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Harz feiert Unesco-Welterbe-Tag

Bergwerke, Schächte, Museen, Fachwerk, künstliche Wasserwege oder Stauteich-Systeme: Das Weltkulturerbe im Harz ist vielfältig. Vor 25 Jahren wurden die ersten Teilbereiche von der Unesco anerkannt. Die Bilanz fällt positiv aus. Und es gibt Pläne.
Vor 25 Jahren wurden das Erzbergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar zum Weltkulterbe ernannt. Foto: Holger Hollemann/dpa Vor 25 Jahren wurden das Erzbergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar zum Weltkulterbe ernannt. Foto: Holger Hollemann/dpa
Goslar. 

Für den Harz hat der Welterbe-Tag der Unesco am Sonntag (4. Juni) in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. Vor 25 Jahren wurden das ehemalige Erzbergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar zum Weltkulturerbe ernannt.

Das Welterbe im Westharz, das 2010 um die Oberharzer Wasserwirtschaft der mittelalterlichen Bergleute erweitert wurde, ist ein großer Gewinn für die Tourismusbranche. „Vor allem seit der Erweiterung um die Oberharzer Wasserwirtschaft bleiben die Gäste immer länger in der Region”, sagte Kai Schürholt, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga.

Die Oberharzer Wasserwirtschaft war von Bergleuten zur Energiegewinnung angelegt worden. Sie umfasste ursprünglich 143 Stauteiche, 500 Kilometer Gräben, 18 Kilometer hölzerne Rinnen, gut 30 Kilometer unterirdische Wasserläufe und 100 Kilometer Stollen. Ein Großteil davon hat die Jahrhunderte überdauert. Dieser Teil des Welterbes in der freien Natur bringe dem Harz auch internationale Beachtung und zunehmend Gäste aus dem Ausland, sagte Schürholt.

Das bestätigt der Harzer Tourismusverbandes (HTV): „Die Welterbestätten stehen bei nationalen, aber insbesondere bei internationalen Besuchern hoch im Kurs”, sagte Geschäftsführerin Carola Schmidt. Normalerweise würden Mittelgebirge nicht unbedingt als Kulturdestinationen wahrgenommen. Im Harz sei dies anders. Die Welterbestätten seien ein Beleg für die große kulturhistorische Bedeutung der Region, sagte Schmidt.

Der Tourismusverband rücke deshalb die Vermarktung des Welterbes seit Jahren immer stärker in den Mittelpunkt, sagte Schmidt. Die Welterbestätten seien „ausgezeichnete Aushängeschilde”, zumal im Marketing-Gebiet des HTV nicht nur der Westharz liegt, sondern auch Quedlinburg in Sachsen-Anhalt. Dort sind Stiftskirche, Altstadt und Schloss seit 1994 ebenfalls Weltkulturerbe.

Im Unesco-Welterbe stecke „ein riesiges Potenzial”, sagte die Sprecherin des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums, Margit Kautenburger. „Die faszinierende Verbindung von Industriekultur am Rammelsberg, Landschaftserlebnis auf den Spuren der Oberharzer Wasserwirtschaft und die geschichtsträchtige Altstadt Goslars ist weltweit einzigartig und macht den Westharz für den Kulturtourismus besonders attraktiv.”

Die größten Einzelattraktionen seien das Museum Erzbergwerk Rammelsberg und die Kaiserpfalz in Goslar mit zuletzt 110 000 beziehungsweise 70 000 Besuchern pro Jahr, sagte der Direktor der Welterbe-Stiftung, Gerhard Lenz. Im Bereich der Oberharzer Wasserwirtschaft gebe es keine verlässlichen Zählungen, weil das rund 200 Quadratkilometer große Gebiet frei zugänglich sei.

„In den kommenden beiden Jahren sollen in Goslar, Clausthal-Zellerfeld und Walkenried drei Welterbe-Zentren fertig gestellt werden”, sagte Stiftungsdirektor Lenz. Zudem sollen die zum Welterbe gehörenden kleineren Bergbaumuseen im Harz schrittweise modernisiert und damit attraktiver gemacht werden.

„Ohne das Welterbe wäre der Harz für Besucher nur halb so interessant”, sagte Goslars Oberbürgermeister Junk. „Er würde sonst reduziert auf die Bereiche Wintersport und Wandern.” Ein besseres Label als „Welterbe” könne sich die Region kaum wünschen, sagte Junk. „Wir sehen das in Goslar vor allem an den steigenden Übernachtungszahlen.”

Am Sonntag feiert der Harz sein Welterbe mit knapp drei Dutzend Veranstaltungen an zahlreichen Orten. Zudem gibt es im Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld eine zentrale Feier.

(Von Matthias Brunnert, dpa)
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