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Darf ein zukünftiger Chef nach der Familienplanung fragen?

„Wie sieht es denn bei Ihnen mit Kindern aus?” Eine heikle Frage. Ob Arbeitgeber diese in einem Bewerbungsgespräch überhaupt stellen dürfen, erklärt eine Arbeitsrechtlerin.
Fragen an weibliche Bewerber über deren zukünftige Familienplanung sind rechtlich untersagt. Foto: Jens Schierenbeck/dpa-tmn/dpa Fragen an weibliche Bewerber über deren zukünftige Familienplanung sind rechtlich untersagt.
Köln. 

Junge Frauen bringen zu Vorstellungsgesprächen oft einen Elefanten mit, der dann mit im Raum steht. Aus Sicht mancher Arbeitgeber zumindest, die dann einen eleganten Weg suchen, nach Kindern oder einer geplanten Schwangerschaft zu fragen. Ist das erlaubt?

Nein, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. „Der Arbeitgeber darf nicht nach der Familienplanung fragen.”

Grund dafür ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das Bewerber und Arbeitnehmer vor Diskriminierung schützt - unter anderem wegen des Geschlechts. „Und die Frage nach der Familienplanung wäre hier ein Indiz, dass das Geschlecht ein Auswahlkriterium ist”, erklärt Oberthür. Hinzu kommt der Datenschutz: Er sorgt dafür, dass der künftige Arbeitgeber nur Fragen stellen darf, die direkt mit der Eignung für die Tätigkeit zu tun haben.

Auch die Frage nach schon vorhandenen Kindern wäre also tabu - an Frauen und Männer gleichermaßen. Okay wäre dagegen eine Frage wie „Stehen Sie für Abendtermine zur Verfügung?”. Denn das hat ja direkt mit dem Job zu tun - ganz im Gegensatz zum unzulässigen „Haben Sie die Kinderbetreuung gesichert?”

Die Expertin rät aber davon ab, einfach zu gehen, wenn die Frage trotzdem fällt. Denn es gibt eine elegantere Alternative: lügen. Das dürfen Frauen und auch Männer in solchen Fällen nämlich. „Der Arbeitgeber kann den Vertrag dann später nicht anfechten.”

(dpa)
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