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Hallo, neuer Nachbar: Sich früh vorstellen und beschnuppern

Wer umzieht, sollte sich auch bald um seine neuen Nachbarn kümmern. Denn es wirkt sympathisch, sich möglichst früh vorzustellen - und es ist ein wichtiger Schritt zur guten Nachbarschaft.
Neue Nachbarn sollten sich frühzeitig vorstellen und potenzielle Probleme gleich ansprechen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Neue Nachbarn sollten sich frühzeitig vorstellen und potenzielle Probleme gleich ansprechen.
Freiburg/Leipzig. 

Wenn es um das Thema Nachbarn geht, kann wohl jeder mitreden. Schließlich sind die Möglichkeiten vielfältig, sich über die Bewohner nebenan zu ärgern: Über nicht geschnittene Hecken, bellende Hunde und das schlecht geputzte Treppenhaus.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2015 fast 8500 Nachbarschaftsverfahren bei den Amtsgerichten. Damit möglichst gar kein Ärger entsteht, hilft ein guter Einstand beim Einzug. So sollten neue Nachbarn sich frühzeitig vorstellen und potenzielle Probleme gleich ansprechen. „Man sollte zum Beispiel sagen, wenn man einen Hund hat oder vielleicht häufig ein lautes Instrument spielt”, rät Kommunikationsberaterin Elisabeth Bonneau aus Freiburg.

Dabei sollte der neue Nachbar signalisieren, dass er Rücksicht nehmen wird - und sich mit dem Klavierspielen an Ruhezeiten hält. Noch mehr Pluspunkte sammelt er mit der Frage, zu welcher Tageszeit sich der andere vielleicht gestört fühlen würde.

Eine Einladung der Nachbarn ins Haus vermittelt Offenheit und Freundlichkeit. „Das Zuhause eines anderen betreten zu dürfen und gemeinsam etwas zu verzehren, ist ein uraltes Ritual der Annäherung”, sagt Psychologin Julia Scharnhorst aus Leipzig. Viel Aufwand ist nicht nötig, es reicht eine Kiste mit den üblichen Getränken. Zu dick sollte keinesfalls aufgetragen werden. Wer Champagner kredenzt, kann als großkotzig oder gar anbiedernd empfunden werden. 

Dafür bietet sich schon die allererste Zeit nach dem Umzug an, wenn noch nicht alle Kisten ausgepackt sind. Bonneau rät, die neuen Nachbarn keinesfalls in ein fertig eingerichtetes Haus einzuladen. „Damit macht man sich nackig. Die Leute schauen sich um und wissen sofort sehr viel über einen”, sagt sie.  

Ein weiterer Tipp von Scharnhorst für den Einstand: Die Nachbarn mal um Hilfe bitten und sich bei ihnen eine Leiter ausleihen. Denn wer um Hilfe bittet, wirkt sympathisch. Und der andere kann sich hilfsbereit zeigen, was den meisten Menschen ein gutes Gefühl bereitet. Allerdings sollten es die Neuen auch nicht übertreiben. „Es sollte nicht der Eindruck einer großen Verbrüderung entstehen”, rät Bonneau.

Besser ist es, die Bekanntschaft langsam wachsen zu lassen - wenn eine engere Beziehung überhaupt gewünscht wird. Nach dem Einzug und der Vorstellungsrunde treffen sich Nachbarn üblicherweise erst einmal auf der Straße oder im Treppenhaus wieder, manchmal unterhalten sie sich ein wenig. Bei gegenseitiger Sympathie folgen erst dann gegenseitige Einladungen oder gemeinsame Unternehmungen. Schließlich ist Nachbarschaft in der Regel keine Freundschaft, sondern eine zufällige Zweckgemeinschaft mit erzwungener Nähe. 

Viel einfacher ist der Zuzug in ein Neubaugebiet, wo alle neu sind. Es gibt noch keine gewachsenen Beziehungen. Der Status ist nicht so wichtig, weil alle in einer ähnlichen Situation sind: Sie können sich das Haus leisten, haben aber einen Kredit aufnehmen müssen. „Zudem handelt es sich meist um eine recht homogene Gemeinschaft mit gemeinsamen Interessen”, sagt Bonneau. In einem Neubaugebiet wohnen oft junge Familien. Hier bietet sich als Einstieg in eine gute Nachbarschaft ein gemeinsames kleines Straßenfest an. 

Doch was tun, wenn sich trotz aller Bemühungen kein gutes Verhältnis mit den Nachbarn einstellen will, der andere einem Vorschriften machen und seine vermeintlichen Rechte durchsetzen will? 

„Ein solcher Nachbar kann sehr anstrengend sein”, sagt Bonneau. Aber wie bei allen Konflikten gelte: erst einmal durchatmen, anstatt sich zu empören. Dann die Sache möglichst bald ansprechen. Und wenn dies auch nichts nützt, hilft nur eines: dem Nachbarn aus dem Weg gehen. 

(Von Sabine Maurer, dpa)
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