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Mietkaution: Vermieter muss Kaution anlegen

<span></span> Foto: Gerhard Seybert (72143589)

Der Sinn einer Mietkaution ist klar: Die Summe soll den Vermieter absichern, falls der Mieter seinen Pflichten nicht nachkommt, also Miete oder Nebenkosten schuldig bleibt, Schönheitsreparaturen beim Auszug versäumt oder gar Schäden an der Wohnung verursacht. Liegt einer dieser oder ein ähnlicher Fall vor, kann der Vermieter die Kaution ganz oder teilweise einbehalten, um seinen finanziellen Schaden zu kompensieren oder Handwerker mit den fehlenden Arbeiten zu beauftragen.

Eindeutig ist die Höhe der Kaution festgelegt: Drei Monats-Kaltmieten sind der höchstmögliche Betrag. Der Mieter kann die Summe in bis zu drei monatlichen Raten aufbringen, von denen er die erste zum Beginn der Laufzeit des Mietvertrags aufbringen muss.

Komplizierter wird es bei der Aufbewahrung der Kautionssumme. Der Vermieter darf keinesfalls das Geld einfach einkassieren und es zum Teil seines Vermögens werden lassen. Auch eine Einlagerung zu Hause oder im Schließfach als Bargeld ist unzulässig. Vielmehr muss die Kaution marktüblich angelegt werden. Andernfalls würde dem Mieter bei einer späteren Rückgabe des Geldes ein finanzieller Schaden durch die entgangenen Zinsen entstehen. Mit einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto ist man trotz der derzeit niedrigen Zinsen auf der sicheren Seite. Allerdings gilt auch hier, dass die Kaution nicht einfach aufs private Sparbuch des Vermieters gebucht werden darf. Ein eigens für die Kaution angelegtes Sparkonto sollte es schon sein. Dieses Konto kann auch der Mieter anlegen und dem Vermieter beispielsweise per Verpfändung oder Sicherungsabtretung den Zugriff darauf ermöglichen. Theoretisch können sich Mieter und Vermieter auch auf jede andere Anlageform einigen. Aktien oder irgendwelche Fondsprodukte als Kautions-Anlage sind in der Praxis aber die absolute Ausnahme und die Beteiligten sollten sich genau über die Risiken der jeweiligen Anlageform informieren.

Egal welche Anlageform: Wichtig ist, dass sowohl Mieter als auch Vermieter auf das Geld Zugriff haben und dass die Summe bei einer möglichen Insolvenz von einem der beiden keinesfalls der Insolvenzmasse zugeschlagen wird.

Die Kaution kann auch die Form einer Bürgschaft Dritter annehmen. Häufig ist das bei Studenten- oder Azubi-Wohnungen der Fall. Dann treten die Eltern als Bürgen auf. Denkbar ist aber auch eine Bankbürgschaft durch die Hausbank des Mieters. Darüber hinaus bieten einige Versicherungsunternehmen sogenannte „Kautionsversicherungen“ an. Hier sollten Mieter aber kritisch nachrechnen: Viele dieser Versicherungen rechnen sich auf lange Sicht nicht. Außerdem sind Rückforderungen möglich, wenn der Vermieter tatsächlich finanzielle Forderungen erhebt.

Ist das Mietverhältnis beendet, hat der ehemalige Mieter ein Anrecht auf den Kautionsbetrag zuzüglich der Anlageerträge. Wurde allerdings eine Anlageform gewählt, bei der Verluste aufgetreten sind, hat der Mieter nur ein Anrecht auf die noch vorhandene Summe. Spätestens sechs Monate nach Auszug muss er entweder das Geld erhalten oder der Vermieter muss noch offene Ansprüche geltend machen. Volker Thies

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