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Migranten verbreiten neues Gemüse in Kleingärten

Schrebergärten - typisch deutsch? Ja, aber auch viele Migranten finden Freude an dem eigenen kleinen grünen Flecken. Ihre Gemüse-Vorlieben bringen Frische in die Kleingärten.
Das Einrollen ist gar nicht so einfach - Weinblätter werden mit Reis oder Bulgur gefüllt. Foto: Andrea Warnecke Das Einrollen ist gar nicht so einfach - Weinblätter werden mit Reis oder Bulgur gefüllt. Foto: Andrea Warnecke
Nürnberg. 

Migranten haben laut Landesverband Bayerischer Kleingärtner neue Gemüsesorten in bayerische Schrebergärten eingeführt. Chilischoten und Weinblätter etwa seien unter anderem wegen Syrern in Kleingärten inzwischen weit verbreitet, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Martin Rist.

In der arabischen Küche ist etwa Dolma, in Weinblätter eingewickelter Reis und Hackfleisch, eine Spezialität. Derzeit werden laut Rist auch vermehrt Tomatensorten angebaut, die es hierzulande lange nicht mehr gegeben hat, nun aber von osteuropäischen Migranten wieder eingeführt worden sind.

Derartige Einflüsse seien ein toller Effekt, sagte Rist. Durch den Austausch unter Kleingärtnern seien die Anlagen ein wichtiger Ort der Integration. Schrebergärten zogen Rist zufolge schon immer Migranten an - dies sei auch derzeit der Fall, etwa mit Flüchtlingen aus dem Nahen Osten. „Sie haben ihre Heimat verloren und Heimat drückt sich eben auch im eigenen Anbau von Obst und Gemüse aus.” Demnach ist der Anteil an Migranten in bayerischen Schrebergarten-Anlagen meist höher als der Anteil an Migranten in der jeweiligen Stadt.

Derzeit wächst Rist zufolge die Zahl von Kleingärten stetig. Allerdings sei auch in den vergangenen Jahren der Bedarf gestiegen, vor allem durch die steigende Zahl von Migranten und jungen Familien, die Kleingärten pachten wollen. „In den dynamischen Metropolen bräuchten wir deutlich mehr Anlagen.”

In Städten wie München, Nürnberg, Ingolstadt und Augsburg entstünden oft lange Wartezeiten für eine Parzelle, sagte Rist. In der Regel müssten Anwärter je nach Ort zwischen ein paar Monaten und zwei Jahren warten. In eher ländlich strukturierten Regionen und Städten mit geringem Wirtschaftswachstum gehe die Nachfrage teilweise zurück.

(dpa)
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