E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 14°C

Tipps für gute Podcast-Mikrofone

Es sieht eigentlich so einfach aus: Mikrofon kaufen, auspacken, einstecken und los geht es. Wer aber wirklich gute Podcasts machen will, braucht auch vernünftige Hardware. Das fängt schon beim richtigen Mikrofon an.
Egal welches Mikrofon man nutzt: Ein guter Ploppschutz ist wichtig. Er schützt vor Tonstörungen durch Wind und Luftstöße beim Sprechen. Bilder > Foto: Robert Günther Egal welches Mikrofon man nutzt: Ein guter Ploppschutz ist wichtig. Er schützt vor Tonstörungen durch Wind und Luftstöße beim Sprechen.
Berlin. 

Podcasts sind gekommen, um zu bleiben. Trotz der Beliebtheit dieses Mediums scheitern viele Enthusiasten und Einsteiger immer wieder an der wichtigsten Stelle: möglichst gute Aufnahmequalität. Häufig liegt das am Mikrofon - nicht jedes ist gut geeignet.

Ulrich Hilgefort von der Fachzeitschrift „c't” kann über diese Annahme nur schmunzeln: „Wenn das so einfach wäre, gäbe es ja nur noch teure Mikrofone”, sagt er. Wichtiger ist, die richtige Mikrofontechnik zu nutzen. Es macht einen großen Unterschied, ob man ein Musikinstrument aufnimmt, ein Interview im Freien führt oder einen Text in der eigenen Wohnung aufzeichnet. Hier unterschieden sich Mikrofone vor allem in drei Eigenschaften: Richtwirkung (also aus welchen Richtungen Schallwellen gut erfasst werden können), Bauweise und allgemeine Empfindlichkeit.

„Für Sprachaufnahmen empfehlen sich Mikros mit der sogenannten Nieren- oder Supernieren-Charakteristik”, sagt Hilgefort. Sie konzentrieren sich vor allem auf die von vorne kommenden Signale. Schall von der Seite und von hinten schwächen sie ab oder unterdrücken ihn. Die sogenannten Kondensator-Schallwandler empfiehlt er für Podcast-Zwecke hingegen nicht. Sie sind eher für die Aufnahme von Instrumenten wie Gitarren oder von Gesang gedacht und dementsprechend empfindlich.

Und was ist mit dem klassischen Headset? Die Kombination aus Kopfhörer und Mikrofon gibt es im Handel für relativ wenig Geld - auch zum Livekommentar beim Streamen von Videospielen sind sie beliebt. „Das Headset hat gegenüber dem Standmikrofon vor allem den Vorteil, dass sich im aufgenommenen Signal die Lautstärke des Sprechenden nicht verändert”, sagt Ulrich Hilgefort. Schließlich bleibt der Abstand zwischen Mund und Schallwandler stets gleich. Wer viel in Bewegung ist, muss hier beim Standmikrofon aufpassen.

Allerdings kann der Vorteil des Headsets schnell zum Nachteil werden - etwa dann, wenn ambitionierte Podcaster mit unterschiedlichen Stimmlautstärken arbeiten wollen. Hier bietet das Standmikro mehr kreativen Freiraum, sagt Hilgefort: „Wenn man etwa geflüsterten Text spricht, geht man sehr nahe ran, für normale Lautstärke bleibt es bei etwa einer Handbreit Distanz zum Mikro. Soll es lauter zugehen, ist ein größerer Abstand praktisch.” Professionell nutzen lassen sich nach Einschätzung des Technik-Experten aber beide Varianten.

Headsetträger müssen aber einen wichtigen Faktor einrechnen, erklärt Manuel Fritsch, freier Journalist und professioneller Podcaster: Störgeräusche. „Bei einem Headset ist das Mikrofon natürlich sehr viel näher am Mund und Gesicht”, gibt er zu bedenken. Es drohen Atemgeräusche und Bartrascheln. Solche Störgeräusche können die Aufnahme schnell unbrauchbar machen. Ihre Entfernung ist sehr aufwendig.

Um Arbeiten am Ton kommen Podcaster meist ohnehin nicht herum. Vor allem wenn mehrere Menschen in einem Raum sitzen und das Gespräch lokal aufgenommen wird. Dann ist ein Mischpult unabdingbar, sagt Fritsch. Für Podcaster, die ihre Gespräche ausschließlich online führen, empfiehlt er den Anbieter Zencastr. Das Angebot ist kostenlosfrei und ohne externe Software nutzbar.

Auch Ulrich Hilgefort rät in Interviewsituationen mit mehreren Sprechern zum Mischpult. Der Grund: Es ist einfacher, schnell einen Regler zu drehen oder zu schieben, als erst mit der Maus im Mischfenster am Computer nach der richtigen Schaltfläche zu suchen.

Wer nun das richtige Mikrofon und vielleicht sogar ein Mischpult angeschafft hat, braucht noch die richtige Umgebung. Hilgefort nennt hier „Raumakustik” als wichtiges Stichwort: „Viele Sprachaufnahmen, in einem normalen Arbeitszimmer gemacht, klingen hohl, topfig oder hallig”, sagt er. Schuld daran sind Schallreflexionen von Wänden, Schreibtischplatte, Monitorfront oder Fensterscheiben. Die Lösung: Ein halbkreisförmiger, mit schallschluckendem Material beschichteter Akustik-Schirm. Der kostet im Handel etwa 50 Euro.

„Der Raum sollte natürlich ruhig sein und - ganz wichtig - nicht hallen”, rät Manuel Fritsch. Das Mikro hängt idealerweise an einer Aufhängung. Das verhindert Klopfgeräusche beim Abstellen der Kaffeetasse. Ein Ploppschutz verhindert Tonstörungen durch Wind und Luftstöße beim Sprechen.

(Von Dominik Schott, dpa)
Zur Startseite Mehr aus Netzwelt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen