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Jagd auf die Roboter-Dinos: „Horizon: Zero Dawn” im Test

Eine offene Spielewelt, eine Ladung Monster und eine einsame Heldin: Auf den ersten Blick gibt sich „Horizon: Zero Dawn” kaum anders als ähnliche Spiele. Und tatsächlich macht der Titel fast nichts anders als die Konkurrenz - dafür aber fast alles ein bisschen besser.
Ohne Pfeil und Bogen geht es nicht: Heldin Aloy beim Training. Foto: Sony Computer Entertainment/dpa-tmn Ohne Pfeil und Bogen geht es nicht: Heldin Aloy beim Training. Foto: Sony Computer Entertainment/dpa-tmn
Berlin. 

Was die Macher von „Horizon: Zero Dawn” inspiriert hat, ist relativ offensichtlich. Die Mischung aus Jagen, Sammeln, Kämpfen, Basteln und Erkunden stammt fast direkt aus „Far Cry”, die temperamentvolle Außenseiterin in der Hauptrolle erinnert an die „Tribute von Panem”.

Und doch hat das Actionspiel von Sony seine ganz eigene Identität - dank einer richtig guten und richtig neuen Idee, die es deutlich von allen Vorbildern abhebt.

Diese Idee sind die Roboter-Dinosaurier, die eigentlichen Stars des Spiels. „Horizon: Zero Dawn” spielt in der ganz fernen Zukunft. Eine unbekannte Katastrophe hat die Menschheit fast vollständig ausgerottet, die wenigen Überlebenden leben in kleinen Dörfern und schlagen sich wie in der Steinzeit als Jäger und Sammler durch. Doch das ist alles andere als ungefährlich. Denn über die Wüsten und Wälder der Erde herrschen Dinosaurier aus Stahl und Aluminium.

Woher die Dinos kommen, warum es sie gibt und was mit der Menschheit passiert ist, finden Spieler im Verlauf der Geschichte von „Horizon” heraus. Deren Hauptfigur ist die furchtlose Jägerin Aloy. Fast ganz allein in der Wildnis aufgewachsen, will sie eigentlich nur die Anerkennung des Stammes gewinnen, der sie kurz nach ihrer Geburt verstoßen hat. Doch als Aloys Heimat von bisher unbekannten Kultisten angegriffen wird, wird aus dem Kampf um ein Zuhause schnell viel mehr.

Diese Geschichte erzählt „Horizon” nicht besonders subtil und oft mit etwas zu viel Pathos, gleichzeitig aber mit so viel Herz, dass man es dem Spiel kaum übelnehmen mag. Auch deshalb, weil das Spiel tatsächlich Antworten und Auflösungen für seine zahlreichen Fragen und Mysterien parat hat - ganz im Gegensatz zu anderen Titeln, die neugierige Spieler in solchen Fällen bis zu einer Fortsetzung vertrösten.

Und natürlich schadet es nicht, dass „Horizon” auch als Spiel hervorragend funktioniert, vor allem in den Kämpfen gegen die Roboter-Dinosaurier. Denn die Metallbiester sind alles, nur kein stumpfes Kanonenfutter. Die kleinen Wächter mögen sich noch mit einem gut gezielten Schuss ausschalten lassen, für ihre größeren und intelligenteren Artgenossen braucht es aber deutlich mehr - Fallen zum Beispiel, Seile zum Festbinden oder Bomben, um die dicke Panzerung der Monster abzusprengen und das empfindliche Innenleben freizulegen.

So entstehen spannende, abwechslungsreiche Duelle, die sich nur mit der richtigen Taktik und etwas Geschick gewinnen lassen. Stumpfes Ballern bringt hier nichts. Abseits dieser Kämpfe bietet „Horizon” die Standardkost anderer Spiele mit offener Welt: Schätze und Rohstoffe zum Sammeln, Missionen zum Abhaken, Fähigkeiten zum Freischalten oder kleine Storyfetzen für besonders Neugierige.

Allerdings sind fast alle diese Elemente hier etwas liebevoller gestaltet und etwas besser gemischt als in vielen ähnlichen Spielen. Eine Enttäuschung sind nur die Kämpfe gegen menschliche Gegner, böse Kultisten etwa oder Banditen. Diese sind im Vergleich zu den Dino-Duellen ziemlich anspruchslos und damit auch ziemlich langweilig.

Entwickler des Spiels sind die Niederländer von Guerilla Games, bisher vor allem für die sehr finsteren und sehr geradlinigen Shooter der „Killzone”-Reihe bekannt. Im Vergleich dazu ist die sehr offene und sehr farbenprächtige Welt von „Horizon” eine Kehrtwende um 180 Grad. Rein visuell ist die Dino-Jagd mit ihren ausladenden Panoramen und spektakulär animierten Monstern eines der schönsten Spiele, die es zurzeit gibt.

Umso beeindruckender, dass „Horizon” zwar nicht ohne kleine Merkwürdigkeiten, aber ohne die massiven technischen Schwächen anderer offener Spiele wie „Fallout” auskommt: Sowohl auf der regulären Playstation 4 als auch auf der neuen, stärkeren Playstation 4 Pro läuft es stets flüssig und fast fehlerfrei. Für andere Konsolen oder den PC erscheint das Steinzeit- und Science-Fiction-Abenteuer nicht. „Horizon: Zero Dawn” ist ab zwölf Jahren freigegeben und kostet etwa 60 Euro.

(Von Tobias Hanraths, dpa)
Bilderstrecke Jagd auf die Roboter-Dinos: „Horizon: Zero Dawn” im Test
Ohne Pfeil und Bogen geht es nicht: Heldin Aloy beim Training. Foto: Sony Computer Entertainment/dpa-tmnFuturistischer Natur-Ausguck: Aloy auf Spähposition. Foto: Sony Computer Entertainment/dpa-tmnHeldin Aloy kämpft in „Horizon” um Anerkennung und ihre Heimat. Foto: Sony Computer Entertainment/dpa-tmn
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