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Bad Kissingen macht Dampf - Auf dem Weg zum Weltkulturerbe

Der Arkadenbau, die Wandelhalle und der dahinter liegende Regentenbau sind seit über 100 Jahren die Wahrzeichen Bad Kissingens. Foto: Michael Juhran Der Arkadenbau, die Wandelhalle und der dahinter liegende Regentenbau sind seit über 100 Jahren die Wahrzeichen Bad Kissingens. Foto: Michael Juhran
Bad Kissingen. 

Laut einer Umfrage ist Bad Kissingen der bekannteste deutsche Kurort. Schon Bismarck kam zum Abnehmen und machte hier nebenbei Weltpolitik. Nun winkt die Aufnahme in das Unesco-Weltkulturerbe.

Langsam erlischt das Licht, und über eine Dampfdüse füllt sich der Raum mit unzähligen kaum sichtbaren Salzkörnchen. Kristallsteine schimmern an den Wänden, man hört ein tiefes Durchatmen, und aus einer Ecke des Gewölbes ist ein leichtes Hüsteln zu vernehmen. Loungemusik und das Plätschern eines Baches sind zu hören.

Diese Szene wiederholt sich täglich mehrfach mitten in der Altstadt von Bad Kissingen , genauer gesagt im Salzheilstollen neben dem alten Rathaus. Das Ehepaar Schmidt hat hier vor wenigen Jahren ihre Vision in die Tat umgesetzt, mit einer besonders starken Jodbromsohle denjenigen Hilfe und Linderung zu bringen, die unter Bluthochdruck, asthmatischen Beschwerden oder Gefäßverengung leiden. «Lange haben wir nach dem rechten Ort gesucht, bis wir eher durch einen Zufall auf Bad Kissingen stießen», sagt Peter Schmidt.

Wie die Schmidts haben viele andere private Geldgeber, Stadt und Freistaat in den vergangenen Jahren kräftig in Bad Kissingen investiert. Mit der KissSalis Therme verfügt die ehrwürdige Kurstadt heute über eine der modernsten Einrichtungen dieser Art in Deutschland, die psychosomatische Klinik ist über die Grenzen Frankens bekannt. Mit dem Kissinger Sommer entwickelte sich ein überregionales kulturelles Highlight, und 35 Millionen Euro flossen in die Renovierung und Modernisierung der Kuranlagen. Ohnehin ist Bad Kissingen laut Emnit-Umfrage Deutschland bekanntester Kurort. Jährlich werden rund 1,5 Millionen Übernachtungen gezählt.

«Wir verstehen uns als klassischer Kurort, der sich hin zu einem modernen Gesundheits- und Tourismusstandort entwickelt, also auch für Kurzaufenthalte und Tagungen attraktiv ist», erklärt Kurdirektor Frank Oette.

Seit dem 25. Juli steht Bad Kissingen nun auch auf der Vorschlagsliste Deutschlands für den Titel als Unesco-Weltkulturerbe. «Noch im nächsten Jahr wollen wir gemeinsam mit zwölf weiteren Bädern aus Deutschland, Tschechien, England, Italien und Frankreich als die "Great Spas of Europe" offiziell die Bewerbung einreichen», kündigt Kulturreferent Peter Weidisch an.

Und die Erfolgschancen stehen nicht schlecht, denn Bad Kissingen hat auch aus der Vergangenheit einiges zu bieten. Gerade in diesem Jahr feiert die Stadt den 100. Jahrestag des Regentenbaus, eines der schönsten Zeitzeugnisse deutscher Bäderarchitektur. «Wir hatten auch das Glück, in den letzten 700 Jahren nicht von Kriegen verwüstet zu werden», fügt Weidisch hinzu.

Die Villa, in der Otto von Bismarck während seiner 15 Aufenthalte in Bad Kissingen mit dem Kissinger Diktat Weltpolitik betrieb und mit der Rentenversicherung auch die Sozialpolitik in ein neues Zeitalter führte, beherbergt heute ein sehenswertes Museum . Hier erfährt man, dass der korpulente Bismarck in einer Saison bis zu 50 Pfund abnahm - auch das könnte ein Motiv sein, Bad Kissingen einen Besuch abzustatten.

Anreise: Mit dem Auto ist Bad Kissingen über die Autobahnen 7 und 71 erreichbar. Nächstgelegene Flughäfen sind Nürnberg und Frankfurt. Auch mit der Bahn ist Bad Kissingen erreichbar.

Informationen: Kostenfreie Servicetelefon-Nummer 0800/976 88 00

Bilderstrecke Bad Kissingen macht Dampf - Auf dem Weg zum Weltkulturerbe
Der Arkadenbau, die Wandelhalle und der dahinter liegende Regentenbau sind seit über 100 Jahren die Wahrzeichen Bad Kissingens. Foto: Michael JuhranAbseits vom Wellnessangebot lässt es sich auch auf Bad Kissingens Marktplatz gut entspannen. Foto: Bayer. Staatsbad Bad KissingenVon diesem Schreibtisch aus betrieb Bismarck während seiner Kuraufenthalte Welt- und Sozialpolitik. Foto: Michael Juhran
(Von Michael Juhran, dpa)
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