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Warum die Eisheiligen für Gärtner eine Rolle spielen

Alte Bauernregeln für den Garten sind noch heute oftmals Gold wert. Zum Beispiel die Sprichwörter, die es zu den Eisheiligen gibt: Erst nach deren Namenstagen Mitte Mai drohen in Deutschland in der Regel keine Fröste mehr. Doch was bedeutet das für das Gärtnern?
Noch brauchen manche Pflanzen im Freien in frostigen Nächten und an kalten Tagen eine isolierende Schutzhülle. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Noch brauchen manche Pflanzen im Freien in frostigen Nächten und an kalten Tagen eine isolierende Schutzhülle. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Offenbach. 

Es gibt Bauernregeln, die noch immer gelten. Vor allem Hobbygärtnern können sie Hinweise zur Pflege ihrer Pflanzen liefern. Dazu gehören die Bauernregeln zu den Eisheiligen, deren Namenstage Mitte Mai im Kalender stehen. Was konkret bedeuten die Tage für Gärtner? Ein Überblick:

Was besagen die Bauernregeln zu den Eisheiligen?

Eines der Sprichwörter lautet: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz”. Und in Süddeutschland heißt es gereimt: „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie” - wobei „Bazi” in Süddeutschland als Wort für einen durchtriebenen Burschen verstanden wird.

Was lässt sich daraus ablesen?

Bauernregeln geben Erfahrungswissen aus vielen Jahrhunderten weiter und zeigen meteorologische Wahrscheinlichkeiten an. Regelmäßigkeiten wurden als Sprichwörter für nachfolgende Generationen festgehalten und weitergegeben. Die zu den Eisheiligen spielen auf die Fröste an, die bis Mitte Mai in Deutschland vorkommen können. Für empfindliche Pflanzen können sie verheerende Folgen haben: Sie erfrieren.

Sind diese Regeln noch aktuell?

Ja und nein. Die Reime und Regeln waren früher Hilfen, an denen sich Landwirte grob orientieren konnten. Heute gibt es wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzer besser verlassen können. Im Grunde braucht man die Regeln also nicht mehr.

Außerdem macht der Klimawandel so manche alte Regel inzwischen ungenau: Die Witterungsverhältnisse und ihre Regelmäßigkeiten haben sich im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts verschoben. So beginnt die Vegetationsperiode der Pflanzen heute bis zu drei Wochen früher, erklärt die Bayerische Gartenakademie. Und laut Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes liegt vor allem in Süddeutschland das Risiko von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai heute bei deutlich unter 50 Prozent.

Aber zugleich lässt sich auch sagen: Ein paar Bauernregel zu kennen und zu beherzigen, schadet nicht. So hilft es sicher, grobe Zeiträume, in denen sich die Witterung häufig stark verändert wie Anfang bis Mitte Mai zu verinnerlichen und die Gartengestaltung erst anschließend zu planen. Denn erst danach beginnt die Hauptpflanzperiode. Wagt man sich mit empfindlichem Grün zu früh hinaus ins Freie, kann es erfrieren - gerade dann, wenn man nicht den täglichen Wetterbericht im Blick haben will und kann.

Wie reagiert der Hobbygärtner nach den Eisheiligen?

Nun geht die Pflanzsaison so richtig los: Nach und nach dürfen die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten. Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und viele weitere Blühpflanzen können nun ebenfalls auspflanzt werden. Und die Kübelpflanzen kommen aus dem Winterlager ins Freie.

(Von Simone Andrea Mayer, dpa)
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