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Der Regen kostet: Gebühren für Niederschlagswasser senken

Es klingt ein wenig absurd: Wenn in Deutschland Regen fällt, zahlen Hausbesitzer ihrer Gemeinde Gebühren. Denn der auf ihrem Grundstück auftreffende Niederschlag fließt in die Kanalisation. Aber es gibt Mittel und Wege, die Kosten zu senken.
Regen verursacht Kosten, wenn das Wasser vom Grundstück in die Kanalisation abfließen muss. Diese Gebühren an die Kommune lassen sich aber vermeiden. Foto: Angelika Warmuth. Regen verursacht Kosten, wenn das Wasser vom Grundstück in die Kanalisation abfließen muss. Diese Gebühren an die Kommune lassen sich aber vermeiden.
Darmstadt. 

Für den Regen zahlen? Viele Immobilienbesitzer tun das mit ihren Niederschlagswassergebühren. Der Grund: Von versiegelten Flächen auf ihrem Grundstück wird Regenwasser ins öffentliche Abwassersystem geleitet, und das lassen sich die Kommunen bezahlen.

Die Niederschlagswassergebühr ist ein Teil der gesplitteten Abwassergebühr, erklärt Dietmar Sperfeld von der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung. Doch mit kluger Planung können diese Kosten verringern oder ganz eingespart werden.

Wie wird die versiegelte Fläche auf dem Grundstück ermittelt?

Versiegelte Flächen sind Dachflächen, Terrassen, gepflasterte Wege, befestigte Pkw-Stellplätze oder Garagenzufahrten gehören dazu. Viele Gemeinden ermitteln mit Luftbildern den Anteil dieser Flächen auf Grundstücken, stimmen diesen mit den betroffenen Bürgern ab und kalkulieren die Gebühren. In der Regel werden zwischen 0,70 und 1,90 Euro pro Quadratmeter erhoben. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind das laut Sperfeld etwa 150 bis 200 Euro pro Jahr.

Lassen sich die Gebühren senken oder sogar vollständig vermeiden?

Ja. „Wenn das Niederschlagswasser unmittelbar auf dem Grundstück verbleibt, gelangt es nicht in die Kanalisation. Dann muss dafür auch keine Niederschlagswassergebühr bezahlt werden”, sagt Michael Henze, Umweltreferent des Bundesverbands Garten- und Landschaftsbau (BGL). Zum einen geht das über gezielte Regenwasserversickerung. So muss man das Wasser abfangen, wenn es etwa vom Hausdach abfließt, und in Gräben und Mulden leiten. Diese kleine hügelige Landschaft kann sogar die Gestaltung des Gartens aufwerten, sagt Henze.

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

„Eine Regenwassernutzungsanlage mit unterirdischen Zisternen ist vor allem dort angebracht, wo es häufig regnet, aber auch trockene Perioden vorkommen”, findet Sperfeld. Anders als in einer normalen Regentonne kann in unterirdischen Zisternen das Niederschlagswasser das ganze Jahr über gesammelt werden. Normalerweise lassen sich trockene Phasen 18 bis 25 Tage lang überbrücken. „Mit dem gesammelten Wasser kann nicht nur der Garten gewässert, sondern auch die Toilettenspülung und die Waschmaschine betrieben werden”, erklärt Sperfeld. Das spart nicht nur Gebühren, sondern auch Wasserkosten.

Gibt es Pflasterungen, durch die Regenwasser versickert?

„Es gibt heute viele Materialien zur Befestigung von Wegen und Flächen, die das Wasser durchsickern lassen”, sagt Henze. Gängig sind Schotterrasen, Kies-Splitt-Decken, Holzroste und -pflaster, Rasengittersteine, Rasenfugenpflaster, Porenpflaster und Splittfugenpflaster. Allerdings: „Nicht jeder Untergrund eignet sich für die Versickerung und Reinigung des Wassers”, betont Henze. Zum Beispiel filtern sandige, kiesige Böden den Niederschlag kaum. Sollen solche Flächen von Kraftfahrzeugen befahren werden, können schädliche Stoffe wie Motoröle und Treibstoffe ins Grundwasser gelangen.

Gilt ein Gründach als entsiegelte Fläche?

Dachbegrünungen speichern je nach Aufbaudicke und Substrat 50 bis 90 Prozent der jährlichen Niederschlagsmenge. „Viele Kommunen akzeptieren Dachbegrünungen als Maßnahmen zur Entsiegelung”, sagt Wolfgang Ansel vom Deutschen Dachgärtnerverband. „Die meisten gewähren für extensive Dachbegrünungen 50 Prozent Abschlag von den Niederschlagswassergebühren. Aber das ist nicht einheitlich. Manche Kommunen geben überhaupt keinen Bonus.” Ansprechpartner sind ist hier der zuständigen Entwässerungsbetrieb der Kommune.

(Von Katja Fischer, dpa)
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