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WHO könnte übermäßiges Videospielen als Krankheit einstufen

Vor allem bei jungen Menschen gehört Computerspielen zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Doch es birgt auch ein gewisses Suchtrisiko. Maßloses Gamen könnte bald auch als Krankheit anerkannt werden.
Gibt es nichts wichtigeres mehr im Leben als Videospielen, dann könnte eine Suchtstörung vorliegen. Möglicherweise wird die Gaming Disorder bald als Krankheit anerkannt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Gibt es nichts wichtigeres mehr im Leben als Videospielen, dann könnte eine Suchtstörung vorliegen. Möglicherweise wird die Gaming Disorder bald als Krankheit anerkannt.
Berlin. 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO könnte übermäßiges Videospiel künftig als Krankheit einstufen. Darauf weist ein Entwurf der nächsten Liste zur Klassifikation von Krankheiten (ICD-11) hin, über den „Golem.de” berichtet.

Im Gegensatz zur aktuellen ICD-10 enthält die künftige ICD-11 in der Kategorie „Störungen auf Basis suchtartigen Verhaltens” den Eintrag 6D11 („Gaming Disorder”). In dieser Kategorie findet sich zum Beispiel auch die Glücksspielsucht.

Als Definition der „Gaming Disorder” nennt die ICD-11 zum Beispiel „anhaltendes oder wiederkehrendes Digital- oder Videospiel”, bei dem Betroffene die Kontrolle über Häufigkeit, Dauer oder Intensität verlieren. Weitere Symptome seien übermäßiges Priorisieren des Spiels, sodass andere Bereiche des Lebens vernachlässigt werden, oder fortgesetztes Spiel trotz negativer Konsequenzen.

Die Veröffentlichung der elften International Classification of Diseases (ICD-11) ist dem Bericht zufolge für den Sommer 2018 geplant. Eine Konsequenz der Aufnahme in den Krankheitenkatalog könnte zum Beispiel sein, dass Krankenkassen eine Behandlung bezahlen müssten oder dass die Spieleindustrie mit mehr Druck von Politik und Verbänden rechnen muss.

(dpa)
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