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Schönheiten im Herbst

Dann, wenn der Sommer noch nicht gehen will, der Herbst aber schon fast da ist, beginnt die Blütezeit der Herbstanemonen. Sind die weißen und rosafarbenen Tupfer verblüht, kommen die ersten Schneeflocken - zumindest sehen die Fruchtstände ein wenig wie diese aus.
Auch die Formen können variieren. Bilder > Auch die Formen können variieren.

Wenn die Blätter langsam bunt werden, ist der Altweibersommer da. Das Schöne an dieser Zeit ist, dass es am Tag noch warm, nachts aber bereits kühl ist. So machen Tautropfen die Spinnennetze in den Morgenstunden sichtbar und funkeln darin im Sonnenlicht. Die wahre Dekoration des Altweibersommers ist aber die Herbstanemone, die in dieser Zeit ihre zarten Schalen öffnet.

Das Sortiment der Arten und Sorten ist breitgefächert. Die wichtigsten Arten sind Anemone tomentosa und hupehensis, erläutert Hermann Gröne, Buchautor aus Nettetal (Nordrhein-Westfalen). Sie sind auch als Filzblättrige und Japanische Herbstanemone bekannt. Und eine recht alte Kulturform aus Japan ist meist unter der botanischen Bezeichnung Anemone japonica oder Anemone hupehensis var. japonica zu finden. Daneben gibt es knapp 30 verschiedene Sorten in den Katalogen von Staudengärtnereien und in gut sortierten Gartencentern.

Einige davon haben sich besonders bewährt. „'Honorine Jobert' blüht weiß und hat einen ausgeprägten Wildblumencharakter“, beschreibt Gröne einen Klassiker im Sortiment. Er hat bereits im 19. Jahrhundert die Gärten geziert. Die Sorte blüht halbgefüllt und wird etwa einen Meter hoch. Ähnlich früh entstand die einfachblühende Sorte 'Robustissima', die ihrem Namen alle Ehre macht und auch mit einem trockeneren Boden klarkommt. Ihre rosafarbenen Blüten machen sich gut in spätsommerlichen Blumensträußen.

Ursprünglich aus Asien

Unter den frühblühenden Varianten empfiehlt Gröne die starkwüchsige 'Praecox', deren Blüten zwischen Altrosa und Karminrosa variieren. Allerdings rät er davon ab, sie in einen kleinen Garten zu pflanzen, wo sie rasch überhandnehmen können. Eine etwas hellere Alternative ist 'Ouvertüre', die durch ihre Vitalität und Standfestigkeit auffällt. „Die Sorte 'Pamina' bleibt mit gut 60 Zentimetern Höhe eher niedrig“, sagt der Buchautor Gröne. Sie blüht halbgefüllt. Damit ähnelt sie der historischen Herbstanemone 'Prinz Heinrich', deren magentarote, gefüllte Blüten auf gut einem Meter hohen Stielen stehen.

Ursprünglich stammen die Herbstanemonen aus Asien. In China und Japan kommen sie am Gehölzrand vor. „Der bevorzugte Standort für Herbstanemonen ist im Halbschatten“, erläutert Gröne. Allerdings sollten die Pflanzen nicht einseitig Schatten beziehungsweise Sonne bekommen, erläutert Heinz Diehl, Technischer Leiter des Botanischen Gartens der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sonst wachsen die Blütenstiele schräg zum Licht hin, und die Standfestigkeit leidet.

Und bekommen die Pflanzen zu viel Schatten ab, blühen sie weniger. „Je feuchter der Boden, desto mehr Sonne vertragen sie“, ergänzt Diehl. Allerdings müsse Wasser gut ablaufen können, Staunässe sollte man also vermeiden. Gröne rät Hobbygärtnern, den Pflanzen regelmäßig Humus zu geben. Ihr Nährstoffbedarf wird gedeckt, indem man die Beete im Herbst mit Komposterde versorgt.

Am besten sind die nun blühenden Pflanzen schon längst im Beet: „Herbstanemonen zählen zu den wenigen Stauden, für die ich unbedingt die Frühjahrspflanzung empfehlen würde“, erklärt Buchautor Gröne. „Herbstanemonen brauchen etwas Zeit, um sich zu entwickeln“, sagt auch Diehl. Dabei helfe ihnen ein warmer Boden. Die Pflanzen müssen vor Frost auch mit einer Schicht Laub geschützt werden - zumindest die jungen Pflanzen, erläutert Gröne. Später sind die Stauden so gut entwickelt, dass sie auch alleine zurechtkommen.

In einem lockeren, humosen Boden breiten sich Herbstanemonen durch Ausläufer aus. Allerdings sollten Hobbygärtner beachten, dass sie rund um die Pflanze nicht hacken dürfen - sonst zerstören sie die Ausläufer. Die Blüten bleiben nach der Blüte am besten stehen, damit die Pflanzen ihre kugeligen Fruchtstände bilden. Sie haben eine weiße, wollige Struktur, die in den Wintermonaten eine schöne Zierde sind.

Als Begleiter im Beet empfiehlt Diehl etwa Hortensien. Deren große blaue und rosafarbene Blütenbälle beginnen im Spätsommer allmählich zu vergrünen, so dass die hellrosa Blütenschalen der Herbstanemonen daneben gut auffallen und gut aussehen.

Gröne empfiehlt Gräser wie das Hohe Pfeifengras (Molinia arundinacea). Es gibt zahlreiche verschiedene Sorten, deren lockere schleierartige Blüten mit einer Höhe von gut zwei Metern ebenfalls eine grüne Kulisse für die Herbstanemonen bilden. Sie blühen von August an und verfärben sich anschließend goldgelb bis bronzefarben. „Deutlich niedriger bleibt Molinia caerulea“, erläutert Gröne. Bekannt ist dieses Gras auch unter dem deutschen Namen Moor-Pfeifengras.

Den gleichen Effekt erzielen alle Pflanzen mit viel grüner Masse: „Gute Partner sind auch locker wachsende Bodendecker wie Golderdbeere (Waldsteinia) und Immergrün (Vinca)“, sagt etwa Gröne. Und Diehl schlägt noch Blattschmuckstauden wie Bergenien (Bergenia), Funkien (Hosta) und Frauenmantel (Alchemilla) vor, sodass auch das grüne Formenspiel im absonnigen Staudenbeet für eine kleine Attraktion sorgt.

„Als Begleiter für Herbstanemonen eignen sich auch sehr gut Stauden, die im ersten Halbjahr des Gartenjahres blühen“, rät der Gartenexperte weiter. Dazu zählen Akelei (Aquilegia), Wiesenraute (Thalictrum) und Jakobsleiter (Polemonium). Ihr Höhepunkt ist der ausklingende Frühling, wenn die Herbstanemonen nur den Blattaustrieb zu bieten haben.

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