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Alternativen zur Anwaltskanzlei: Der Jobmarkt für Juristen

Es muss nicht immer Anwalt sein: Volljuristen können auch beim Staat oder in der freien Wirtschaft arbeiten. Wer sehr gute Examina macht, kann sich den Job fast aussuchen - doch auch die Spezialisierung auf ein Gebiet kann hilfreich sein.
Ein Job, viele Möglichkeiten: Die Ausbildung zum Juristen ist zwar streng geregelt, danach haben Absolventen aber alle Freiheiten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Ein Job, viele Möglichkeiten: Die Ausbildung zum Juristen ist zwar streng geregelt, danach haben Absolventen aber alle Freiheiten.
Regensburg/Berlin. 

Die juristische Fakultät der Uni Regensburg, Mitte der 90er Jahre. Sechs Erstsemester sitzen gemeinsam in ihrer ersten Vorlesung.

20 Jahre später haben alle ganz unterschiedliche Karrieren gemacht. Einer ist heute Finanzbeamter, einer ist Rechtsanwalt, einer Richter, einer arbeitet in einem Ministerium, einer in einem Landratsamt und der Sechste in einem großen Unternehmen.

Nur eine Geschichte von vielen, aber doch typisch für Juristen. Denn so streng ihr Studium geregelt sein mag, so vielfältig sind die Wege, die die Absolventen später beschreiten. Zwar wird der überwiegende Anteil der Volljuristen, wie Rechtswissenschaftler mit zwei Staatsexamina heißen, tatsächlich Anwalt. Doch „dem Absolventen steht eine Vielzahl von Möglichkeiten offen”, sagt Andreas Nadler, Generalsekretär des Vereins Deutscher Juristentag in Bonn.

Richter und Staatsanwälte können sie werden oder in die Rechtspflege von Behörden aller Art gehen. Jobs gibt es auch in der Rechtsabteilung von Unternehmen, bei Verbänden, Wirtschaftsprüfern oder Steuerberatungskanzleien sowie in Lehre und Forschung. Und das sind nur die klassischen Berufe. Denn es gibt auch immer mehr Absolventen, die sich weitere Qualifikationen aneignen und sich als sogenannte Bindestrich-Juristen etwa auf Wirtschaftsrecht spezialisieren oder sich technisch ausbilden lassen.

„Die Digitalisierung kommt auch in der Rechtsbranche an”, sagt Micha-Manuel Bues. Der promovierte Jurist ist Geschäftsführer des Unternehmens Leverton in Berlin. Das Start-up entwickelt Software, mit der sich zum Beispiel Verträge auslesen und so Rechtsfragen bearbeiten lassen. Legal Tech nennt sich diese relativ neue Branche. „Für diese Arbeit brauchen wir Leute, die juristischen und technischen Sachverstand mitbringen”, sagt Bues.

Welcher Bereich der Rechtswissenschaften und welcher Art von Arbeitgeber für sie ideal sind, sollten sich angehende Juristen schon während des Studiums klarmachen - mit Praktika. „Das Jurastudium bietet mit zwei Pflichtpraktika in der Rechtspflege und Verwaltung bereits die Chance, Einblicke in unterschiedliche Berufszweige zu erhalten”, sagt Andreas Nadler.

Manchmal kommt es dann nach dem Studium aber doch anders, als man denkt - was häufig mit den Examensnoten zu tun hat. Wer zwei Mal mit „Vollbefriedigend” aus Klausuren und mündlicher Prüfung geht, kann sich den Job fast aussuchen. Wer dagegen nur einmal oder gar nicht die magischen neun Punkte schafft, hat es nicht ganz so leicht.

Doch es gibt auch für die Vielzahl der Absolventen, die nicht zu den Top-Juristen ihres Jahrgangs gehören, eine breite Auswahl von Arbeitgebern. „Verbände, Kammern, die Verwaltung des Deutschen Bundestags, das Auswärtige Amt, die BaFin, die GIZ oder das Bundeskartellamt, europäische oder internationale Organisationen haben immer Bedarf an jungen Juristen und können ein hervorragendes Karrieresprungbrett sein”, sagt Christoph Wittekindt, Leiter der Personalvermittlung Legal People Germany.

Wer auf das große Geld aus ist, muss im Studium aber hervorragende Leistungen bringen: „Generell gilt: Je besser die Noten, desto höher das Gehalt”, sagt Wittekindt. In großen Kanzleien verdienen Einsteiger zwischen 75 000 und 140 000 Euro, dafür brauchen sie allerdings zwei sehr gute Examen und am besten einen Doktor sowie Fremdsprachenkenntnisse. Zum Vergleich: In einer kleineren Kanzlei steigt ein Jungjurist mit einem Jahresbruttogehalt von 40 000 bis 60 000 Euro ein.

(Von Verena Wolff, dpa)
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