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34 Universitäten erhalten neue Fördermilliarden

Spannung bei den deutschen Unis: Stundenlang saßen Wissenschaftler und Minister zusammen. Dann war klar, für welche Hochschulen bei neuen Fördermilliarden der Daumen hoch oder runter geht.
Die Uni Bonn gehört zu den Hochschulen mit den meisten bewilligten Förderanträgen. Sie bestreitet vier Cluster allein und ist an zwei weiteren beteiligt. Foto: Julian Stratenschulte Die Uni Bonn gehört zu den Hochschulen mit den meisten bewilligten Förderanträgen. Sie bestreitet vier Cluster allein und ist an zwei weiteren beteiligt.
Bonn. 

In der Hochschulförderung erhalten 34 Universitäten hohe Summen von Bund und Ländern. Sie bilden 57 so genannte Exzellenzcluster, die in einem aufwenigen Verfahren für eine Förderung ihrer Projekte ausgewählt wurden, wie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU)in Bonn mitteilte.

Diese Forschungsnetzwerke verschiedener Wissenschaftsdisziplinen erhalten zusammen über sieben Jahre hinweg rund 385 Millionen Euro pro Jahr, insgesamt fast 2,7 Milliarden Euro. Das Geld soll zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent vom jeweiligen Land kommen. 40 der Cluster sind an einer einzelnen Universität angesiedelt, 14 an zwei Unis und drei gemeinsam an drei Hochschulen. Für die Spitzenforschung werde ein neues Kapitel aufgeschlagen, sagte Karliczek.

88 Förderanträge waren in die Endrunde gegangen, aus ihnen wählten Wissenschaftler sowie die Bildungsminister von Bund und Ländern die Gewinner aus. Die hohe Zahl bewilligter Anträge zeige die Breite, in der es in Deutschland Spitzenforschung gebe, sagte die Vizechefin der Gemeinsamen Wissenschaftskommission des Bundes und der Länder, die Bremer Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD). Neben großen Universitäten zählten auch kleinere Hochschulen zu den Siegern.

Zu den Gewinnern mit den meisten bewilligten Förderanträgen zählt die Uni Bonn, die vier Cluster alleine bestreitet und an zwei weiteren beteiligt ist. Die Ludwig-Maximilian-Universität und die Technische Universität München haben mit vier gemeinsamen Projekten gewonnen. Die Uni Hamburg hat vier Anträge bewilligt bekommen. Die Freie Universität Berlin hat mit zwei allein betriebenen Clustern und einem in Kooperation mit anderen gewonnen. Die Berliner Humboldt-Uni ist insgesamt mit vier Projekten vertreten, davon hat sie eines allein auf die Beine gestellt. Die Technische Hochschule Aachen gewinnt mit zwei Clustern alleine und ist Partner bei einem weiteren. Dreifach Grund zur Freude hat die Uni Tübingen mit allein eingereichten Anträgen.

Insgesamt drei Mal gewonnen hat TU Dresden, davon zwei Mal allein. Weitere Gewinnercluster sind eingereicht worden von der Universität Bayreuth, der Ruhr-Uni Bochum, der TU Braunschweig, der Uni Bremen, der Uni Freiburg, der Uni Göttingen, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Uni Hannover, der Uni Heidelberg, der Uni Jena, der Uni Kiel, der Uni Köln, der Uni Konstanz, der Uni Mainz, der Uni Münster und der Uni Stuttgart. Weitere Hochschulen sind in Kooperationen vertreten.

Zu den Themen der Forschungsprojekte zählen der Klimawandel, Präzisionsmedizin, computerbasiertes Bauen, das Internet der Produktion oder Robotik für die Nutzpflanzenproduktion.

In dem Wettbewerb um die neuen Exzellenzcluster waren nach einer Ausschreibung im September 2016 im April 2017 zunächst 195 Antragsskizzen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht worden. DFG-Präsident Peter Strohschneider sagte, der Abstand der Projekte sei hauchdünn gewesen. Die Exzellenzcluster ist eine Fördersäule der so genannten Exzellenzinitiative.

Der Grünen-Bildungsexperte Kai Gehring sagte: „Exzellenz in der Forschung anzureizen ist wichtig, um sozial-ökologische Innovationen für künftigen Wohlstand zu entfachen.” Zugleich mahnte er mehr dauerhafte Mittel an: „Die vielerorts stagnierende oder gar erodierende Grundfinanzierung von Universitäten und Fachhochschulen bleibt das Hauptproblem des deutschen Wissenschaftssystems.” Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen über ein Nachfolge des Hochschulpakts forderte Gehring, Bund und Länder müssten den Hochschulpakt dauerhaft schmieden und die Summen jährlich um drei Prozent erhöhen. Beim Hochschulpakt stellen der Bund für neue Plätze an den Hochschulen 2007 bis 2023 rund 20 Milliarden Euro bereit, die Länder rund 18 Milliarden.

(dpa)
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