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Willkommen in meinem Zuhause: Gäste begrüßen und umsorgen

Schokolade aufs Kissen, eine Flasche Wasser auf den Nachttisch und etwas Platz im Kleiderschrank: Wer Übernachtungsbesuch bekommt, muss seinen Gästen nicht Hotelkomfort bieten. Aber Gastfreundschaft bedeutet, sich ein wenig Mühe zu machen. Einige Tipps für Gastgeber.
Mit wenig Mühe einen positiven Eindruck machen: Ein hübscher Blumenstrauß im Gästezimmer ist ein Willkommenszeichen für Besucher. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Mit wenig Mühe einen positiven Eindruck machen: Ein hübscher Blumenstrauß im Gästezimmer ist ein Willkommenszeichen für Besucher.
Berlin/Stuttgart. 

Wer regelmäßig Besuch hat, weiß, wie herausfordernd es sein kann, ein guter Gastgeber zu sein. Vor allem, wenn die Gäste über Nacht bleiben oder gar für mehrere Tage.

Zwar erwarten Familie und Freunde keinen Hotelstandard. Sich als Gastgeber ein Stück weit daran zu orientieren, sei dennoch ratsam, findet die Kommunikationsberaterin Tosca Freifrau von Korff: „Die Betten etwa sollten bereits bezogen sein. Auch eine kleine Aufmerksamkeit wie eine handgeschriebene Karte mit Willkommensgruß vermittelt Wertschätzung.”

Auf dem Nachttisch könnten eine Flasche Mineralwasser, ein Glas und vielleicht eine kleine Nascherei stehen. „Auch frische Blumen tragen zur Wohlfühlatmosphäre bei”, ergänzt Agnes Anna Jarosch, Leiterin des Deutschen Knigge-Rats in Stuttgart. Diese sollten jedoch möglichst nicht stark durften, denn da sind die Geschmäcker verschieden. Ebenso wichtig sei es, Platz zu schaffen. Selbst eigene Familienmitglieder, die kurz zu Besuch sind, sollten nicht aus dem Koffer leben müssen. „Im Gästezimmer ein oder zwei Schubladenfächer freizuräumen, ist das Mindeste”, rät von Korff.

Persönliche Gegenstände gehören weitestgehend weggeräumt. „Dazu zählen auch Kuscheltiere”, betont Jarosch. Im Badezimmer, das gründlich geputzt wurde, sollte ebenfalls etwas Platz geschaffen werden, damit der Besuch Kulturbeutel und Handtücher ablegen kann.

Und damit er sich schon von der ersten Sekunde an wohlfühlt, wird für dessen Ankunft auch kulinarisch etwas vorbereitet. „Nicht selten hat man eine lange Anreise und trifft durstig und hungrig ein. Eine Mahlzeit oder zumindest ein Snack sollten bereitstehen”, empfiehlt von Korff. Nach der kleinen Stärkung bietet sich - zumindest für Besucher, die das erste Mal kommen - eine Führung durch das Haus oder die Wohnung an.

„Hier kann der Gastgeber gerne Regie führen und Orientierung geben, indem er zeigt, wo sich welcher Raum befindet, wo die Garderobe abgelegt werden kann und Platz für das Gepäck ist oder sich der Tee befindet, sollte man sich einen aufbrühen wollen”, zählt Jarosch auf.

Wie stark der Besuch dann während des weiteren Aufenthalts umsorgt werden sollte, hängt davon ab, wer angereist ist: „Freunde gleichen Alters können beim Tischdecken oder Kochen eingeplant werden. Großeltern sollte man eher umsorgen, um ihnen das zurückzugeben, was man früher in der Kindheit von ihnen an Gastfreundschaft erfahren hat”, sagt von Korff.

Um Ärgernisse zu vermeiden, sei eine klare Kommunikation im Vorfeld wichtig. „Man sollte offen die Standards ansprechen”, empfiehlt Knigge-Expertin Jarosch: „Wie wird das Gästebett beschaffen sein? Sind genügend Handtücher vorrätig? Muss ein Schlafsack mitgebracht werden? Dann passt auch die Erwartungshaltung.” Auch eventuelle Nahrungsmittelallergien können vorab abgefragt werden. „Schön ist es im Übrigen auch, dem Besuch mitzuteilen, wie er am besten anreist und wo er einen Parkplatz findet”, ergänzt von Korff.

Zu Unstimmigkeiten führt nicht selten auch die Frage, wie häufig die Gäste zum Beispiel bei Ausflügen begleitet werden müssen. „Hier hilft Ehrlichkeit”, betont von Korff. „Ich empfehle, im Vorfeld zu eruieren, welche Pläne der Besuch hat und ob er eine Begleitung wünscht, und ebenso zu kommunizieren, an welchem Abend man Zeit hat, beispielsweise für einen gemeinsamen Restaurantbesuch, und wann nicht.”

Aber Gastgeber sollten immer im Hinterkopf behalten, dass auch der Besuch sich anzupassen hat. In seinem bekanntesten Werk „Über den Umgang mit Menschen” hat Adolph Freiherr Knigge (1752-1796) schon erläutert, dass der Gast sich nach den Sitten des Hauses zu richten habe, erklärt von Korff. Dazu gehöre etwa, nicht nach Stoffservietten zu fragen, wenn es Papierservietten gibt. „Ein solcher Besuch ist ein Geben und Nehmen.”

Wie werde ich Gäste wieder los?

Gastfreundschaft hat irgendwann ein Ende. Übernachtungsgäste zu umsorgen oder eine Feier mit Freunden und Familie zu veranstalten, ist eine tolle Sache - wären da nicht die Gäste, die einfach nicht wieder gehen wollen. Ähnlich beliebt machen sich Spontanbesucher, die unangekündigt vor der Tür stehen und kurzerhand die Tagesplanung über den Haufen werfen. All jenen, die die Tür nicht einfach wieder zuschlagen wollen, stellt sich die Frage: Wie wird man ungebetene Gäste charmant wieder los?

Agnes Anna Jarosch, Leiterin des Deutschen Knigge-Rats, rät ausdrücklich zum Einläuten des Partyendes: „Man kann einen Absacker anbieten mit dem Hinweis, dass dieser als solcher gedacht ist.” Hilfreich könne es auch sein, in der Vergangenheit zu sprechen: „Zum Beispiel: "Es war schön heute Abend."” Auch der dezente Hinweis „Es ist aber spät geworden” sei durchaus erlaubt.

Ein weiterer Tipp: Schon bei der Einladung konkrete Ansagen machen. „Das könnte sein: "Wir beginnen schon um 18.00 Uhr, damit es nicht zu lange wird, weil ich morgen früh raus muss"”, erklärt Jarosch. „Damit haben die Gäste eine Orientierung.” Die Knigge-Expertin weiß, dass es vielen schwer fällt, verbal Grenzen zu setzen. Sie appelliert jedoch, hinter der Gastfreundlichkeit nicht die eigene Selbstfürsorge zu vergessen: „Unser althergebrachtes Verständnis von Höflichkeit spricht dagegen. Damit schaden wir aber nur uns selbst.”

(Von Jana Illhardt, dpa)
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