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Bahnstrecke am Brenner im August vollgesperrt

Ausgerechnet im Ferienmonat August sperren die Österreichischen Bundesbahnen die sanierungsbedürftige Brennerstrecke für Bauarbeiten. Die Trasse soll fit gemacht werden für die nächsten Jahrzehnte. Fahrgäste müssen dann auf Busse umsteigen.

München. 

Ausgerechnet im Ferienmonat August sperren die Österreichischen Bundesbahnen die sanierungsbedürftige Brennerstrecke für Bauarbeiten. Die Trasse soll fit gemacht werden für die nächsten Jahrzehnte. Fahrgäste müssen dann auf Busse umsteigen.

Ein Vollsperrung der Brenner-Bahnstrecke bringt im Sommer Umstellungen für Güterverkehr, Pendler und Urlauber. Vom 6. August bis 10. September sowie zusätzlich an sechs Wochenenden müssen Fahrgäste zwischen Innsbruck und Brenner in Busse umsteigen, wie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Deutsche Bahn (DB) in München mitteilten. Die Einschränkungen sollen aber gering bleiben, versprachen OBB und DB.

Rund 260 000 Fahrgäste seien betroffen, davon rund 100 000 Fernreisende, sagte Marco Kampp, Leiter DB Fernverkehr Italien. Die Fahrtzeiten blieben aber gleich, nur der Nachtzug fahre über die Tauernstrecke bei Villach und brauche zwei Stunden länger. Der Güterverkehr mit rund 130 Zügen an Werktagen soll über Villach oder über die Schweiz geleitet werden.

Dass viele Firmen mit ihren Waren auf die Straße umsteigen und es so ausgerechnet im Ferienmonat August auf der Brennerautobahn noch enger wird, glauben die Planer nicht. "Wir haben es gut vorbereitet und frühzeitig bekanntgegeben - und zudem den schwächsten Monat im Güteraufkommen gewählt", sagte ÖBB-Sprecher René Zumtobel. Im August sind in Italien, Österreich und Bayern Ferien. Die Arbeiten müssten zudem im Sommer stattfinden, da es am Brennerpass auf 1350 Metern schnell einmal schneien könne. Währen der Bahn-Vollsperrung werde es zum Ausgleich keine Bauarbeiten an der Autobahn geben.

Für die Reisenden werden in Spitzenzeiten zwischen Innsbruck und Brenner rund 40 Busse fahren. "Wir werden zusätzlich Leute einsetzen, die beim Einsteigen und beim Gepäck helfen", sagte Kampp. Bei einigen Verbindungen könnten Fahrräder mitgenommen werden und es gebe ein Angebot für mobilitätseingeschränkte Reisende.

"Wir werden dieses Jahr in den sauren Apfel beißen müssen", sagte der Regionalleiter der ÖBB-Infrastruktur AG, Robert Huber. "Wichtig ist uns, dass in den nächsten Jahren mit keinen umfangreichen Bauarbeiten mehr zu rechnen sein wird." An mehr als 20 Kilometern der 36 Kilometer langen Trasse zwischen Innsbruck und Brenner sollen Schienen und Schwellen ausgewechselt werden. Auch die Energieversorgung an der 1867 eröffneten Strecke, die heute zu den wichtigsten Nord-Südmagistralen zählt, genügt teils nicht mehr.

Das 55 Millionen Euro teure Bauprojekt ist die größte Bahn-Sanierung in Österreich seit 30 Jahren. Die Strecke wird 54 Tage voll gesperrt. An den übrigen Tagen von Anfang Juni bis Ende September wird sie eingleisig befahrbar sein, Personenzüge sollen dann normal fahren. Die Brennerstrecke werde auch nach dem geplanten Bau des Brennerbasistunnels noch große Bedeutung haben, hieß es.

(dpa)
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