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Bei Arbeitslärm nicht an Krach gewöhnen und sorgsam messen

Ratternde Presslufthämmer, vorbeirauschender Verkehr oder einfach nur ständige Telefonate im Großräumbüro. Für Lärm am Arbeitsplatz gibt es unterschiedliche Ursachen. Betroffene sollten sich selbst schützen und sich beim Messen der Lärmwerte nicht auf Apps verlassen.
Vor allem im Großraumbüro kann ein großer Lautstärkepegel entstehen, der bei manchen Menschen zu Krankheiten führt. Foto: Georg Wendt Vor allem im Großraumbüro kann ein großer Lautstärkepegel entstehen, der bei manchen Menschen zu Krankheiten führt.
Mannheim. 

Ständiger Lärm am Arbeitsplatz kann krank machen. Das ist auch und gerade dann so, wenn sich Berufstätige scheinbar an den Krach in der Fabrik oder auf der Baustelle gewöhnt haben.

Denn oft ist die vermeintliche Gewöhnung schon Indiz für einen bleibenden Hörschaden, warnt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW). Wer an lauten Arbeitsplätzen tätig ist, sollte daher immer entsprechende Schutzvorrichtungen tragen - auch wenn er hin und wieder das Gefühl hat, diese gar nicht zu brauchen. Langfristig schadet Dauerlärm nicht nur dem Ohr, auch Schlafqualität und Herz-Kreislauf-System können darunter leiden. Und auch die sonstige Unfallgefahr steigt, weil Betroffene Signale und Warngeräusche nicht mehr oder kaum noch wahrnehmen.

Um die tatsächliche Lautstärke am Arbeitsplatz zu messen, können Lärm-Apps eine erste Einschätzung dazu geben, ob der Krach gesundheitsschädlich sein könnte. Für exakte Messungen sind die mobilen Anwendungen fürs Smartphone nicht geeignet, wie das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung klarstellt.

Die genauen Lärmwerte sollten demnach Fachleute bestimmen. Wer am Arbeitsplatz Probleme mit lauten Geräuschen hat, könne sich an die Berufsgenossenschaft oder die Unfallkasse wenden. Gehörschädigender Lärm beginnt den Angaben nach ab einem Pegel von 85 Dezibel, wenn ein Mensch dem täglich acht Stunden ausgesetzt ist.

Dem Institut zufolge gibt es mehr als 100 Apps, die Umgebungslärm messen. Das Problem sei aber, dass Smartphones bestimmte Frequenzen im Geräuschspektrum filtern, damit etwa Umgebungsgeräusche beim Telefonieren weitgehend ausgeblendet werden. Darum sind sie für präzise Messungen ungeeignet.

(dpa)
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