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Frühling und Sommer nutzen

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Die Heizsaison ist vorbei. Höchste Zeit, mal einen Blick auf die Anlage zu werfen. Wer sie jetzt energetisch modernisieren will, kann auf staatliche Förderung setzen. Mit finanziellen Anreizen will die Bundesregierung die Energiewende in die Heizungskeller bringen.

Viele Heizungen in Deutschland sind in die Jahre gekommen. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft ist jede dritte Heizung hierzulande älter als 20 Jahre. „In älteren, unsanierten Häusern reißen die Heizkosten oft ein Loch ins Budget“, erklärt die Deutsche Energieagentur Dena. „Energetische Modernisierungsmaßnahmen können helfen, diese Ausgaben zu senken.“

Die Gelegenheit ist günstig, weil die Fördermittel für Modernisierung oder Austausch einer Heizung gerade erst aufgestockt wurden. „Wer über den Austausch einer Heizung nachdenkt, hat jetzt die besten Möglichkeiten“, sagt Manuela Mohr von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auch mit Blick auf die aktuell niedrigen Zinsen. Bevor man sich eine neue Heizung kauft, sollte man sich aber von einem Energieberater informieren lassen, empfiehlt die Dena. Auch die Vor-Ort-Energieberatung in Ein- und Zweifamilienhäusern werde bezuschusst, und zwar mit bis zu 800 Euro.

Unterstützung für die Sanierung einer Heizung gibt es bei der KfW aus der Produktfamilie „Energieeffizient bauen und sanieren“. Im Programm mit der Nummer 152 wird die Umrüstung einer Heizung auf der Basis der fossilen Brennstoffe Gas und Öl gefördert. Die neuen Heizkessel müssen die effiziente Brennwerttechnik haben oder Kraft-Wärme-Kopplungen (KWK) sein. Solche Anlagen erzeugen gleichzeitig Strom. Auch der Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz wird gefördert. Die Konditionen: bis zu 50 000 Euro Kredit zu einem Zinssatz von 0,75 Prozent oder zehn Prozent einmaliger Investitionszuschuss (maximal 5000 Euro). Erneuerbare Energien sind im Programm 152 nicht vorgesehen, weil sie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert werden. „Der Gesetzgeber wollte so eine Doppelförderung mit öffentlichen Mitteln ausschließen“, sagt Mohr. Wer eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien einbauen will, kann von der KfW aber einen Ergänzungskredit im Programm 167 beantragen. Die Konditionen: bis zu 50 000 Euro pro Wohneinheit zu einem Zinssatz von einem Prozent. Programm 152 und 167 laufen über die Hausbank, die den Kredit bei der KfW beantragt. Alternativ kann man im Programm 430 einen Investitionszuschuss direkt bei der KfW beantragen. Er beträgt bei einer Einzelmaßnahme zehn Prozent und bei einer Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus 25 Prozent, maximal 18 750 Euro.

In einer anderen Produktfamilie fördern KfW wie Bafa die Verwendung von erneuerbaren Energien zur Erzeugung von Wärme. Das sind Solarthermie, Biomasse, KWK oder Wärmepumpen. Allerdings ist das Programm mit der Nummer 271 in erster Linie für Investoren gedacht, die große Anlagen neu errichten. Es können aber auch Privatpersonen gefördert werden, wenn die erzeugte Wärme ausschließlich für den Eigenbedarf genutzt wird.

Geheimtipp für
den Heizungskeller

Voraussetzung für die Förderung der KfW ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage. Dabei wird das ganze System vom Kessel bis zu den Ventilen optimal abgestimmt. „Diese Maßnahme ist ein Geheimtipp für den Heizungskeller. Im Schnitt werden dadurch jährlich 110 Euro Heizkosten in einem Einfamilienhaus gespart“, sagt Wiebke Lübben. Sie ist Projektleiterin der Kampagne „Meine Heizung kann mehr“ von der gemeinnützigen Initiative „co2online“. Rund 400 bis 1000 Euro müssten Hausbesitzer für den hydraulischen Abgleich investieren.

Wer mit erneuerbaren Energien heizen möchte, für den ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) der Ansprechpartner. Es zahlt die Fördermittel, mit denen die Bundesregierung seit dem 1. April einen Anreiz für Investitionen geben will. „Private und gewerbliche Hausbesitzer, die auf moderne Heizungen mit erneuerbaren Energien umstellen wollen, können sich auf deutlich höhere Investitionszuschüsse für Solar-, Biomasse- und Wärmepumpenanlagen freuen“, sagt Bafa-Sprecherin Christiane Fuckerer.

Eine thermische Solaranlage mit zwölf Quadratmetern Kollektorfläche, die Energie für Heizung und Warmwasser liefert, wird mit mindestens 2000 Euro gefördert. Wieder neu eingeführt wird die Förderung für Solaranlagen zur reinen Warmwasserversorgung: Bei einer Kollektorfläche von drei bis zehn Quadratmeter gibt der Staat 500 Euro dazu, bis 40 Quadratmeter 50 Euro pro Quadratmeter.

Geld für nachträgliche Optimierung

Für Pelletkessel wird die Förderung von 2400 Euro auf 3000 Euro angehoben. Den Einbau eines Pelletkessels mit Pufferspeicher unterstützt der Staat mit mindestens 3500 Euro, bei Brennwerttechnik sind es mindestens 5250 Euro. Werden solche Biomasseanlagen mit einer Solarkollektoranlage oder einer Wärmepumpe kombiniert oder wird der Kessel an ein Wärmenetz angeschlossen, gibt es zusätzlich 500 Euro. Und wer schon eine Ökoheizung hat, kann sie noch verbessern: „Der Bund gibt nun auch Zuschüsse für die nachträgliche Optimierung“, sagt Fuckerer.

Für kleine Kellerkraftwerke, die Mini-KWK, gibt es darüber hinaus ein eigenes Programm bei der Bafa. Die Basisförderung richtet sich nach der elektrischen Leistung und liegt zwischen 1900 Euro und 3500 Euro. Besonders energieeffiziente Mini-KWK-Anlagen können zusätzlich einen Bonus von 25 Prozent bekommen. Einen Stromeffizienzbonus erhalten Anlagen mit einem besonders hohen elektrischen Wirkungsgrad, der nach heutigem Stand der Technik besonders von Brennstoffzellen erreicht wird. Susanne Ehlerding/dpa

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