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Sonnenblumen für Spätsommer und Herbst im Garten

Die ersten Sonnenblumen verblühen. Doch ihre Gattung hat mehr zu bieten als die kurzzeitige Blüte ihrer bekanntesten Vertreterin: Die Topinambur als Nährpflanze etwa. Und andere Vertreter wie die Stauden-Sonnenblume können sich durchaus zehn Jahre im Garten halten.
Die Blüten der Topinambur erscheinen erst, wenn die Tage kürzer werden - so dass die Blütezeit immer auch von der Lichtsituation am Standort abhängt. Bilder > Foto: Marion Nickig/dpa-tmn Die Blüten der Topinambur erscheinen erst, wenn die Tage kürzer werden - so dass die Blütezeit immer auch von der Lichtsituation am Standort abhängt.
Berlin. 

Sonnenblumen sind erstaunliche Pflanzen. Sie haben wunderschöne Blüten, sind teils riesig. Betrachtet man die Gattung genauer, merkt man, wie vielgestaltig die Pflanzen sind. Rund 60 Arten sind bekannt. Manche bleiben uns erhalten, wenn die einjährigen Sonnenblumen verblühen.

Sogar ein Trend ist Helianthus tuberosus, als Topinambur bekannt. Diese mehrjährige Sonnenblume hat eine enorme Wuchskraft und erlangt bis zu drei Meter Höhe. Der aufrechte, gut verzweigte Stängel trägt an seinen Enden gelbe Blütenstände. Sie erscheinen erst, wenn die Tage kürzer werden.

„Die Knollenfrüchte der anspruchslosen Pflanze enthalten zahlreiche Polyphenole”, sagt Günter Bärwald, Buchautor und Professor für Gärungs- und Getränketechnologie a.D. Antioxidantien sitzen vor allem in der Schale, laut Bärwald sind die Werte bei rotschaligen Sorten besonders hoch. Darüber hinaus verfügt die Knolle über einen recht hohen Gehalt an Inulin. Dieser Mehrfachzucker trägt als Ballaststoff zur Darmgesundheit bei.

Die Topinambur kann gerade sandige Böden gut befestigen. Will man Knollen ernten, so rät Prof. Bärwald zu einem höheren Lehmanteil. „Je mehr Lehm im Boden ist, desto größer werden die Knollen.” Diplom-Biologe Christian Wever aus Düsseldorf empfiehlt auch einen Boden mit gewisser Grundfeuchte. Das schütze die Pflanzen eher vor Krankheiten wie Mehltau. „Die Knollen wachsen 30 bis 35 Zentimeter tief im Boden”, sagt Prof. Bärwald. Der Standort sollte sonnig sein.

Unter den mehrjährigen Sonnenblumen als Zierpflanzen rät Wever vor allem zu der Weidenblättrigen Sonnenblume (Helianthus salicifolius) und der Stauden-Sonnenblume (H. x microcephalus). „Die Weidenblättrige Sonnenblume hat sehr filigranes Laub und sieht so ein bisschen aus wie eine Hippiefrisur”, findet Wever. Das Laub ist für die Gestaltung interessant. „Die Pflanze wirkt auch ohne Blüte und kommt meist sehr spät oder gar nicht zur Blüte”, erklärt Wever.

Die Sorten der Stauden-Sonnenblume bilden besonders schöne Blüten - bis in den Oktober hinein. „Sie wirken im Vergleich zu den einjährigen Sonnenblumen (Helianthus annuus) viel natürlicher”, sagt Wever. Er rät zu der fast zwei Meter hohen Sorte 'Lemon Queen' mit zitronengelben Blüten und 'Carine' mit noch helleren Blüten. Beide sind gut standfest trotz der enormen Höhe. Die Sorte 'Anne' wird nur 120 Zentimeter hoch - eine Lösung für kleinere Gärten. „Das Besondere an dieser Sorte sind die rötlich gefärbten Spitzen der Laubblätter”, sagt Wever. Das ist besonders im Herbst schön anzusehen.

Mehrjährige Bestände an einem sonnigen bis halbschattigen Standort können laut Wever durchaus zehn Jahre alt werden. Sie sind sehr pflegeleicht, weil der Gärtner sie nur im Herbst nach dem ersten Frost zurückschneiden muss.

Stauden-Sonnenblumen sind relativ wuchsstark. Daher rät der Diplom-Biologe gestalterisch zu entsprechend kräftigen Partnern. „In der Kombination mit Chinaschilf sind die Stauden-Sonnenblumen sehr attraktiv, weil das filigrane Laub des Grases und die späten Blüten eine gute Ergänzung sind”, sagt Wever.

Literatur:

Prof. Dr. Günter Bärwald: Gesund abnehmen mit Topinambur, Trias-Verlag, 2008, 131 Seiten, ISBN-13: 978-3-8304-3455-9; gebraucht online verfügbar

(Von Dorothée Waechter, dpa)
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