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Nach harter Kritik nicht sofort zum Angriff übergehen

Wer vom Vorgesetzten Tadel kassiert, setzt oft auf Konter. Doch im Job ist Angriff nicht immer die beste Verteidigung. Karriereberater Thorsten Knobbe erklärt, wie man es besser macht.
Wer vom Vorgesetzten kritisiert wird, sollte nicht gleich die Fäuste ballen. Besser ist es, Fehler zuzugeben. Foto: Andrea Warnecke Wer vom Vorgesetzten kritisiert wird, sollte nicht gleich die Fäuste ballen. Besser ist es, Fehler zuzugeben. Foto: Andrea Warnecke
Dortmund. 

Harte Kritik ist für keinen Arbeitnehmer schön - vor allem, wenn sie völlig überraschend kommt. Viele reagieren dann überhastet. Das ist nicht zwingend verkehrt, sagt der Dortmunder Karriereberater Thorsten Knobbe.

„Wenn man kurz vor der Roten Karte steht, sollte man möglichst sofort Gegenmaßnahmen ergreifen.” Wichtig ist allerdings, dabei den richtigen Ton zu treffen.

Gegen unberechtigte Angriffe könne man sich natürlich verteidigen, so der Experte. Nicht jede überraschende Kritik sei aber gleich falsch. „Oft gibt es dann da Unterschiede zwischen Selbstbild und Fremdbild”, sagt Knobbe. Mitarbeiter nehmen sich zum Beispiel selbst als sehr gewissenhaft da, Chefs sehen vor allem Fehler - und liegen damit vielleicht sogar richtiger. „Das dann ehrlich miteinander in Einklang zu bringen, ist schon sehr schwierig und dauert etwas.”

Deshalb sei die Vorwärtsverteidigung bei Kritik oft nicht die Ideallösung. Ins Schneckenhaus müssten sich kritisierte Mitarbeiter aber auch nicht zurückziehen. „Man muss danach immer im Gespräch bleiben”, sagt Knobbe. Am besten sei oft, den Fehler zunächst zuzugeben und zu versichern, dass es nicht wieder vorkommt - und dann auch dafür zu sorgen, dass dem auch so ist. „Sie müssen sich dann proaktiv und lösungsorientiert präsentieren”, rät Knobbe. Möglich sei zum Beispiel, gezielt nach Weiterbildungsmöglichkeiten zu fragen, die beim Abstellen der Kritikpunkte helfen.

(dpa)
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