Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Giftige Wasserrohre im Haus austauschen

Blei im Trinkwasser kann gefährlich sein: Es sorgt für Müdigkeit, Kopfschmerzen, sogar für krankhafte Veränderungen des Gehirns. Daher sind Bleirohre im Haus eigentlich längst verboten. Doch noch immer liegen sie in einigen alten Gebäuden.
Wer wissen will, ob sein Trinkwasser mit Blei belastet ist, kann eine Wasseranalyse, wie hier im Labor der Berliner Wasserbetriebe, auch selbst in Auftrag geben. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert Bilder > Wer wissen will, ob sein Trinkwasser mit Blei belastet ist, kann eine Wasseranalyse, wie hier im Labor der Berliner Wasserbetriebe, auch selbst in Auftrag geben. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Bonn. 

Eigentlich dürften sie gar nicht mehr da sein: Spätestens Anfang Dezember 2013 hätten alle alten Bleirohre in Häusern ausgetauscht sein müssen. Wer vermutet, dass in seinem Zuhause dennoch weiterhin giftige Rohre liegen, sollte aktiv werden.

Warum müssen die Rohre raus?

Eine Änderung der Trinkwasserordnung hat zu strengeren Grenzwerten für Blei im Trinkwasser geführt. „Pro Liter dürfen nur noch 0,01 Milligramm enthalten sein”, erklärt Thomas Rapp vom Umweltbundesamt. Das giftige Schwermetall geht aus alten Leitungen ins Wasser über, worüber es sich im menschlichen Körper anreichert. Symptome sind unter anderem Müdigkeit, Kopfschmerzen, Lähmungserscheinungen und sogar krankhafte Veränderungen des Gehirns. Besonders gefährlich ist Blei für schwangere Frauen und Kinder.

Wie lassen sich Bleirohre erkennen?

„Bleirohre sind oft über Putz verlegt”, erklärt Rapp. Ungestrichene Leitungen erkennt man an der typischen graublauen Farbe des Bleis. Der weiche Stoff lässt sich auch leicht mit einem spitzen Gegenstand einritzen. Und hört man beim Klopfen ein dumpfes Geräusch, handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um Bleirohre. „Bei Rohren, die unter Putz verlegt wurden, wendet man sich am besten an einen Sanitärinstallationsbetrieb”, rät Jens Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. „Die Installateure kennen sich in der Region aus und wissen, ob und wo Bleirohre verlegt wurden.”

Wie wahrscheinlich ist es, dass Bleirohre im Haus sind?

Häuser, die nach 1973 gebaut wurden, sind nicht betroffen. „Im süddeutschen Raum werden sogar seit mehr als 100 Jahren keine Bleirohre mehr verlegt”, sagt Rapp. Trotzdem bestehe die Möglichkeit, dass das Trinkwasser belastet ist, denn auch andere Bauteile wie verzinkter Stahl und Rohrverbinder, Armaturen und Pumpen aus Kupferlegierungen können Blei in das Trinkwasser abgeben.

Was tun, wenn die Grenzwerte überschritten sind?

Eine Wasseranalyse gibt darüber Aufschluss. Der Grenzwert liegt so niedrig, dass er, wenn irgendwo in der Wasserleitung oder an den Zugängen Blei verbaut wurde, regelmäßig überschritten wird. „Dann gibt es keine Alternative zum Ausbau der belasteten Bauteile”, betont Rapp. Der geltende Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Liter ist in Trinkwasser aus Bleirohren in der Regel nicht einzuhalten.

Welche Pflichten hat ein Käufer eines älteren Hauses?

„Wer ein altes Haus kauft, sollte sich vom Verkäufer bescheinigen lassen, dass die Trinkwasserinstallation bleifrei ist”, rät Holger Freitag vom Verband Privater Bauherren. Denn als neuer Hauseigentümer muss er gewährleisten, dass die Anforderungen der Verordnung erfüllt sind. „Vor allem für Vermieter gelten strenge Regeln”, betont Freitag. „Sie müssen das Wasser untersuchen lassen. Werden Grenzwerte überschritten, sind sowohl das Gesundheitsamt als auch die Mieter zu informieren.” Mieter dürfen dann das Leitungswasser nicht mehr trinken, der Vermieter muss für Alternativen sorgen. Und natürlich sind die Leitungen so schnell wie möglich auszutauschen. „In selbst genutzten Wohnungen besteht letztlich ebenso eine Pflicht zum Austausch der Bleiinstallationen”, sagt der Rechtsanwalt. „Denn auch hier muss die Gesundheit aller Bewohner und Besucher durch umgehende Entfernung des Giftstoffes geschützt werden.”

Wer tauscht die Wasserrohre aus?

Nicht jede Firma kann das. „Am besten ist es, sich an die Sanitär-Innung zu wenden. Sie hat die Übersicht, welche Betriebe sich auf diese Arbeiten spezialisiert haben”, rät Wischmann.

(Von Katja Fischer, dpa)
Zur Startseite Mehr aus Haus & Garten

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse