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Der Beemsterpolder: Ein Stück verborgenes Holland: Der Schatz aus dem Meer

Zum Themendienst-Bericht von Bernd F. Meier vom 24. März 2015: Geschütztes Fort: Die Festungsanlagen De Stelling van Amsterdam stehen auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. (ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung der Quelle. Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) 
Foto: Bureau Toerisme Laag Holland Foto: Bureau Toerisme Laag Holland (Bureau Toerisme Laag Holland) Zum Themendienst-Bericht von Bernd F. Meier vom 24. März 2015: Geschütztes Fort: Die Festungsanlagen De Stelling van Amsterdam stehen auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. (ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung der Quelle. Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: Bureau Toerisme Laag Holland

Schnurgerade Straßen und Wassergräben, dazwischen platte Äcker und Weiden, die den Blick bis zum Horizont freigeben: Der Beemsterpolder war die erste künstliche Landgewinnung der Niederlande, Vorbild für andere Polder und seit 1999 Unesco-Weltkulturerbe. „Wir sind noch immer ein Stück verborgenes Holland. Ein Schatz, der aus dem Meer kam“, sagt Johan de Jong. Der pensionierte Chemiker arbeitet fürs Beemster Infozentrum. Gerade macht er sich mit einer kleinen Gruppe Besucher auf zur Tour im Beemsterpolder. Mit dem Fahrrad natürlich.

Wo heute die Radler über schnurgerade Straßen rollen, tobten vor Jahrhunderten noch Sturmfluten, und moorige Seen machten sich im platten Landstrich nördlich von Amsterdam breit. „Die Angst ging um unter den betuchten Kaufleuten in Amsterdam. Die Angst vor einer Jahrhundertflut, die zur Zerstörung der aufstrebenden Hauptstadt geführt hätte“, erzählt Polderkenner de Jong. Sie hatten viel zu verlieren zu Beginn des 17. Jahrhunderts, das heute „De Gouden Eeuw – das goldene Zeitalter“ genannt wird.

Ein Schachbrett
aus Wegen

Also finanzieren die Kaufleute das „Land aus dem Meer“. Die von dem Ingenieur Jan Adriaansz geplanten Arbeiten beginnen 1609: Deiche werden gebaut, Entwässerungskanäle ausgehoben. Um das Wasser in den höher gelegenen 45 Kilometer langen Ringkanal zu fördern, der den sumpfigen Grund umschließt, werden Windmühlen gebaut. Tag und Nacht drehen sich ihre Flügel im Wind. Im Mai 1612 meldet Jan Adriaansz Vollzug: Der Beemsterpolder ist entstanden. Das schachbrettartige Muster aus Wegen und Gräben ist bis heute nahezu unverändert erhalten und wurde daher 1999 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Im Südteil siedeln sich Gemüsebauern an, und um 1650 bauen auch die ersten Kaufleute prächtige Landhäuser. „Leider ist davon so gut wie nichts mehr geblieben“, bedauert de Jong. Denn bald zieht es die reichen Amsterdamer an den idyllischen Vechtefluss bei Breukelen. Die Gegend dort ist für sie per Pferdekutsche schneller erreichbar.

Dennoch gibt es noch einige stattliche Herrenhäuser und Bauernhöfe. Rustenhoeven am Volgerweg ist eines der schönsten Beispiele. 1768 wurde der Backsteinbau errichtet. Und nur eine Straßenecke weiter ziert ein Einhorn den Dachgiebel des Gehöfts „De Eenhorn“. Passend auch der Fassadenschmuck am Hofhaus „De Kleine Bijenkorf“ (Der Kleine Bienenkorb): Die Besitzer heißen Honig.

Die vielen Windmühlen im Beemsterpolder sind heute verschwunden, elektrische Pumpwerke halten den Wasserstand niedrig. Gerade wurde am Rijperweg mit Millionenaufwand eine neue Käsefabrik errichtet. Ein moderner Flachbau, zehn Jahre geplant nach den Vorgaben der Hüter des Unesco-Welterbes. Hier können Besucher künftig die Entstehung des Beemsterkaas von einer gläsernen Galerie aus beobachten.

Kostproben des Käses gibt es von Anfang Juni bis Mitte September im nahen Hafenstädtchen Hoorn. Auf dem Käsemarkt zeigen 50 Männer und Frauen donnerstags um 12.30 Uhr und abends ab acht Uhr, wie der Handel mit dem gelben Gold zu alten Zeiten ablief. Heutzutage ist es Unterhaltung für Touristen, bei der zum Auftakt Robbie Williams aus den Lautsprechern hallt: „Let me entertain you“. Bernd F. Meier (dpa)

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