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Die Möbeltrends von morgen: Ausblick auf die Interzum

An einem Möbelstück gibt es vielleicht Spannenderes als die Beschläge. Doch Innovationen an solchen Details machen viele neue Möbeltrends überhaupt erst möglich. Auf der Messe Interzum in Köln zeigen jetzt die Zulieferer der Möbelindustrie ihre Neuheiten.
Es kommt auch auf die inneren Werte an. Auf der Interzum in Köln - einer Messe der Zulieferer der Einrichtungsbranche - geht es um Materialien für Möbel. Foto: Koelnmesse GmbH/dpa Bilder > Es kommt auch auf die inneren Werte an. Auf der Interzum in Köln - einer Messe der Zulieferer der Einrichtungsbranche - geht es um Materialien für Möbel. Foto: Koelnmesse GmbH/dpa
Köln. 

Was morgen im Möbelhandel zu sehen ist, zeigen die Hersteller stets schon früher auf ihren Einrichtungsmessen. Aber eigentlich beginnt die Trendschau noch eher auf der weltgrößten Zulieferer-Messe der Möbelindustrie und des Innenausbaus, der Interzum in Köln (16. bis 19. Mai).

Dort werden erste Innovationen bei Materialien präsentiert, aus denen wiederum die Möbeldesigner ihre Entwürfe kreieren. „Diese Messe ist der Impulsgeber für die nächste Möbelgeneration”, sagte Ursula Geismann, Trendanalystin vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM), dem dpa-Themendienst.

Ein Thema sind zum Beispiel die LEDs, die in Schränke eingebaut werden. „Der Markt hat sich prächtig entwickelt. Es gibt bereits LEDs, die sich mit Apps auf den Handys steuern lassen”, erklärte Geismann. Doch die Entwicklung geht weiter: „Viele Hersteller werden nun gesten- und sprachgesteuerte LEDs präsentieren. Man betritt also einen Raum und muss nur noch sagen: "Licht an im Schrank".”

Viele Innovationen für die Möbel-Details orientieren sich an den sogenannten Megatrends, so die Expertin. Das sind gesellschaftliche Strömungen, die durchaus Jahrzehnte lang die Menschen beschäftigen können. Zum Beispiel der Megatrend Neoökologie: Hier geht es um die klassischen grünen Themen wie Ressourcenschonung und Klimawandel, aber auch um Folgen menschlichen Handeln und soziale Verantwortung.

Und was macht die Möbelbranche daraus? Für den Möbelbau werden natürliche Materialien immer wichtiger. Geismann erwartet, dass viele Zulieferer sogenannte bio-basierte Materialien vorstellen, „also etwa Platten aus Seegras oder aus den Resten von Kartoffeln und Artischocken”. Die Vermutung sei, dass viele Hersteller solche Materialien nicht mehr experimentell bewerten, sondern tatsächlich nutzen wollen, sagte die Expertin. „Noch sind das Nischenprodukte, aber ab 2018 erwarten wir ein breiteres Angebot von Möbeln damit.”

Besonders wichtig für die Möbelbranche sind Beschläge. Mit den kleinen, vom Möbelkäufer meist wenig beachteten Teilen lässt sich vieles gestalten. „Hier kommt der Trend zur Urbanisierung und zur Mobilität zum Tragen”, erklärte Geismann. Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, wo der Wohnraum kleiner wird. Gute Beschläge könnten dabei helfen, das Platzangebot eines Zimmers besser auszunutzen.

„Man denke an einen Eckschrank in der Küche”, nannte die Trendanalystin ein Beispiel. Lassen sich hier Laden bequem und gut ausziehen, lässt sich der Stauraum bis in den letzten Winkel nutzen. Aus Küchen kennt man das bereits. „Die Idee ist nun, dass man bei insgesamt wenig Wohnraum auch viel in den Wohnzimmerschrank packen will.” Daher entwickelt die Branche neue multifunktionelle Beschläge, die zum Beispiel aber auch im Badezimmer zum Einsatz kommen sollen.

Ein weiteres Beispiel für neue Möbelfunktionen: Der höhenverstellbare Tisch wird nach Ansicht der Trendanalystin immer wichtiger. An ihm kann man flexibel stehen oder sitzen - je nachdem, welchen Zweck im Moment die Platte im Microappartment im Moment gerade erfüllen soll.

(Gespräch: Simone Andrea Mayer, dpa)
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