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Steak statt Gesicht: Protest gegen Dating-Apps

Eine Online-Kampagne will darauf aufmerksam machen, dass Dating-Apps wie Tinder die Menschen zu Objekten degradieren. Wer mitmacht, präsentiert sich ganz bewusst als ein Stück Fleisch.
Auf der Webseite MeatFace wird das eigene Gesicht in ein Steak verwandelt. Screenshot: Meatface.me Foto: Auf der Webseite MeatFace wird das eigene Gesicht in ein Steak verwandelt. Screenshot: Meatface.me Foto:
Meerbusch. 

Tinder und andere Dating-Apps sind populär, stehen aber auch in der Kritik. Die Bewertung von Menschen aufgrund eines einzelnen Fotos sei abstoßend und eine reine Fleischbeschau ohne Wert für eine Beziehung oder die Suche nach einem Lebenspartner, so die Kritiker.

Einige Nutzer leiden stark darunter, wenn sie andauernd abgelehnt würden und die Schuld dafür bei sich selbst suchten. Mit einer skurrilen Kampagne üben die Macher der Webseite MeatFace eine andere Art von Kritik an dieser Art der Partnervermittlung. Da es heutzutage bei Dating-Portalen und -Apps wie in einer Fleisch-Schau zugeht, soll man sich selbst ganz bewusst als ein Stück Fleisch anbieten und damit auf ironische Weise das System kritisieren.

Zu diesem Zweck verwandelt MeatFace das eigene Gesicht auf einem Profilfoto oder Selfie in ein Steak. Der User lädt ein Bild hoch oder schießt mit der Kamera des Smartphones sofort ein Foto. Nach einigen Sekunden überdeckt eine Scheibe Fleisch das eigene Porträt. Mund und Augen sind dabei ausgeschnitten - ein echtes MeatFace eben.

Das Bild lässt sich herunterladen und dann bei Online-Dating-Angeboten nutzen oder direkt per Facebook und Twitter teilen. Die Nutzer sollen auf diese ausgefallene Weise protestieren, sich selbst aber auch als einen Menschen darstellen, der mehr ist als sein Äußeres. Damit gebe es auch eine Chance, mit anderen, womöglich überraschten Nutzern tatsächlich in ein interessantes und tiefer gehendes Gespräch zu kommen, um vom Gegenüber mehr zu erfahren, so die Verantwortlichen der Seite.

(dpa)
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