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Reichweite für Digitalradio DAB+ steigt weiter

Die Umstellung des Hörfunks auf Digitalbetrieb kommt langsam aber stetig. Insbesondere im Süden und Osten Deutschlands empfangen immer mehr Menschen das Radio via DAB+. Ein kompletter Abschied vom analogen UKW-Radio - wie in Norwegen - ist aber nicht in Sicht.
Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen beim Radio auf den digitalen Übertragungsstandard DAB (Digital Audio Broadcasting). Foto: Jörg Carstensen Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen beim Radio auf den digitalen Übertragungsstandard DAB (Digital Audio Broadcasting).
Berlin. 

Das Digitalradio DAB+ legt in Deutschland weiter zu. Rund 12,7 Millionen Menschen in Deutschland verfügen über einen Zugang zu DAB+. Das geht aus dem aktuellen Digitalisierungsbericht der Medienanstalten hervor, der nun veröffentlicht wurde.

Das seien 1,8 Millionen mehr als in 2017. „Die Zukunft des Radios ist digital”, sagte der Intendant des Deutschlandradios, Stefan Raue. Die Umstellung auf ein digitales Sendeformat ist nicht unumstritten. Befürworter verweisen auf eine größere Sendervielfalt und bessere Klangqualität.

Für Sender wie den Deutschlandfunk verbindet sich mit DAB+ eine größere technische Reichweite bundesweit als auf den analogen UKW-Kanälen. Außerdem sind die Kosten für den technischen DAB+-Betrieb niedriger. Kritisch gesehen wurde DAB+ in der Vergangenheit vor allem von privaten Hörfunkstationen, die Reichweitenverluste und verstärkte Konkurrenz durch neue Anbieter befürchteten. Außerdem schreckten die Kosten für den Umstieg ab. Inzwischen setzen aber auch etliche Privatsender auf DAB+.

Bei der Haushaltdurchdringung, die bundesweit bei 17 Prozent liegt, stehen Bayern mit 22,3 Prozent, Sachsen (22 Prozent) und Baden-Württemberg (18,7 Prozent) vorne. Das stärkste Wachstum hatten Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit jeweils plus 3,5 Prozentpunkten.

Es werden aber längst nicht alle neuen Radios mit DAB+ oder Internet-Funktion verkauft: Von den im ersten Halbjahr 2018 in Deutschland abgesetzten Radiogeräten war bei 43,5 Prozent ein digitaler Radioempfang möglich, teilte der Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) mit, der innerhalb der ARD beim Thema Digitalradio federführend ist. Radios mit der Möglichkeit zum Empfang per DAB+ lagen mit 18,3 Prozent dabei nur knapp hinter Geräten, mit denen Sendungen übers Internet gehört werden können (19,7 Prozent). Mit 5,5 Prozent der Radiogeräte ist nach den aktuellsten Zahlen aus der GfK-Marktforschung beides möglich.

Deutlich zugelegt hat DAB+ bei den Autoradios. „Der Anteil hat sich im vergangenen Jahr auf knapp 40 Prozent fast verdoppelt”, sagte MDR-Betriebsdirektor Ulrich Liebenow. 2016 waren es noch 21 Prozent.

UKW steht in Deutschland trotz des Zuwachses bei DAB+ und Internet-Radio nicht unmittelbar vor dem Aus - als Zeitraum für den Ausstieg rechnet die ARD weiterhin mit 2025 bis 2028. MDR-Intendantin Karola Wille wies darauf hin, dass die Weichen für den Ausstieg aus dem UKW-Zeitalter in etlichen anderen Ländern bereits gestellt seien. Die ARD habe aber grundsätzlich entschieden, keinen Abschaltzeitpunkt vorzugeben.„Das geht nur mit allen Marktbeteiligten.”

(Von Christoph Dernbach und Andreas Heimann, dpa)
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