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Natur unter den Füßen

Sie sehen alle aus wie ein Fußboden aus Holz: Beläge aus Bambus, Kork sowie Laminatböden sind eine Alternative zum fest mit dem Boden verklebten Massivparkett. Eine kleine Materialkunde für den Fußboden.
Parkett lässt sich immer wieder abschleifen - so verschwinden Kratzer.	 Foto: Kai Remmers/dpa Bilder > Parkett lässt sich immer wieder abschleifen - so verschwinden Kratzer. Foto: Kai Remmers/dpa

Als Klassiker unter den naturnahen Fußböden gilt Parkett. Aber zahlreiche weitere Bodenbeläge aus nachwachsenden Rohstoffen machen ihm Konkurrenz. Entscheidend sollten aber die persönlichen Vorlieben sein sowie die Frage, welche Belastungen - wie spielende Kinder, die Tatzen von Haustieren und Wasser im Bad - der Boden aushalten muss.

Bewährt hat sich seit langem Massivparkett. Es ist beliebt, weil es aus dem Naturmaterial Holz ist, das sich positiv auf das Raumklima auswirkt, erläutert Michael Schmid vom Verband der Deutschen Parkettindustrie in Bad Honnef bei Bonn. Das Material nehme bei hoher Luftfeuchtigkeit Nässe aus der Raumluft auf und gebe sie bei Trockenheit wieder ab. Auch den Füßen tut Holzboden gut, da er als elastisch und warm gilt. „Wer vorsichtig ist und Wasserschlachten vermeidet, kann Massivparkett - fachmännisch verlegt - sogar im Bad haben“, versichert der Parkettexperte Schmid.

Massivparkett besteht aus einer durchgängigen Schicht Hartholz. Üblicherweise werden die einzelnen Parkettstäbe vollflächig mit dem Estrich verklebt und erst nach dem Verlegen abgeschliffen. Das kann man auch öfters wiederholen, um etwa Kratzer aus dem Boden zu entfernen.

Bambus ist kein Holz

Beim Kauf von Parkettprodukten sollten Verbraucher grundsätzlich vorsichtig sein, rät Schmid. „Denn nicht jeder Fußboden aus den natürlichen Rohstoffen Holz, Kork, Bambus darf als Parkett bezeichnet werden.“ Kein Parkett im ursprünglichen Sinn sind Laminatböden, auch wenn diese eine oft täuschend echte Holzoptik haben. Und Bambus ist kein Holz, sondern ein Gras. Korkböden werden aus der Rinde von Korkeichen hergestellt.

Ebenfalls mehrfach lassen sich Korkfliesen abschleifen, erläutert Frank Müller, Geschäftsführer des Deutschen Kork-Verbandes in Herford (Nordrhein-Westfalen). Die Fliesen seien acht bis zehn Millimeter dick und werden fest mit dem Untergrund verklebt. Der Kork stammt vor allem aus der Rinde von Korkeichen in Portugal. Über viele Jahrzehnte können die Bäume alle acht bis zehn Jahre geschält werden, ohne dass der Baum stirbt. Die Rinde dieser Eichen, aber auch alte Flaschenkorken werden zu Granulat zerkleinert und zu Platten und Blöcken gepresst.

Kork ist weich, weshalb er die Gelenke schont, erläutert Müller die Vorteile. Er sei wie Holz auch fußwarm, und das Material lade sich nicht elektrostatisch auf. Verklebt seien massive Korkfliesen auch für Badezimmer geeignet.

Eine Alternative zu Massivparkett und massiven Korkfliesen ist Mehrschichtparkett, auch Fertigparkett genannt. Das ist auch ein Holzprodukt. In der Regel setzt es sich aus drei Schichten zusammen: einer Trägerschicht, einem Gegenzugfurnier und einer Deckschicht aus Furnier mit Edelholz. Die Lebensdauer von Fertigparkett hängt vor allem von der Dicke des Furniers ab. Ab einer Stärke von vier Millimetern lässt sich Fertigparkett ein- bis zweimal abschleifen.

Auch Kork-Fertigparkett, Bambus-Korkparkett und Laminat sind eigentlich Holzprodukte. Denn auch hier besteht die dickste Schicht, die Trägerschicht, aus einer Holzfaserplatte. Damit sich diese nicht verziehen kann, ist sie auf der Unterseite mit einem Gegenzug gesichert. Nur in der obersten Laufschicht kann es Unterschiede geben - sie besteht aus Kork, Bambus oder Melaminharz.

Bei Kork-Fertigparkett muss die oberste Schicht aus einem mindestens 2,5 Millimeter dicken Korkfurnier bestehen. Nur dann schone der Boden auch die Gelenke, erläutert Müller. Bambus, die Oberschicht von Bambus-Parkett, ist ein schnell wachsendes Gras und gilt deshalb auch als ein sehr ökologisches Material. Allerdings müsse in die Ökobilanz auch der lange Transportweg aus China eingerechnet werden, gibt Schmid zu bedenken.

Die Oberseite von Laminat besteht aus einer dünnen Schicht Melaminharz aus Wasserbasis, das frei von organischen Lösemitteln ist, erklärt Anke Wöhler vom Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller in Bielefeld. Die transparente Harzschicht schütze das darunterliegende Dekorpapier mit dem Muster von Hölzern oder Fliesen. Holz sei nach wie vor eines der beliebtesten Dekore für Laminatfußböden, so Wöhler.

Elektrostatische Aufladung

Er lädt sich bei einer geringen Luftfeuchtigkeit von unter 40 Prozent allerdings elektrostatisch auf. Viele Hersteller versehen ihre Produkte daher mit einem speziellen Schutz. Das reduziert die Entstehung von Reibungselektrizität und bewahrt so vor kleinen Stromschlägen.

Laminatböden sind durch speziell verleimte Trägerplatten gegen Feuchtigkeit geschützt, erklärt Wöhler. Manche Hersteller haben Beläge im Sortiment, die außerdem noch einen speziellen Kantenschutz haben. Man nennt das Kantenhydrophobierung. Solche Böden sind gut für Räume mit hoher Feuchtigkeitsbelastung wie das Badezimmer oder Saunen.

Laminatböden sowie Holz-, Bambus- und Kork-Fertigparkett werden in der Regel schwimmend verlegt. Das bedeutet, dass die einzelnen Elemente eine zusammenhängende Platte bilden. Sie ist nicht mit dem Untergrund verklebt.

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