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Amazon stellt „Echo”-Lautsprecher mit Touchscreen vor

Der Lautsprecher „Echo”, mit dem man sich unterhalten kann, wurde für Amazon zu einem Überraschungserfolg und schuf eine neue Produktkategorie. Ein neues Modell hat nun einen Display - und lässt Nutzer auch Videotelefonate machen.
Das Multitalent im Wohnzimmer: Amazon verpasst seinem „Echo”-Lautsprecher einen Touchscreen. Dadurch können auch Dienste anderer Anbieter besser genutzt werden. Foto: Amazon/AP/dpa Das Multitalent im Wohnzimmer: Amazon verpasst seinem „Echo”-Lautsprecher einen Touchscreen. Dadurch können auch Dienste anderer Anbieter besser genutzt werden. Foto: Amazon/AP/dpa
Seattle. 

Amazon spendiert einem neuen Modell des smarten Lautsprechers „Echo” einen Bildschirm und will damit seinen Vorsprung in dem Zukunftsmarkt zementieren.

Die neue Version „Echo Show” hat einen Touchscreen mit einer Diagonale von 7 Zoll. Darauf kann die integrierte digitale Assistentin Alexa zusätzliche Informationen bei Antworten auf Fragen des Besitzers zum Beispiel nach Wetter oder Verkehr anzeigen. Außerdem können Nutzer über den neuen Dienst „Alexa Calling” über das Gerät künftig auch Videotelefonate machen und sich Kurzmitteilungen schicken.

Äußerlich sieht „Echo Show” ein wenig wie eine modernere Version eines Radioweckers aus, mit einem Lautsprecher-Gitter unterhalb des Displays. Das Gerät kann in den USA ab Dienstag vorbestellt werden und wird Ende Juni ausgeliefert. Mit 230 Dollar ist es rund 50 Dollar teurer als die ursprüngliche „Echo”-Version ohne Bildschirm. Über einen möglichen Zeitpunkt für eine Markteinführung außerhalb der USA wurde zunächst nicht bekannt.

Der Bildschirm erweitert die Funktionen des Lautsprechers insbesondere in Verknüpfung mit Diensten anderer Anbieter massiv. So können auf dem Display zum Beispiel Bilder der Kamera an der Haustür oder des Babymonitors eingeblendet werden. Genauso können auch Kochrezepte oder Videos dargestellt werden.

Der erste „Echo”-Lautsprecher - ein Überraschungserfolg von Amazon, der den Trend zum Einsatz digitaler Assistenten im Haushalt erst so richtig befeuerte - kommuniziert mit den Nutzern nur per Sprache. Dass Alexa künftig auch verstärkt visuelle Informationen geben soll, wurde bereits im Februar klar. Damals erweiterte Amazon die Software auf seinen Fernseh-Boxen und -Sticks so, dass neben der gesprochenen Antwort auch zusätzliche Informationen auf dem TV-Bildschirm angezeigt werden. Das sind zum Beispiel die Prognose für die nächsten Tage beim Wetter oder das nächste Spiel des Teams bei Fragen nach einem Fußball-Ergebnis.

Vor kurzem erweiterte der weltgrößte Online-Händler die „Echo”-Modellpalette auch um die Version „Look” mit einer Kamera. Damit sollen Nutzer Fotos und Videos von ihrem Outfit aufnehmen können. Angesehen werden sie bisher über eine Begleit-App auf dem Smartphone. Die Software soll auch helfen, sich zwischen verschiedenen Kombinationen von Anziehsachen zu entscheiden.

In dem Konkurrenzkampf digitaler Assistenten um die Gunst der Nutzer arbeitet Amazon daran, Alexa in möglichst viele Geräte verschiedener Hersteller zu bringen. Google versucht das gleiche mit seinem Google Assistant und brachte mit „Home” auch einen eigenen vernetzten Lautsprecher auf den Markt.

Microsoft brachte seine entsprechende Software Cortana in einem Lautsprecher des von Samsung übernommenen Hifi-Spezialisten Harman Kardon unter. Und Apple integriert seine Assistentin Siri in alle Geräte des Konzerns. Einen eigenen vernetzten Lautsprecher hat Apple bisher nicht im Angebot - auch wenn laut einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg daran gearbeitet wird. Marketing-Chef Phil Schiller sprach zudem jüngst in einem Interview über Vorzüge einer Verknüpfung von Lautsprecher und Display in einem Gerät. Das ließ Beobachter vermuten, dass Apple eine ähnliche Richtung wie Amazon mit dem „Echo Show” einschlagen könnte.

(dpa)
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