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Frust und Selbstzweifel: Bewerbung: Ignorieren ist schlimmer als ein klares „Nein”

Wohnung, Job, Beförderung: Man steckt Mühe in die Bewerbung, harrt der Antwort, und dann kommt - nichts. Frust und Selbstzweifel sind die Folge. Dabei wäre es einfach, negative Gefühle zu reduzieren.
Arbeitgeber sollten abgelehnte Bewerber mit einer E-Mail oder einem Brief über den negativen Ausgang ihrer Bewerbung informieren. Foto: Peter Endig/dpa Arbeitgeber sollten abgelehnte Bewerber mit einer E-Mail oder einem Brief über den negativen Ausgang ihrer Bewerbung informieren.
Basel. 

Gar keine Antwort ist für abgelehnte Bewerber am schlimmsten. Selbst eine lapidare oder gar unfreundliche Absage fördere das Wohlbefinden, etwa nach einem Jobgespräch oder einer Wohnungsbesichtigung.

Das schreiben Psychologen der Universitäten Basel und Purdue (US-Bundesstaat Indiana) im Fachmagazin „Personality and Social Psychology Bulletin” . Völliges Ignorieren werde hingegen als Zurückweisung und Ausgrenzung empfunden.

Die Forscher hatten vier Experimente mit rund 600 Teilnehmern durchgeführt, wie Selma Rudert von der Universität Basel erklärt. Bei einem simulierten Ballspiel am Computer wurde bestimmten Teilnehmern nie der Ball zugespielt, anderen nur sehr selten. Bei einer anschließenden Befragung bewerteten die Teilnehmer ihre Gefühle, etwa Zugehörigkeit und Selbstwert.

„Es zeigte sich, dass selbst wenige Ballwürfe am Schluss genügten, damit die Teilnehmenden sich verglichen mit der ausgegrenzten Gruppe besser fühlten”, sagte Rudert. Probanden, die sich im Rahmen eines Experiments für eine Wohnung beworben hatten, waren mit einer unfreundlichen Absage zufriedener als mit gar keiner.

„Alle Untersuchungen zeigen, dass bereits kleinste Zeichen von Integration und Aufmerksamkeit den Kummer infolge sozialer Ausgrenzung verbessern”, so die Psychologen. Gerade Arbeitgeber sollten abgelehnten Kandidaten ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit entgegenbringen, etwa mit einem Brief oder einer Mail, sagte Rudert.

„Keine Rückmeldung zu geben bedeutet, dem Bewerber oder Beschäftigten die Gelegenheit zum Lernen zu verweigern”, sagt Frank Vogelgesang, Professor für Personalpsychologie an der PFH Privaten Hochschule Göttingen, der an der Studie nicht beteiligt war. „Die Botschaft, wenn kein Feedback kommt, ist: Der Austausch mit dir ist für mich völlig bedeutungslos, und du als Mensch bist mir egal.”

Schon beim Ballspielen am Computer erzeuge das Ausgeschlossensein negative Gefühle wie Ärger oder Traurigkeit. „Da kann man sich vorstellen, wie es ist, wenn einem so etwas in der Realität widerfährt, wenn man in etwas so viel Mühe gesteckt hat wie in eine Bewerbung”, sagt Vogelgesang.

Ärger könne in Aggression, Traurigkeit und in Depression umschlagen. Feedback sollte laut Vogelgesang möglichst spezifisch sein. „Für eine Rückmeldung brauche ich kein Psychologiestudium, sondern Haltung - eine Haltung, die von Wertschätzung für den anderen und Respekt für sein Anliegen getragen ist.”

(dpa)
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