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Zu krank für den Job: Bloß nicht dem Chef verschweigen

Es ist erstmal ein Schock für einen Mitarbeiter. Der Betriebsarzt stellt nach einer Untersuchung ein Attest aus, das er vorerst nicht in seinem Aufgabengebiet tätig sein darf. Dem Chef sollte man das trotzdem nicht verschweigen.
Dürfen Mitarbeiter einen Job aus medizinischen Gründen nicht ausüben, muss das dem Chef mitgeteilt werden. Foto: Bernd Weißbrod/dpa Dürfen Mitarbeiter einen Job aus medizinischen Gründen nicht ausüben, muss das dem Chef mitgeteilt werden. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Köln. 

Mitarbeitern droht die Kündigung, wenn der Betriebsarzt sie für ungeeignet für ihren Job hält - und sie das dem Arbeitgeber verschweigen. Das geht aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Köln (Az.: 7 Sa 217/15) hervor.

In dem verhandelten Fall wurde einem Mann gekündigt, der seit Jahren Lkw-Fahrer für Gefahrguttransporte war. Der Betriebsarzt stellte fest, dass es befristete gesundheitliche Bedenken gegen seinen Einsatz gibt. Darüber informierte der Mitarbeiter seinen Arbeitgeber jedoch nicht. Als der Arbeitgeber davon erfuhr, dass sein Mitarbeiter ihm dies verschwieg, kündigte er ihm fristlos. Dagegen wandte sich der Mann mit seiner Klage.

Jedoch ohne Erfolg. Es stelle einen schweren Arbeitsvertragsverstoß dar, wenn der Arbeitnehmer das Ergebnis einer solchen Untersuchung dem Arbeitgeber verschweige. Die Durchführung von Gefahrguttransporten sei eine in hohem Maße gefahrgeneigte Tätigkeit. Der Arbeitnehmer sei deshalb verpflichtet, den Arbeitgeber über die Bedenken des Betriebsarztes zu informieren.

Auf das Urteil weist die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

(dpa)
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