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Digitalen Fingerabdruck in Farblaser-Ausdrucken zerstören

Winzige gelbe Punkte machen Ausdrucke von Farblaserdruckern nachverfolgbar - und das seit mindestens 15 Jahren. Nun haben Forscher eine Software entwickelt, mit der sich die verräterischen Marken tilgen lassen - und das nicht nur für Whistleblower.
Mit dem Auge sind sie quasi nicht erkennbar, aber winzige Punkte machen Ausdrucke von Farblaserdruckern identifizierbar - und damit meist auch denjenigen, der gedruckt hat. Foto: Franziska Gabbert Mit dem Auge sind sie quasi nicht erkennbar, aber winzige Punkte machen Ausdrucke von Farblaserdruckern identifizierbar - und damit meist auch denjenigen, der gedruckt hat.
Dresden. 

Wer daheim oder im Job Farblaserdrucker nutzt, sollte wissen, dass jeder Ausdruck einen digitalen Fingerabdruck enthält, über den er im Zweifel identifiziert werden kann.

Forscher der Technischen Universität (TU) Dresden haben nun eine Software entwickelt, die solche Fingerabdrücke in Dokumenten automatisch findet und größtenteils auch decodieren kann, welche Informationen der Printer in den Ausdruck geschrieben hat. Dazu wurden 1286 Seiten von 141 Druckern 18 verschiedener Hersteller untersucht.

Dabei handelt es sich etwa um die eindeutige Seriennummer und den Typ des Druckers, das Druckdatum oder auch die Druckuhrzeit: Diese und weitere Informationen platzieren Farblaserdrucker in jeder ausgedruckten Seite mit Mustern aus winzigen gelben Punkten (Trackingpunkte), die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Anhand dieser Informationen lässt sich jeder Ausdruck nachverfolgen und die jeweilige druckende Person im Zweifel ermitteln.

Die Trackingpunkte sind in keinem Handbuch dokumentiert, finden sich auf Ausdrucken aber bereits seit mindestens 15 Jahren. Die betroffenen Druckerhersteller gaben den Forschern auf Anfrage weder Auskunft über Sinn und Zweck der Tracking-Punkte noch zum Auftraggeber. Die Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Punkte helfen sollen, um Verbrechen aufzuklären, etwa bei entwendeten vertraulichen Dokumenten, bei Versicherungsbetrug, Zeugnisfälschungen oder auch bei unerlaubtem Gelddrucken.

Mit ihrer Arbeit wollen die Forscher nach eigenen Angaben über die Trackingpunkte und die damit mögliche Überwachung aufklären: Den wenigsten sei bewusst, dass sie etwa auch anhand eines analogen Dokuments überwacht werden könnten. Wer sich frei äußern oder etwa als Whistleblower Missstände aufdecken möchte, soll mit der Software der Dresdner Forscher künftig die Möglichkeit bekommen, die Tracking-Muster auf Farblaser-Ausdrucken durch das Hinzufügen zusätzlicher Punkte zu zerstören und unlesbar zu machen.

Experten können die Software , die eingescannte Dokumente von Farblaserdruckern analysiert, bereits herunterladen. Für normale Anwender soll das Programm bald auch eine Benutzeroberfläche bekommen. Außerdem ist eine Web-App geplant, bei der man seine gescannten Ausdrucke im Browser hochladen, bearbeiten lassen und „sauber” wieder herunterladen kann.

Entdeckt wurden die Punkte bereits im Jahr 2005 vom Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz in Berlin. Damals funktionierte die Mustererkennung aber noch über manuelle Bildvergleiche. Die Dresdner Forscher haben nach eigenen Angaben zudem noch weitere neue Codierungsmuster entdeckt.

(dpa)
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