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Ferngespräch zum Rest der Welt

Von Niemand muss heute noch für ein Auslandstelefonat bezahlen. Und auch ein ortsgebundener Telefonanschluss könnte längst Vergangenheit sein. Heutzutage kann eine Telefonnummer nämlich bei einem Wechsel in eine andere Stadt oder gar in ein anderes Land mit umziehen. Das Internet macht’s möglich. Die Gesprächsgebühren können dabei sogar auf null gehen.
Telefonieren so oft und so viel man will – auch im Ausland. Die Internet-Telefonie über Voice-Over-IP macht’s möglich – per App, PC oder Telefon.	Foto: Fotolia Foto: (71743765) Telefonieren so oft und so viel man will – auch im Ausland. Die Internet-Telefonie über Voice-Over-IP macht’s möglich – per App, PC oder Telefon. Foto: Fotolia
Frankfurt. 

Das Zauberwort heißt Internet-Telefonie, auch Voice over IP (VoIP) oder IP-Telefonie genannt. Technisch ist die IP-Telefonie die Umwandlung analoger Sprachsignale in digitale und deren Transport übers Internet. Beim Empfänger wird das Signal wieder in Sprache umgewandelt. So funktioniert zum Beispiel Skype, das Programm, mit dem sich kostenlos von Skype-User zu Skype-User (video-)telefonieren lässt.

Zwar lassen die Telefonanbieter schon jetzt flächendeckend übers Internet telefonieren, aber sie tun das mit eigener Technik und kassieren je nach Tarif noch immer nach Orts-, Fern- und Mobilfunkgesprächen ab. Dem kann jeder ein Schnippchen schlagen: Wer einen Internetanschluss hat, telefoniert einfach darüber. Er braucht dazu nur eine Internet-Rufnummer – die gratis zu haben ist. Und überall auf der Welt genutzt werden kann, wo es einen Internetanschluss gibt. Jeder kann auf dieser Weise immer und überall unter derselben Nummer erreichbar sein.

Niedrige Gebühren

Internet-Rufnummern lassen sich zum Beispiel kostenlos von Anbietern wie Sipgate (www.sipgate.de) oder www.voipbuster.com beziehen. In jedem Fall gilt: Telefonieren zwei Teilnehmer über je eine eigene Sipgate-Nummer vom selben Anbieter, entstehen keine Kosten. Erst beim Anrufen ins Fest- oder Mobilfunknetz sind Gebühren fällig, die aber sehr niedrig liegen. Mancher VoIP-Anbieter verlangt außerdem eine Gebühr fürs Einrichten von Rufnummern, dafür können aber auch Nummern in New York, Sydney oder Kapstadt geliefert werden.

In Deutschland achtet die Bundesnetzagentur darauf, dass Telekom und Co. alle festen Telefonanschlüsse nach Ortsvorwahlen zuweisen. Die Telekom kann zwar auch ortsunabhängige Rufnummern für die IP-Telefonie vergeben; diese beginnen für Deutschland mit der nationalen Vorwahl 032. Allerdings gibt es Zwischenanbieter, die 032-Nummern wie Ferngespräche behandeln, so dass der Kostenvorteil verloren geht.

Telefon und Computer

Deshalb ist das Telefonieren über das sogenannte SIP-Protokoll eine preiswertere Lösung. SIP-Telefone basieren auf Voice over IP. Solche Telefone können als Einzelgerät (Hardphone), Telefonadapter plus klassischer Apparat oder als Softwarelösung für den PC (Softphone) realisiert sein. Rechner und Telefon können dabei direkt am Netz oder über WLAN angebunden werden.

Wer einen Router am Internetanschluss hat, kann daran oftmals auch ein analoges Telefon für VoIP anschließen. In einigen Fällen wird das jedoch vom Internet-Anbieter unterbunden.

Eine Alternative sind auch Smartphone-Apps (Zoiper, Bria), die auf das SIP-Protokoll setzen: Unterhalten sich damit zwei Teilnehmer über denselben VoIP-Anbieter, entstehen keine Kosten – außer für den Internetanschluss. Die IP-Rufnummer kann übrigens jeder mit auf Reisen nehmen und damit zum Beispiel aus einem Hotel in New York, Sydney oder Tokio über das dortige WLAN kostenfrei die Familie daheim in Deutschland oder die Tante in Spanien anrufen. Wer im Ausland studiert, kann gratis mit seinen Freunden zu Hause telefonieren.

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