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Telefonaktion der FNP: Sicher online unterwegs

Von Gefahrlos online unterwegs zu sein, beschäftigt unsere Leser: Bei der Telefonaktion mit Experten des Hamburger Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet stellten Sie Fragen zum Datenschutz und Medienpädagogik.
Bei Thomas Götzfried, Peter Martin Thomas, Matthias Kammer und Joanna Schmölz vom Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet liefen gestern die Telefone heiß: Viele Leser hatten Fragen zum Datenschutz, sozialen Medien oder dem idealen Passwort.	Foto: Rüffer Bei Thomas Götzfried, Peter Martin Thomas, Matthias Kammer und Joanna Schmölz vom Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet liefen gestern die Telefone heiß: Viele Leser hatten Fragen zum Datenschutz, sozialen Medien oder dem idealen Passwort. Foto: Rüffer
Frankfurt. 

Die Leserin am Telefon klingt unsicher: „Mein Chef will mit mir auf Facebook befreundet sein“, berichtet sie. „Ich habe aber kein gutes Gefühl dabei. Wie soll ich darauf reagieren?“ Joanna Schmölz, als wissenschaftliche Leiterin des Hamburger Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) mit den Tücken sozialer Netzwerke vertraut, wiegt den Kopf. „Sie können ihn darauf ansprechen und freundlich erläutern, dass Sie das nicht möchten. Oder Sie bestätigen die Freundschaftsanfrage – und schauen sich Ihre Privatssphäre-Einstellungen genau an: Man kann bei Facebook Freunde in Gruppen einsortieren. Wenn Sie der Gruppe ihres Chefs die Einstellung zuweisen, dass er Ihre Beiträge nicht sieht, können Sie mit ihm befreundet sein, ohne dass er Ihre Aktivitäten verfolgen kann.“

Ein hilfreicher Tipp – und nicht der einzige, den Joanna Schmölz gestern am Lesertelefon dieser Zeitung gab. Sie und ihre Institut-Kollegen Peter Martin Thomas, Matthias Kammer und Thomas Götzfried beantworteten Fragen zum Datenschutz und sicheren Surfen im Internet. Sie hörten sich technische Probleme und die Sorgen von Eltern an, die nicht so recht wissen, was ihre Kinder im Internet treiben – und wie sie ihnen ein gutes Vorbild sein können.

So wie der Vater, der berichtet, dass seine 13-jährige Tochter von einem 16 Jahre alten Schulkameraden aufdringliche Chat-Nachrichten per WhatsApp bekommt. „Ich habe ihn aufgefordert, das zu unterlassen und Konsequenzen angedroht. Hätte ich sofort zur Polizei gehen sollen?“, will er wissen. Nein, findet Peter Martin Thomas, in der Expertenrunde zuständig für pädagogische Fragen. „Sie haben ihm gezeigt, dass sein Verhalten Folgen hat und sich Ihre Tochter zu helfen weiß. Das war richtig.“

Insgesamt sei es problematisch, klare Mindestalter für Online-Angebote zu ziehen. „In den Geschäftsbedingungen stehen zwar 16 Jahre für WhatsApp und 13 für Facebook. Aber wichtiger ist das Gefühl der Eltern: Wenn sie glauben, dass das Kind dem gewachsen sein wird, weil sie mit ihm das richtige Verhalten geübt haben, dann sind die Kinder in der Regel auch fit. Die Eltern sollten aber weiterhin Interesse zeigen.“

Auch Details zum Datenschutz interessierten unsere Leser: Das optimale Passwort, zum Beispiel. „Dafür gibt es einen Trick“, weiß DIVSI-Direktor Matthias Kammer: Man denkt sich einen Satz aus oder nimmt eine gängige Liedzeile – zum Beispiel „Ein Bett im Kornfeld, das ist immer frei“. Das Passwort setzt sich dann aus den Anfangsbuchstaben der Wörter zusammen, jeweils in Groß- und Kleinschreibung. Dann noch „ein“ durch eine Ziffer ersetzen und das Komma belassen, und schon hat man mit „1BiK,diif“ ein Passwort, das Hackern Kopfzerbrechen bereitet.

 

Vorsicht, Phishing!

 

„Beim Datenschutz ist eine gesunde Portion Skepsis wichtig“, weiß Technik-Experte Thomas Götzfried. „Online-Bezahldienste werden nie versuchen, sensible Daten per Mail abzufragen. Nachrichten, die Sie per Link auf eine neue Seite locken und dort Bankverbindungen wissen wollen, dürfen Sie keinen Glauben schenken.“

Wer sich nicht sicher ist, ob er eine solche Phishing-Mail im Posteingang hat, sollte den Absender oder Formulierungen aus dem Schreiben in eine Suchmaschine eingeben. Oft ist die Masche der Betrüger bekannt, tauschen sich Opfer in Foren aus. Zudem könnte man verdächtige Mails an die Adresse phishing@vz-nrw.de weiterleiten. Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen werten die E-Mails aus und informieren über neue Betrugsvarianten.

Zu Recherche rät Götzfried auch einem Anrufer, der unbekannte Abbuchungen auf seinem Konto beklagt: „Anscheinend sind Sie in eine Abo-Falle getappt“, erläutert Götzfried. „Sie dürfen bis zu acht Wochen nach der Abbuchung Widerspruch bei Ihrer Bank einlegen. Wenn weitere Mails mit Zahlungsaufforderungen kommen – ignorieren. Und beim nächsten Mal nicht einfach die Bankverbindung angeben.“

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