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Versteckte Rohrbrüche sind Detektivarbeit

Wenn der Hahn leckt, ist klar, wo der Schaden liegt. Wenn aber ein dunkler Wasserfleck die Zimmerwand nach und nach einfärbt, kann der Schaden an vielen Stellen im Haus liegen. Denn Wasser sucht sich seinen Weg. Dann ist meist die Hilfe eines Profis nötig.
Offensichtliche Wasserschäden, wie durch einen defekten Duschkopf, können Heimwerker oft selbst reparieren. Anders sieht dies mit Schäden hinter der Wand aus. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn Offensichtliche Wasserschäden, wie durch einen defekten Duschkopf, können Heimwerker oft selbst reparieren. Anders sieht dies mit Schäden hinter der Wand aus. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Köln. 

Nasse Flecken an Decken und Wänden, Pfützen auf dem Fußboden - sind Rohre oder Armaturen undicht, sucht sich das Wasser seinen Weg im Haus. Das Leck zu finden, kann schwierig werden. Denn oft sind die Spuren nicht dort, wo der Schaden entstanden ist.

Tropft einfach nur der Wasserhahn, ist die Sache klar. „Ursachen sind entweder eine schadhafte Kartusche oder undichte Drehventile”, erklärt Michael Pommer, Trainer an der DIY Academy in Köln. Für einen geschickten Heimwerker dürfte es kein Problem sein, die Dichtungen auszutauschen oder einen neuen Hahn einzubauen. Er muss auch keine Sorge haben, dass tieferliegende Schäden zurückbleiben. Tropft der Hahn nicht mehr, ist das Problem in der Regel gelöst.

Anders ist das bei versteckten Rohrbrüchen. Stehen Bad oder Küche plötzlich unter Wasser, muss die Ursache nicht dort zu finden sein. Die defekte Stelle in der Rohrleitung kann überall im Haus sein. Von der eigenständigen Reparatur solch unklarer Rohrbrüche oder Verstopfungen rät der Heimwerker-Experte ab. „Die Suche nach dem Leck und seine Beseitigung sind mit einem so großen Aufwand verbunden, dass Heimwerker damit überfordert sind”, betont Pommer.

„Am leichtesten sind Schäden an der Trinkwasserleitung zu erkennen”, erklärt Andreas Braun vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Man hört Fließgeräusche, und das austretende Wasser ist hell und klar.” Um hier die defekte Stelle zu finden, muss der Installateur das Rohrsystem freilegen und inspizieren. Das macht er möglichst an einer leicht zugänglichen Stelle, etwa unter der Badewanne oder am Sockel im Bad, um wenig Schäden anzurichten. „Findet er dort nichts, muss er weiter aufmachen. Es ist schwierig, Rohrleitungen hinter Fliesen und Estrich zu checken”, sagt Braun.

Große Rätsel können Schäden durch gebrauchtes Wasser aufgeben. Sie zeigen sich meist nicht unmittelbar. „Hier ist es wichtig, dass die Bewohner beobachten, ob sich in ihrem Umfeld etwas verändert hat”, betont Braun. Tritt das Wasser auch nach längerer Abwesenheit aus? Ist es schmutzig und riecht? Gibt es Flecken, wenn es geregnet hat?

Aus solchen Informationen schlussfolgern Fachleute, woher der Schaden kommt. Entsteht etwa ein nasser Fleck an der Zimmerdecke, nachdem Gäste abgereist sind, erkennen erfahrene Installateure einen möglichen Zusammenhang mit einer defekten Abwasserleitung. „Es können Schäden im oberen Gäste-Badezimmer sein, das seit längerer Zeit wieder einmal benutzt wurde”, sagt Braun.

Wer ein Haus neu baut oder modernisiert, kann schon bei der Planung viel dazu beitragen, dass das Risiko zukünftiger Rohrbrüche möglichst gering ist. Die Gefahr eines Schadens steigt mit der Komplexität der Installation. „Eine durchdachte Raum-Anordnung im Neubau bietet die Möglichkeit, Leitungslängen gering zu halten”, erklärt Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer.

Bei Modernisierungen wird häufig das Alter der Rohrleitungen nicht ausreichend beachtet. Vor dem Anschluss neuer Rohre an gealterte Bestandsrohre sollte dies sorgfältig geprüft - und im Zweifel sollten die alten Rohre ebenfalls erneuert werden. Sonst können diese Rohre die nächsten Schadenstellen sein.

Außerdem: Um im Schadensfall schnell reagieren zu können, sind zugängliche Rohrleitungen von erheblichem Vorteil. „In Privathaushalten werden Rohre aktuell fast ausschließlich unter Estrich oder in den Wänden hinter Fliesen verlegt, wo sie schwer zu erreichen sind”, beobachtet Drews. Bei einem Rohrbruch müssen Handwerker das aufstemmen. Das ist teuer. „Besser wäre eine Verlegung an zugänglichen Stellen, wo immer es möglich ist, zum Beispiel unter der Kellerdecke oder hinter abnehmbaren Verkleidungen.”

Veränderter Alltag ist Risiko für Rohrbrüche

Ältere Häuser sind besonders anfällig für Rohrbrüche. „Das hat nicht nur mit dem Alter der Rohrleitungen zu tun”, erklärt Andreas Braun, Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Bad Honnef bei Bonn. „Auch das Nutzungsverhalten der Bewohner spielt eine Rolle.”

Das Rohrsystem strebt immer nach einem natürlichen Gleichgewicht. Das entsteht, wenn aus allen Zapfstellen stetig Wasser entnommen wird. „Das ist oft nicht mehr gegeben, wenn statt einer großen Familie nur noch ein oder zwei Leute im Haus wohnen”, sagt Braun.

Er rät Bewohnern größerer Häuser mit mehreren Bädern und anderen Wasseranschlüssen, im Wechsel alle Entnahmestellen zu benutzen. „Wird das Gleichgewicht im System gestört, können sich Korrosionsschäden bilden, die zu Undichtigkeiten führen können.” Dies dient auch der Herstellung des bestimmungsgemäßen Betriebes und somit der Trinkwasser-Hygiene. Nicht mehr genutzte Anlagenteile sollten sogar zurückgebaut werden.

(Von Katja Fischer, dpa)
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