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10 Jahre Facebook

Facebook wird 10 Jahre alt. Foto: Jessica Binsch Facebook wird 10 Jahre alt. Foto: Jessica Binsch
Menlo Park. 

Nur wenige Internetfirmen haben unser Leben so nachhaltig geprägt wie Facebook. Etwa jeder zweite Internetnutzer auf der Welt teilt auf dem Sozialen Netzwerk seine Erlebnisse mit seinen Freunden. Doch Gründer Mark Zuckerberg will noch höher hinaus.

Im Jahr 2004 wählen die Amerikaner George W. Bush erneut zu ihrem Präsidenten. Palästinenserführer Jassir Arafat stirbt. Der aufstrebende Suchmaschinenbetreiber Google geht an die Börse. Und ein junger Mann namens Mark Zuckerberg bringt zusammen mit Freunden von seiner Studentenbude aus eine Website an den Start, mit der sich seine Kommilitonen an der US-Eliteuni Harvard vernetzten können. Es wird mehr draus. Facebook feiert am 4. Februar den zehnten Geburtstag.

«Es war eine unglaubliche Reise, für mich persönlich und für alle im Unternehmen», sagte Zuckerberg jüngst bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr. 1,23 Milliarden Nutzer, 757 Millionen davon täglich, 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen, 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Facebook hat längst die Internet-Urgesteine Yahoo und AOL abgehängt.

Geplant war das alles nicht, wie Zuckerberg vor wenigen Tagen dem Publikum auf einer Konferenz verriet . Nachdem die erste Version von Facebook für seine Harvard-Kommilitonen fertiggewesen sei, habe er zu seinen Freunden gesagt: «Okay, das ist klasse, dass es jetzt dieses Instrument und diese Gemeinschaft an unserer Uni gibt. Keine Frage, eines Tages wird das jemand für die Welt bauen. Es kam mir überhaupt nicht in den Sinn, dass wir das sein könnten.»

An dieser Aufgabe hatten sich etliche Internet-Unternehmen versucht: Wenige Monate vor Facebook war MySpace in den USA online gegangen und wurde schnell zum größten Treffpunkt für junge Leute im Internet; in Deutschland erlebten StudiVZ und seine Ableger einen Ansturm. Doch Facebook breitete sich zunächst über die US-Eliteunis immer weiter aus und zog schließlich an allen Rivalen vorbei.

Auch in Deutschland ist der Dienst mit Abstand die Nummer eins, obwohl die heimischen Wettbewerber deutlich bessere Datenschutzbestimmungen boten als das US-Unternehmen. Weltweit konnte nicht einmal der schwerreiche Suchmaschinen-Betreiber Google mit seinem Sozialen Netzwerk Google+ etwas gegen den Siegeslauf ausrichten. Facebook knackte im Sommer 2012 die magische Marke von 1 Milliarde Nutzern.

Auch dass sich so mancher Teenager mittlerweile lieber auf der Foto-App Snapchat tummelt, 140-Zeichen-Nachrichten bei Twitter absetzt, über WhatsApp chattet oder sein Blog bei Tumblr pflegt, scheint Facebook bislang nicht nachhaltig geschadet zu haben.

Alleine von Oktober bis Dezember vergangenen Jahres kamen 39 Millionen Nutzer hinzu. «Wenn man sich die Größe unserer Gemeinschaft anschaut, bin ich sehr begeistert über die Geschwindigkeit des Wachstums», sagte Zuckerberg. «Die Leute beteiligen sich auch mehr.»

Woran der Firmengründer das abliest? An der Zahl der «Gefällt mir»-Klicks oder «Likes», wie es in der englischen Facebook-Version heißt. An einem normalen Tag im Dezember seien es mehr als 6 Milliarden gewesen nach 3,8 Milliarden das Jahr zuvor.

Dabei musste das Netzwerk durchaus Tiefschläge einstecken: Die mit viel Tamtam vorgestellte Interessensuche «Graph Search» trifft nicht immer ins Schwarze, die Benutzeroberfläche Facebook Home für Android-Smartphones floppte völlig und die Foto-App Poke mit von alleine verschwindenden Bildern dümpelt vor sich hin. Und dann war da noch der Börsengang, der zunächst zum Fiasko geriet. «Wir haben kräftig Schläge eingesteckt», sagte Zuckerberg.

Seinen Enthusiasmus haben diese Stolpersteine aber nicht gebremst. Zuckerbergs unbescheidenes Ziel lautet: «Jeden vernetzen und durch Teilen die Welt verbessern.» Heutzutage hätten erst ein Drittel der Weltbevölkerung überhaupt Zugang zum Internet. «Wenn die Leute erst einmal vernetzt sind, haben sie Zugang zu Dingen wie grundlegenden Finanzdienstleistungen, Gesundheitsinformationen und Bildung.» Was Zuckerberg nicht sagt: Die Leute können sich dann auch bei Facebook anmelden.

Februar 2004: Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook in einem Studentenwohnheim der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangsbuch. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe Ihnen die Idee für Facebook gestohlen. Der Streit wird im Jahr 2011 mit einem Vergleich beigelegt.

März 2004: Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet.

September 2004: Facebook führt die Pinnwand ein, die später zum Zentrum der persönlichen Präsentationen wird.

Dezember 2004: Facebook hat rund eine Million Nutzer.

Mai 2005: Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet.

Dezember 2005: Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer.

September 2006: Nach dem anfänglichen Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle.

Dezember 2006: Facebook hat mehr als 12 Millionen Nutzer.

Oktober 2007: Facebook hat über 50 Millionen Nutzer. Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent - die Bewertung erreicht damit 15 Milliarden Dollar.

November 2007: Facebook sorgt für einen Aufschrei der Nutzer mit dem Dienst «Beacon», der Einkäufe automatisch Freunden anzeigt. Er wird gestoppt und Zuckerberg überdenkt sein frühes Streben, die Nutzer zu immer mehr Offenheit zu drängen. Ein Selbstbedienungssystem bringt Werbung ins Netzwerk.

März 2008: Die deutsche Facebook-Version startet.

August 2008: Facebook hat 100 Millionen Nutzer.

Februar 2009: Facebook führt den «Gefällt mir»-Button ein. Inzwischen gibt es jeden Tag mehrere Milliarden «Likes» und Kommentare.

April 2009: Facebook hat mehr als 200 Millionen Nutzer.

Juli 2010: Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer.

Januar 2011: Goldman Sachs und der russische Investor DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook.

Juli 2011: Facebook hat mehr als 750 Millionen Nutzer.

April 2012: Facebook kauft für rund eine Milliarde Dollar die Foto-Plattform Instagram mit 30 Millionen Nutzern. Inzwischen sind es über 150 Millionen.

Mai 2012: Facebook geht an die Börse. Der größte Börsengang einer Internet-Firma bringt dem Unternehmen und seinen frühen Geldgebern 16 Milliarden Dollar ein. Am ersten Handelstag schließt die Aktie noch knapp über dem Ausgabekurs von 38 Dollar. Danach fällt das Papier und ist zeitweise weniger als die Hälfte wert.

September 2012: Facebook knackt die Marke von einer Milliarde Nutzer. In Europa stoppt Facebook nach dem Widerstand von Datenschützern die umstrittene Gesichtserkennungs-Funktion bei Fotos.

August 2013: Die Facebook-Aktie erreicht erstmals wieder den Ausgabepreis vom Börsengang im Mai 2012.

Dezember 2013: Vor dem 10. Geburtstag hat Facebook 1,23 Milliarden aktive Nutzer.

Februar 2014: Die Aktie markiert ein Rekordhoch bei 62 Dollar. Facebook ist damit rund 150 Milliarden Dollar wert - und das Vermögen von Gründer Mark Zuckerberg wächst auf über 30 Milliarden Dollar an.
 

Mark Zuckerberg-Porträt von dem chinesischen Künstler Zhu Jia nach einem Coverbild der US-Zeitschrift «New Yorker». Foto: How Hwee Young
Facebook-Gründer im Interview Der große Vernetzer: Mark Zuckerberg

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will sich sein Milliarden-Vermögen nicht anmerken lassen. Sein Outfit ist meist nach wie vor der zum Markenzeichen gewordene Kapuzenpulli.

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Daumen hoch: Bereits Dezember 2004 hatte Facebook rund eine Million Nutzer. Foto: Ole Spata/Archivbild
Facebook: Vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

Facebook brachte es in zehn Jahren von dem Studentenwohnheim zu einem Online-Giganten mit einem Börsenwert von 150 Milliarden Dollar. Die Meilensteine auf diesem Weg:

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Logo und Aktienkurs von Facebook auf einem Display. Foto: Sven Hoppe/Archiv
Der verpatzte Börsengang von Facebook

Der Börsengang von Facebook im Mai 2012 wurde mit Spannung erwartet und ging mächtig daneben. Das Unternehmen und seine Berater überschätzten die Nachfrage und schraubten den Ausgabepreis immer höher auf am Ende 38 Dollar.

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(Von Daniel Schnettler, dpa)
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