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Die Honigmacher: Imkern ist nicht nur was für Rentner

Die fleißige Honigbiene hat beim Menschen ein gutes Image. Dennoch galt Imkern lange als Hobby für Rentner. Inzwischen melden sich jedoch viele Familien und Einsteiger für Imkerkurse an. Die meisten erhoffen sich so mehr Kontakt zur Natur.
Es interessieren sich wieder mehr Menschen für das Imkern. Foto: S. Thomas/Archiv Es interessieren sich wieder mehr Menschen für das Imkern. Foto: S. Thomas/Archiv

Vor den Einfluglöchern schwirrt es, ein gleichmäßiges Summen ist zu hören. Im Frühjahr sind die Honigbienen wieder unterwegs, bestäuben Blüten und sammeln Nektar. „Beim Imkern setzt man sich mit etwas sehr Ursprünglichem auseinander“, sagt Stefan Adler, Waldreferent beim Naturschutzbund Deutschland und selbst Hobby-Imker.

Wo Lebensmittel abgepackt im Supermarktregal liegen, kann das Imkern eine Art Gegenpol sein. „Es gibt schon einen Hype“, sagt Werner Mühlen, Experte für Bienenkunde bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Vielen Hobby-Imkern gehe es vor allem darum, mit ihrer Arbeit die Natur zu schützen. Wachsendes Umweltbewusstsein sieht auch Petra Friedrich, Pressesprecherin des Deutschen Imkerbundes, als Grund für das zunehmende Interesse junger Menschen an der Imkerei.

 

Einflugschneise Terrasse?

 

Und tatsächlich sind Bienen für Natur und Landwirtschaft wichtig. Zahlreiche Pflanzen brauchen die pelzigen Insekten als Bestäuber. Von der Bienenhaltung profitiert darum auch der eigene Obst- und Gemüsegarten – vor allem, wenn kein anderer Imker in der Nähe ist. Weil Honigbienen in einem Bereich von 50 Quadratkilometern Honig sammeln, haben die Nachbarn ebenfalls etwas davon. Weniger erfreut werden sie aber über eine Einflugschneise vor der Terrassentür sein. Darum sollten die Bienenkästen mindestens fünf Meter vom Grundstücksrand entfernt aufgestellt werden. Mühlen empfiehlt außerdem, Bienen nur in einem ausreichend großen Garten von mindestens 200 bis 300 Quadratmeter zu halten.

Wer mit der Imkerei beginnen will, lässt sich die ersten Handgriffe am besten von erfahrenen Bienenhaltern zeigen. In den örtlichen Imkervereinen können Interessierte an Einsteiger-Kursen teilnehmen und oft auch ihr erstes Bienenvolk beziehen.

Für den Anfang braucht der Neu-Imker nur einige wichtige Werkzeuge, Schutzkleidung und natürlich ein Heim für seine Bienen, den Bienenkasten, auch Beute genannt. Wer mit zwei Bienenvölkern beginnt, kommt laut Mühlen mit einem Startkapital unter 1000 Euro aus. Die Geräte zur Honigproduktion können Anfänger sich meistens von einem Kollegen leihen.

Die laufenden Kosten lassen sich schon bei wenigen Völkern durch den Honigverkauf decken. „Ab 15 bis 20 Völkern hat man dann auch ein wenig Taschengeld“, sagt Mühlen. Wer von der Imkerei leben will, braucht aber deutlich mehr Bienen: „Erwerbsimker haben zwischen 400 und 800 Völker.“

Wer sich Bienen anschaffen will, startet am besten im Frühjahr. „Im Mai, wenn die Völker sich vermehren wollen, kann man gut einen Ableger bekommen“, sagt Mühlen. Dann beginnt für den frischgebackenen Bienenhalter sofort die Hauptsaison. Denn von April bis August ist am meisten zu tun. Im Frühjahr schlüpfen die Jungbienen, das Volk wächst. Der Imker kontrolliert regelmäßig, ob die Tiere noch genug Platz haben und erweitert die Bienenkästen.

Am meisten Zeit braucht der Imker für die Honigernte. Er entnimmt die Waben und entfernt mit einem speziellen Werkzeug die Wachsdeckel. Anschließend wird der Honig aus den Waben geschleudert, gesiebt, gerührt und abgefüllt. Nach der letzten Ernte versorgt der Imker die Bienen im August mit Winterfutter.

Insgesamt ist der Zeitaufwand aber überschaubar. „Wer sich auf die absolut notwendigen Tätigkeiten beschränkt, kann für ein Bienenvolk mindestens sechs Stunden pro Jahr ansetzen“, sagt Friedrich.

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