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Neue Technik im Kühlschrank: Was ist sinnvoll?

Kühlschränke kühlen heute nicht nur einfach. Sie sind auch „Bio Fresh”, „Perfect Fresh” und „Long Fresh”, haben eine dynamische Kühlung und verfügen über die Funktion des Superkühlens. Experten erklären, was die beworbenen Extras bedeuten.
Mit dem Internet verbundene Kühlschränke liefern Besitzer Informationen über den Füllstand. Bilder > Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Mit dem Internet verbundene Kühlschränke liefern Besitzer Informationen über den Füllstand.

Bonn(dpa/tmn) - Neue Kühlschränke können mehr als nur einfach Lebensmittel kühlen. Neue Funktionen versprechen mehr Komfort und Frische. Was steckt hinter Bezeichnungen wie Null-Grad-Zone? Braucht man unbedingt ein Gerät mit dynamischer Kühlung? Muss der Kühlschrank mit dem Internet verbunden sein?

Zunächst: Auch ohne all das kühlen Kühlschränke noch. Und frischer lassen sich Lebensmittel halten, wenn für jedes Produkt der dafür vorgesehene richtige Platz gewählt wird. „Der kälteste Bereich ist unten über der Glasplatte des Gemüsefachs”, erklärt Sarah Hermges, Sprecherin der Initiative „Zu gut für die Tonne” des Bundeszentrums für Ernährung in Bonn. „Hier müssen empfindliche Waren wie frisches Fleisch oder Wurst einsortiert werden. Nach oben wird es wärmer.”

Und all die beworbenen Zusatzfeatures?

KALTZONE: Diese Schubladen befinden sich meist im unteren Teil des Geräts. Dort herrschen Temperaturen knapp über null Grad. „Da halten sich Lebensmittel bis zu dreimal länger als im normalen Kühlfach”, erklärt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ in Berlin. Vielfach wird die Kaltlagerzone - bei manchen Anbietern etwa als „Bio Fresh” oder „Perfect Fresh” zu finden - in zwei Bereiche mit verschieden hoher Luftfeuchtigkeit unterteilt: „Ein trockenes Null-Grad-Fach besitzt eine niedrige Luftfeuchtigkeit von 45 bis 50 Prozent und bietet sehr gute Lagerbedingungen für verpackte Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Wurst und Milchprodukte”, sagt Oberascher. Im feuchten Null-Grad-Fach herrscht eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 95 Prozent. Das macht es ideal für das Lagern von frischem und unverpacktem Gemüse und Obst. Es trocknet hier nicht aus.

In preisgünstigeren Modellen gibt es die Technik in schlichteren Varianten. Hier ist die Temperatur dann meist nur etwas niedriger als im restlichen Kühlfach - also von dessen Einstellung abhängig. Oder die Temperatur ist unverändert und nur die Luftfeuchtigkeit erhöht. Damit verlängert sich die Lagerzeit auch, aber eventuell nur geringfügig.

DYNAMISCHE KÜHLUNG: Herkömmliche Geräte verfügen über eine statische Kühlung. Hier verteilt sich kalte Luft ungleichmäßig von oben nach unten. Beim Einräumen der Lebensmittel ist es daher wichtig, auf die Zonen zu achten, denn es können Temperaturunterschiede von bis zu zehn Grad herrschen. „Bei Geräten mit dynamischer Kühlung ist das nicht mehr nötig”, erklärt Oberascher. „Denn bei ihnen verteilt ein Ventilator die gekühlte Luft gleichmäßig, so dass die Temperaturdifferenz zwischen den Ablagen nur noch gering ist.” Man kann also den Kühlschrank bestücken, wie man will.

ABTAUAUTOMATIK: Diese Funktion ist mittlerweile in neuen Geräten Standard. Sie vereisen dadurch nicht und müssen auch nicht abgetaut werden. Das spart auch Strom. „Bei Gefriergeräten ist das anders”, erläutert Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

SUPERKÜHLEN: Mit der Funktion lässt sich eine Kältereserve schaffen. Das bietet sich an, bevor größere Mengen neu gekaufter Lebensmittel eingelagert werden. Sie werden dann schneller abgekühlt, was zur besseren Erhaltung von Vitaminen und Mineralstoffen führt. Wer braucht das? Für größere Familien könne die Funktion interessant sein, sagt Scholz.

GERUCHSFILTER: „Er bewirkt keine Wunder, ist aber nützlich”, findet Scholz. „Ein Aktivkohlefilter verhindert unangenehme Gerüche und die Übertragung auf andere Lebensmittel im Kühlschrank-Innenraum. Gegen besonders intensive Gerüche kommt er aber kaum an.”

(Von Katja Fischer, dpa)
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