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Nicht nur Talent zählt: Jugendliche brauchen Marktkompetenz

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist für Jugendliche derzeit günstig. Dennoch ist die Lehrstellensuche kein Selbstläufer. Junge Menschen sollten ein Gespür für regionale Unterschiede entwickeln.
Jugendliche sollten bei der Berufswahl früh die Augen offen haben und flexibel sein. Foto: Bernd Wüstneck/dpa Jugendliche sollten bei der Berufswahl früh die Augen offen haben und flexibel sein. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Bonn. 

Bei der Lehrstellensuche gehen Jugendliche häufig vor allem nach ihren Talenten und Interessen. „Das ist auch gut so”, sagt Joachim Gerd Ulrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Trotzdem sollte man sich während der Berufsorientierung immer auch den Ausbildungsmarkt vor Ort vor Augen führen. „In den Schulen müsste es so etwas wie Unterricht zur Förderung der Ausbildungsmarktkompetenz geben”, sagt Ulrich.

Die Lage sei derzeit für Jugendliche am Ausbildungsmarkt generell eher entspannt. Daraus könnten Jugendliche aber längst nicht schließen, dass es auch für sie einfach wird. „Es gibt einfach große regionale Unterschiede”, erklärt Ulrich. Während in Bayern und Thüringen die Perspektiven für Jugendliche sehr gut sind, gibt es in zum Beispiel in vielen Teilen von Nordrhein-Westfalen nach wie vor deutlich mehr Bewerber als freie Ausbildungsplätze. Vielen Jugendlichen sei das aber nicht klar.

Weiter gebe es große Unterschiede je nach Beruf, erläutert Ulrich. Sehr begehrt sind bei Jugendlichen zum Beispiel die Berufe Mediengestalter Digital und Print, Sport- und Fitnesskaufmann und Chemielaborant. In diesen Berufen wird es wieder schwierig, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, weil es viel Konkurrenz gibt.

Jugendliche sollten sich deshalb auf jeden Fall möglichst früh bei ihrem Berufsberater informieren, wie die Lage auf dem Ausbildungsmarkt vor Ort ist. Manchmal ist es zwar nicht möglich, den Traumberuf vor Ort zu erlernen - aber es gibt Optionen in anderen Bundesländern. Dann sei es vielleicht ein Umzug eine Idee.

Die andere Option ist, nach Alternativen zum Wunschberuf zu schauen. „Oft gibt es eine Ausbildung mit verwandten Inhalten”, erklärt Ulrich. Die sind den Schülern aber unbekannt. So seien etwa Teile der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, für die viele sich erfolglos bewerben, mit dem Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk verwandt. In diesem Beruf seien die Chancen äußerst gut. Das sei vielen Bewerbern aber nicht bewusst.

(dpa)
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