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Die Schachbrettblume ist eine echte Dame

Die Namen der bekanntesten Vertreter der Gattung Fritillarien sprechen für sich: Schachbrettblume und Kaiserkrone. Letztere wird bis zu 1,5 Meter hoch, bildet prachtvolle Blüten. Die Schachbrettblume ist eine echte Dame: Sie trägt hübsche Karokleider.
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 Der Name der Schachbrettblume leitet sich von ihrem Blütenkleid ab. Foto: Hilke Segbers (dpa-tmn) Kariert: Der Name der Schachbrettblume leitet sich von ihrem Blütenkleid ab.

Rüsselsheim. Der Name ist Programm: Die großen, glockenförmigen Blüten der Schachbrettblume ziert natürlich ein schachbrettartiges Muster. Aber statt schwarz-weiß ist es purpur bis rosa und weiß bis grünlich. Auch der botanische Name Fritillaria meleagris bezieht sich auf die Blüten: Der lateinische Begriff meleagris steht für Perlhuhn, dessen Federkleid der Zeichnung der Blüte ähnelt. Im Volksmund kennt man die Schachbrettblume auch als Kiebitz-Ei, in Anlehnung an die getupften Eier des Vogels, der im Frühling Nester in feuchten Wiesen baut.

Genau da wächst auch die Fritillaria: „An feuchten nährstoffreichen Standorten findet man die Schachbrettblumen in den Frühlingsmonaten“, erläutert Dethardt Goetze, Kustos des Botanischen Gartens der Universität Rostock. Häufig handelt es sich um Auenlandschaften.

Wer die Schachbrettblume im Garten ansiedeln will, sollte folglich einen Standort aussuchen, der das ganze Jahr über feucht ist. Dort kann die Pflanze durchaus auch in der Sonne stehen. Die kleinen Knollen werden bereits im Herbst gepflanzt. „Ideal sind Bereiche mit wenig eigener Vegetation“, sagt Goetze. Dort kommen die zierlichen, etwa 30 Zentimeter hohen Blumen gut zur Geltung.

Die Heimat der Schachbrettblume liegt in subatlantischen bis submediterranen Regionen. Vermutlich erst im 16. Jahrhundert wurde die Pflanze in Mitteleuropa eingeführt, dennoch zählt sie in Deutschland zu den geschützten Pflanzen. Wer also eine wilde Blume entdeckt, darf sie weder pflücken noch ausgraben und auch die Samen nicht sammeln. Die Knollen werden im Herbst im Handel angeboten, im Frühjahr als blühende Topfpflanze.

Die Gattung Fritillaria umfasst eine ganze Reihe von Arten. Ein Klassiker, der schon im Hortus Eystettensis, dem botanischen Garten des Renaissance-Fürstbischofs Johann Konrad von Gemmingen, verwendet wurde und bis heute typischerweise im Bauerngarten gepflanzt wird, ist die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis).

Die Pflanze wird zwischen 0,5 bis 1,5 Meter hoch, bildet prachtvolle orangene oder gelbe Blütenstände mit einem Büschel von drei bis sechs nach unten hängenden Blüten.

Warum sie streng


nach Zwiebeln riecht

„Die traditionellen hohen Sorten heißen ,Lutea Maxima‘ und ,Rubra Maxima‘ Daneben gibt es einige zierlichere neue Sorten. Jene, die die Namen von Musikern wie ,Beethoven‘, ,Vivaldi‘ und ,Chopin‘ tragen, sind durch Einkreuzen von Wildarten entstanden“, erläutert der Zwiebelblumengärtner Bernd Schober aus Augsburg. „Sie haben schöne Farbschattierungen.“ Ein Charakteristikum der Kaiserkrone ist der strenge Duft der Zwiebeln. Er ist so intensiv, dass er die Zwiebeln vor hungrigen Mäusen schützt. Sie gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Standorten. „Während der Sommermonate kann die Kaiserkrone auch Trockenheit vertragen“, sagt Schober.

Das Laub der Fritillarien müssen Hobbygärtner so lange nach der Blüte stehen lassen, bis es sich von selbst einzieht, betont Schober. Nur so können die Zwiebeln ausreichend Energie einlagern, um im nächsten Jahr wieder einen prachtvollen Blütenstand zu entwickeln. Darüber hinaus sind die Bodenverhältnisse der Schlüssel zum Erfolg. „Der Boden muss gut durchlässig sein“, erläutert der Gärtner. Die Zwiebeln vertragen nicht dauerhaft Nässe, wenngleich eine gleichmäßige Feuchtigkeit durchaus wünschenswert ist.

„Viele der kleineren Fritillaria-Arten passen mit ihrem Wuchsbild und mit ihren Standortansprüchen gut in den Steingarten“, erklärt Schober. Hier ist ein frischer, humoser Boden mit einer guten Drainage vorhanden. Auch eine leicht saure Bodenreaktion kommt den Ansprüchen der Fritillarien entgegen. „Allerdings sollte man extreme Kahlfröste in den Wintermonaten mit Hilfe einer Abdeckung unbedingt vermeiden.“ Als Art mit einer ungewöhnlichen Blütenfärbung empfiehlt der Gärtner Fritillaria camschatcensis: „Die violett-schwarzen Blüten dieser Rarität sind ein Blickfang.“ Sie blüht zwischen Mai und Juni und erreicht eine Höhe von etwa 20 Zentimetern. Als Pendant mit weißen Blüten passt laut Schober Fritillaria bucharica dazu. Ihre Blüten sind etwas offener, so dass die grüne Basis gut zu sehen ist.

Diese Besonderheit wächst in Afghanistan wild und erreicht zur Blütezeit von April bis Mai eine Höhe von etwa 25 Zentimetern.

Recht wüchsig und vor allem auch sehr winterhart ist Fritillaria pallidiflora, eine Art, die aus dem Hochgebirge Sibiriens stammt. An etwa 35 Zentimeter hohen Stängeln sitzen im Frühsommer zitronengelbe Blüten. Eine zierliche Kostbarkeit ist Fritillaria michailovskyi. Sie trägt braune Glocken mit einem gelben Rand und wird nur 15 Zentimeter hoch. Sie will einen mageren, durchlässigen Boden.

Die Persische Kaiserkrone (Fritillaria persica) erinnert mit ihrem annähernd meterhohen Blütenstand an einen Schellenbaum. Die Blütenglocken sind meist dunkel-violett, cremeweiß aber die Sorte ’Ivory Bells’.

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