Kostenfalle Roaming - Tipps für Handynutzer im Urlaub

Das Smartphone gehört für viele heute ins Urlaubsgepäck. Doch vor der Abreise lohnt sich ein Blick in die Einstellungen wie auch auf die Gebühren für die Nutzung im Ausland - sonst könnten Reisende eine böse Überraschung erleben.
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Berlin. 

Das Smartphone gehört für viele heute ins Urlaubsgepäck. Doch vor der Abreise lohnt sich ein Blick in die Einstellungen wie auch auf die Gebühren für die Nutzung im Ausland - sonst könnten Reisende eine böse Überraschung erleben.

Beim Telefonieren und Surfen mit dem Handy ist die Welt zweigeteilt: Es gibt die EU-Länder, in denen deutsche Urlauber immer sorgloser zum Hörer greifen können, weil die Preise zunehmend begrenzt werden. Am heutigen Donnerstag (10.5.) hat das EU-Parlament die Obergrenzen erneut abgesenkt. Und es gibt den Rest der Welt, wo arglose Handynutzung immer noch sehr teuer werden kann.

Das Durchleiten von Anrufen ins Urlaubsland und die Möglichkeit, dort auch mit dem eigenen Handy telefonieren zu können (Roaming), lassen sich die Mobilfunkanbieter fürstlich bezahlen. In Nicht-EU-Ländern sind Minutenpreise von zwei oder drei Euro keine Seltenheit - nicht nur für abgehende, sondern auch für eingehende Anrufe, was viele Urlauber schnell vergessen. Der Blick in die Preisliste des Providers vor der Abfahrt ist deshalb Pflicht, rät das Telekommunikationsportal Teltarif.de. Für einfache Wasserstandsmeldungen an die Daheimgebliebenen ist in aller Regel eine SMS der günstigste Weg.

Wer in Länder außerhalb der EU verreist, sollte auf jeden Fall seine Mailbox abschalten. Denn dort kann die gefürchtete Kostenfalle der doppelten Umleitung nach wie vor lauern: Man zahlt zum einen für die Weiterleitung des Gesprächs ins Urlaubsland und dann noch einmal für die Rückleitung auf die deutsche Mailbox.

Urlaubern in EU-Ländern droht dagegen kaum Unbill. Für ihre Handygespräche gibt es ab Juli neue Preisobergrenzen, die das Europaparlament am Donnerstag in Brüssel gebilligt hat. Im EU-Tarif dürfen Anrufe aus dem Ausland künftig höchstens 29 statt bisher 35 Cent pro Minute ohne Mehrwertsteuer kosten. Inklusive der Steuer zahlen deutsche Kunden damit maximal rund 35 Cent pro Minute (statt rund 42 Cent).

Wer im EU-Ausland angerufen wird, zahlt ab Juli nur noch höchstens 8 statt 11 Cent (inklusive Mehrwertsteuer rund 10 Cent statt 13 Cent) bei sekundengenauer Abrechnung. Bei abgehenden Telefonaten muss dagegen erst nach einer halben Minute sekundengenau abgerechnet werden. Eine SMS kostet in Zukunft maximal 9 statt 11 Cent (knapp 11 Cent statt rund 13 Cent mit Mehrwertsteuer). Besonders günstig ist es also, sich in EU-Ländern einfach an- oder zurückrufen zu lassen.

Neben dem EU-Tarif dürfen Provider auch alternative Tarife für Gespräche im Ausland anbieten, mit denen sie nicht an die Preisobergrenzen gebunden sind. Vor der Reise sollte man beim Provider den eingestellten Tarif abfragen, empfehlen die Experten von Teltarif.de. Alternative Tarife seien in vielen Fällen teurer als der EU-Tarif, den jeder Anbieter anders nennt. Bei alternativen Tarifen fällt oft eine Verbindungsgebühr an. Deshalb lohnen sie meist nur dann, wenn überwiegend längere Gespräche über sieben Minuten geführt werden. Der Anbieter muss den Tarif jederzeit kostenlos ändern.

Wer im Urlaub mit dem Smartphone surfen möchte, sollte besonders umsichtig sein. Vor dem Urlaub gilt es herauszufinden, wie teuer ein übertragenes Megabyte (MB) Daten im Urlaubsland ist und ob der Provider vielleicht Datenpakete fürs Ausland anbietet. Ab Juli darf in EU-Ländern ein übertragenes Megabyte (MB) Daten zwar nur noch höchstens 70 Cent (rund 83 Cent inklusive Mehrwertsteuer) kosten - ein Schnäppchen ist das aber auch nicht. Bis Ende Juni kann ein MB sogar noch mehrere Euro kosten. Immerhin sind in EU-Ländern die Kosten für Daten-Roaming auf knapp 60 Euro im Monat begrenzt. Danach wird die Verbindung gekappt.

Ab Juli muss dieser Schutzmechanismus laut EU-Verordnung sogar weltweit greifen. Grundsätzlich sollte man im Ausland das Daten-Roaming aber in den Einstellungen abschalten, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn viele Smartphone-Apps verbinden sich laufend automatisch mit dem Internet. So können in kurzer Zeit unbemerkt große Datenmengen übertragen werden und mitunter enorme Kosten erzeugen.

Am besten aktiviert man die Datenverbindung nur dann, wenn man sie wirklich braucht. Günstiger und sicherer ist es aber in den meisten Fällen, sich im Urlaubsort einen kostenlosen WLAN-Hotspot zu suchen. Urlauber, die oft in das gleiche Land reisen, können auch prüfen, ob sich die Anschaffung einer lokalen Prepaid-Karte mit Datenoption lohnt. Ganz ohne Handy geht es auch - zum Beispiel ganz klassisch in Internetcafés.

(dpa)
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10.05.2012
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