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So stellen Guerilla- und Hobbygärtner Samenbomben selbst her

Die Nachbarn von Brachflächen und nicht bepflanzten Grünstreifen verschönern immer häufiger diese Flächen - „Guerilla Gardening” nennt sich das dann. Rechtlich erlaubt ist das zwar nicht immer. Ihre blühende Waffe lässt sich aber auch im Garten nutzen: die Samenbombe.
Die kleinen Samenbomben umgibt eine Mischung aus Ton- und Blumenerde. Foto: Florian Schuh/dpa Die kleinen Samenbomben umgibt eine Mischung aus Ton- und Blumenerde. Foto: Florian Schuh/dpa
Weimar/Berlin. 

Blühendes für karge Flächen: Die Waffe der sogenannten Guerilla-Gärtner sind Samenbomben für schöne Blumen. Sie legen kleinen Erdkugeln voller Samen auf Brachflächen ab, ebenso auf Grünstreifen zwischen Straßen, auf dem Boden um Straßenbäume und in Parks.

Ihr Ziel: karge Bereiche sollen im Sommer bunt erblühen. Das ist rechtlich nicht immer zulässig. Doch auch im eigenen Garten lassen sich Samenbomben verwenden - etwa, wenn man nicht durchgeplant Blühpflanzen aussäen möchte, sondern sich lieber überraschen lässt.

Die Samenbomben können Hobbygärtner leicht selbst herstellen. Dazu brauchen sie neben den Samen ihrer Lieblingsblumen nur übliche Blumenerde und feuchte Tonerde. Letztere dient als Bindemittel.

Diese drei Bestandteile kommen in eine Schüssel. „Bei der Mischung kann man nach seinem Gefühl gehen”, sagt Alexa Herrmann vom Verein Thüringer Ökoherz in Weimar. Sie rät aber dazu, zur besseren Bindung lieber ein wenig mehr Ton- als Blumenerde zu nehmen. Die Masse wird dann zu kleinen Kugeln geformt, etwa in der Größe von Tischtennisbällen. Dann muss der Hobbygärtner die Samenbomben trocknen lassen. „Ein Tag reicht dafür in der Regel”, sagt Herrmann.

Die nun einsatzbereiten Samenbomben werden anschließend einfach im Garten abgelegt. Sobald es regnet, saugt sich die Kugel mit Wasser voll, und die Samen keimen nach und nach auf.

Herrmann rät, keine Hybrid-Samen zu kaufen. Das sind Kreuzungen zwischen Eltern verschiedener Arten oder Unterarten. Auf dem Päckchen werden diese Samen oft mit der Angabe F1 für die erste Generation bezeichnet. Diese Samen haben aber zwei Nachteile: Wiederum deren Nachkommen (F2) bilden ganz anders aussehende Pflanzen aus. Oder aber sie können gar keine weiteren Samen bilden - damit würde die neu bepflanzte Fläche bald schon wieder brachliegen.

Wann ist „Guerilla Gardening” erlaubt?

„Guerilla Gardening” ist das Bepflanzen von Flächen im öffentlichen Raum durch Bürger, eigentlich vornehmlich zum politischen Protest oder als Zeichen zivilen Ungehorsams. Doch gerade in Großstädten machen das auch viele, um einfach ihre Straße zu verschönern. Sie bepflanzen zum Beispiel den Boden rund um Straßenbäume. Rechtlich bewegt man sich damit aber in einer Grauzone. Daher rät etwa die Berliner Sektion des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), vor dem „Guerilla Gardening” das zuständige Naturschutz- und Grünflächenamt zu kontaktieren. Teilweise werden dann Pflegeverträge aufgesetzt.

(dpa)
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