Mutter ging früher freitags zum Friseur, und wenn sie rauskam, sah sie aus wie alle anderen Frauen.“

Und jede trug den Rock, der gerade gängig war: Den Minirock in den 60er Jahren und den Maxirock in den 70ern. Heute trägt man alle Varianten und vieles dazwischen. Und die Einheitsfrisur gibt es nicht mehr. „So ist das auch beim Wohnen“, sagt Geismann.

Wo alles erlaubt ist, findet man seinen Stil durch Ausprobieren. „Die Deutschen haben eine Tendenz, die Treue zu wählen“, sagt Geismann. „Man orientiert sich erstmal daran, was man im Elternhaus gelernt hat, bevor man darüber nachdenkt, was anderes zu machen.“

Die Möbelexpertin rät, sich durch Reisen inspirieren zu lassen. „Es ist eine Chance, den Geschmack zu hinterfragen, und Kleinigkeiten, vielleicht sogar Möbelentwürfe mitzubringen.“ Und: Wo es keine Regeln mehr gibt, was stilvoll ist, müsse man sich auch keinen vermeintlichen Vorgaben beugen.

Soziale Netzwerke wie Facebook oder Einrichtungsblogs liefern ebenfalls Inspirationen - und sogar Beratung für Unsichere, die ihren Stil hinterfragen und sich von anderen einschätzen lassen möchten. Geismann plädiert zwar dafür, sich Anregungen zu holen und andere um ihre Meinung zu bitten. Letztlich sollte man aber ruhig eigensinnig sein: „Am Ende muss es mir gefallen.“ Und Unsichere sollten das Augenmerk beim Einrichten immer darauf liegen, ob der Wohnraum gemütlich wirkt. Denn dann fühle man sich auch wohl.

(dpa)
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