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D ie Stromerzeugung im und am Wohnhaus ist schon längst ein Massenphänomen. Solarzellen auf den Dächern machen es möglich.
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ie Stromerzeugung im und am Wohnhaus ist schon längst ein Massenphänomen. Solarzellen auf den Dächern machen es möglich. Vor wenigen Jahren hat eine zweite Technik für die heimische Energieproduktion die Marktreife erreicht: das Blockheizkraftwerk. Je nach Hersteller als Mini- oder Mikro-BHKW oder auch nach dem zugrunde liegenden Prinzip als „Kraftwärmekopplung“ bezeichnet, produzieren diese Anlagen zugleich Wärme und Strom zum Eigenverbrauch oder zum Einspeisen ins Stromnetz, wofür es Geld vom örtlichen Energieversorger gibt.

Prinzipiell lässt sich ein BHKW mit allen denkbaren Brennstoffen betreiben. Die Mini-Modelle für den Hausgebrauch funktionieren jedoch in der Regel mit Erdgas. In dem BHKW, das meist die Ausmaße eines normalen Heizungsbrenners oder sogar nur die einer wandmontierten Gastherme hat, arbeitet ein Verbrennungsmotor. Ähnlich wie der Automotor die Lichtmaschine treibt auch der BHKW-Motor einen Stromgenerator an. Genauso wie im Auto entsteht durch die Verbrennung Hitze. Allerdings soll sie im BHKW nicht so schnell wie möglich durch den Kühler abgeführt werden. Vielmehr geht die Energie per Wärmetauscher an einen Pufferspeicher über und von dort in den Heizkreislauf des Hauses, wo sie die Wohnung heizt und Leitungswasser aufwärmt. Zusätzlich verfügen die meisten Modelle über einen konventionellen Gasbrenner für den Winter.

Besonders effektiv bei der Energieausbeute

Der Strom aus der „Lichtmaschine“ macht bei den meisten Mini-BHKW ein bis zwei Kilowatt aus, die Wärmeerzeugung rund fünf Kilowatt. Attraktiv ist die Technik vor allem, weil sie besonders viel aus der eingesetzten Energie herausholt. In einem reinen Gas-Großkraftwerk stört die Wärme eher und entweicht über das Kühlsystem ungenutzt in die Umgebung. Beim Mini-BHKW wird die Wärme dagegen sinnvoll genutzt. Damit erreicht die Technik einen Wirkungsgrad von fast 90 Prozent. Selbst moderne Gas-Großkraftwerke zur Stromerzeugung liegen bei maximal 60 Prozent. Das führt wiederum dazu, dass vergleichsweise wenig Abgase in die Umwelt strömen.

Trotz des hohen Wirkungsgrads: Wie bei jeder neuen Heiz- oder Energietechnik ist vor der Anschaffung eine kritische Berechnung von Investitionen und Erträgen nötig. BHKW im Einfamilienhaus-Format kosten 15 000 bis 25 000 Euro. Seit 2012 werden Mini-BHKW vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert, allerdings nur, wenn sie in bestehenden Gebäuden installiert werden. Wenn das Modell bestimmte Effizienzkriterien erfüllt und auf einer Positivliste des Bafa auftaucht, erhält man in der kleinsten, für Einfamilienhäuser üblichen Leistungsklasse 1500 Euro Zuschuss. Für jedes weitere Kilowatt elektrische Leistung bis zur Obergrenze von vier Kilowatt gibt es weitere 300 Euro.

Im Betrieb erwirtschaftet ein Mini-BHKW auf zwei Wegen Erträge: Der selbst erzeugte Strom verringert die persönliche Stromrechnung und den ins allgemeine Netz eingespeisten Strom muss der jeweilige Energieversorger bezahlen. Die Vergütung errechnet sich aus einem garantierten Sockelbetrag und dem Preis, der jeweils im vorherigen Quartal an der Strombörse bezahlt wurde. In den vergangenen Jahren bekamen BHKW-Betreiber meist zwischen 12 und 17 Cent je Kilowattstunde. Ob sich ein BHKW lohnt, hängt also in hohem Maß von der Entwicklung des Gas- und des Strompreises in der Zukunft ab.

Neben der genauen und kritischen Finanzrechnung ist auch der Schallschutz ein wichtiges Argument bei der Planung eines BHKWs. Zwar laufen moderne Gasmotoren leise, doch auch ein kompaktes BHKW sollte nicht unmittelbar in den Wohnräumen installiert werden. Auch der Wärmeverbrauch spielt eine Rolle. Dabei können sich eine gute Dämmung, besonders sparsame oder nur selten anwesende Bewohner sogar nachteilig auswirken. Denn wenn das BHKW nur selten zum Heizen verwendet wird, fällt auch der Ertrag durch den Strom gering aus. Volker Thies

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