E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 26°C

Mietrecht: Untervermietung nur mit Erlaubnis des Vermieters

Eine längere Reise, wenig Geld oder der Wunsch in Gemeinschaft zu leben - es gibt viele Gründe ein Zimmer oder gleich die ganze Wohnung unterzuvermieten. Doch der Vermieter ist in diese Pläne einzubeziehen.
Will der Mieter nur ein Zimmer untervermieten und hat hierfür ein „berechtigtes Interesse”, dann muss der Vermieter dies erlauben. Foto: Monique Wüstenhagen Foto: dpa Will der Mieter nur ein Zimmer untervermieten und hat hierfür ein „berechtigtes Interesse”, dann muss der Vermieter dies erlauben. Foto: Monique Wüstenhagen
Berlin. 

Will der Mieter seine Wohnung untervermieten, geht das nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) nur mit Zustimmung des Vermieters. Soll die Wohnung insgesamt untervermietet werden, ist der Vermieter in seiner Entscheidung, ob er zustimmt oder nicht, völlig frei.

Lehnt er ab, hat der Mieter ein Sonderkündigungsrecht. Er kann den Mietvertrag mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Das kann für Mieter interessant sein, die einen Zeitmietvertrag abgeschlossen haben oder einen unbefristeten Mietvertrag mit einem mehrjährigen Kündigungsausschluss.

Will der Mieter dagegen nur einen Teil seiner Wohnung untervermieten, also einzelne Zimmer, und hat er hierfür ein „berechtigtes Interesse”, muss der Vermieter die Erlaubnis zur Untervermietung erteilen. Reagiert er nicht oder stimmt er nicht zu, macht er sich - so der Deutsche Mieterbund - schadensersatzpflichtig.

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Berlin (Az.: 63 S 277/16) ist ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung zu bejahen, wenn das der finanziellen Entlastung des Mieters von den hohen Mietkosten dient. Nicht erforderlich ist, dass eine Doppelbelastung durch Mietausgaben vorliegt oder der Mieter zwingend auf die Einsparung angewiesen ist.

Hat der Mieter ohne Einverständnis des Vermieters untervermietet, ist dies eine Pflichtverletzung und kann zu einer Kündigung führen. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Berlin (Az.: 67 S 203/16) ist dabei aber immer auf die Umstände des Einzelfalls abzustellen.

Die nicht eingeholte Erlaubnis ist zumindest dann keine erhebliche Pflichtverletzung und rechtfertigt keine Kündigung, wenn das Mietverhältnis seit mehr als zwölf Jahren problemlos läuft und der Mieter einen Anspruch auf Erteilung der Untermieterlaubnis gehabt hätte, der Vermieter also zur Zustimmung verpflichtet gewesen wäre.

(dpa)

Zur Startseite Mehr aus Haus & Garten

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen