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Wie werde ich Pressesprecher/in?

Oft sieht man sie im Fernsehen: Sie sprechen für Firmen, aber auch für Behörden wie die Polizei. Pressesprecher vermitteln zwischen ihrem Arbeitgeber und den Medien. Viele sind gelernte Journalisten. Aber es führen auch andere Wege in den Job.
Wolfgang Weber arbeitet seit Beginn der 90er Jahre bei der Lufthansa als Pressesprecher. Ursprünglich hat er Journalist gelernt. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Bilder > Wolfgang Weber arbeitet seit Beginn der 90er Jahre bei der Lufthansa als Pressesprecher. Ursprünglich hat er Journalist gelernt. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
Berlin. 

Geschichtenerzähler, Krisenmanager und Kontaktmann: All das muss Wolfgang Weber von Berufs wegen sein. Seit 26 Jahren ist er Pressesprecher bei der Lufthansa.

Von seinem Berliner Büro aus ist er zuständig für die Medienkontakte der Fluggesellschaft in Nord- und Ostdeutschland sowie für politische Themen. Er vertritt das Unternehmen gegenüber den Medien, gibt Interviews und schreibt Pressemitteilungen.

Pressesprecher übernehmen für Unternehmen, Behörden, Verbände oder Vereine die Kommunikation mit der Presse. „Sie informieren vor allem über Ereignisse und Planungen, die für Außenstehende von Interesse sind”, sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. „Und sie sorgen für eine positive Darstellung in der Öffentlichkeit.”

„Zum Beruf führen verschiedene Wege”, sagt Hendrik Zörner vom Deutschen Journalistenverband (DJV). Viele machten zunächst eine Ausbildung zum Journalisten. Voraussetzung dafür ist in der Regel ein Studium. Zum Beruf des Redakteurs führt aber auch ein zweijähriges Volontariat bei einem Medium oder die Ausbildung an einer Journalistenschule.

Diesen Weg ist Wolfgang Weber gegangen. Er studiert Publizistik und Politikwissenschaft in München und Bonn und absolviert parallel die praxisbezogene Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Danach arbeitet er drei Jahre als Lokalredakteur bei einer Regionalzeitung im Rheinland. „Da habe ich das journalistische Handwerkszeug von der Pike auf gelernt”, sagt der heute 63-Jährige.

Zwei Jahre lang arbeitete Weber danach als freiberuflicher Korrespondent für Zeitungen und Rundfunksender. Ein Interview mit einem damals führenden FDP-Politiker führte zu einem ersten Wechsel „auf die andere Seite des Schreibtischs”: Mit 27 Jahren wird Weber, obwohl parteilos, stellvertretender Sprecher der Liberalen. „Das war ein echter Perspektivwechsel”, sagt er heute. „Als Pressesprecher bist du ganz dicht dran an den Entscheidern, bekommst einen tiefen Einblick in die politische Arbeit. Aber Grundbedingung ist: Du musst hinter dem politischen Kurs stehen, den du als Sprecher nach außen vertrittst.”

Zwei Jahre lang sei ihm das nicht schwer gefallen. „Ich konnte mich mit der Partei und dem sozialliberalen Kurs unter der Regierung Schmidt/Genscher weitgehend identifizieren.” Als dann 1982 der Wechsel kam zu Schwarz-Gelb, sagt Weber, „war es für mich aber auch konsequent, den Job zu kündigen.”

Dieses Problem der Identifikation hätten einige Pressesprecher, sagt Hendrik Zörner vom DJV. „Da sind auch schon etliche Kollegen dran gescheitert.” Es sei wichtig, sich einen Arbeitgeber zu suchen, der zumindest grob zu den eigenen Interessen und Einstellungen passt.

Den hat Wolfgang Weber dann vor 26 Jahren gefunden. Seit Beginn der 1990er Jahre arbeitet er in der Lufthansa-Pressestelle. Als Pressesprecher sei er ein klassischer Generalist und Frontmann: „Du musst jeden Tag zu einer Vielzahl von Themen Auskunft geben können oder zumindest wissen, wie und wo in dem riesigen Konzern du schnell an die Informationen herankommst - denn keiner ist allwissend.”

Neben dem klassischen Weg vom Journalisten zum Pressesprecher gebe es noch weitere Möglichkeiten, sagt Hendrik Zörner vom DJV. Möglich sei zum Beispiel auch ein PR-Studium. „Aber es ist auch üblich, dass Mitarbeiter aus anderen Bereichen eines Unternehmens zu einem gewissen Zeitpunkt in die Kommunikationsabteilung wechseln”, sagt er.

Das Gehalt kann sich laut Paul Ebsen von der Arbeitsagentur sehen lassen. Im öffentlichen Dienst liege das monatliche Bruttogehalt zwischen 3500 und 5500 Euro, in der freien Wirtschaft sehe es in etwa genau so aus. Es kann aber auch einmal deutlich mehr oder weniger sein.

(Von Nikolas Golsch, dpa)
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