Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 22°C

Kreuzfahrtroute geändert: Hohe Hürden für Reiserücktritt

Die Vorfreude auf den lange geplanten Urlaub ist groß. Die Reiseführer für die angesteuerten Landgänge liegen schon parat. Doch dann wird kurz vor Abfahrt die Kreuzfahrtroute geändert. Was tun? Kann man von der Reise zurücktreten oder eine Entschädigung verlangen?
Bei Änderung der Reiseroute liegt nicht zwingend eine Beeinträchtigung der Reise vor. Foto: David Ebener/dpa Bei Änderung der Reiseroute liegt nicht zwingend eine Beeinträchtigung der Reise vor. Foto: David Ebener/dpa
Frankfurt/Main. 

Wenn ein erheblicher Reisemangel vorliegt, können Urlauber den Vertrag vor der Abreise kündigen und erhalten ihr Geld zurück. Doch bei einer Kreuzfahrt sind die Hürden dafür recht hoch.

Selbst wenn die Reederei die Route nach der Buchung ändert und viele geplante Ziele unterwegs nicht angefahren werden können, liegt nicht unbedingt eine erhebliche Beeinträchtigung der Reise vor. Das zeigt ein Urteil des Landgerichts Frankfurt (Az.: 2-24 O 298/15), über das die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell” berichtet.

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger eine Expeditionskreuzfahrt gebucht. Kurz vor Beginn der Reise informierte der Veranstalter den Kunden, dass man noch auf eine nötige Genehmigung für das russische Hoheitsgebiet warte. Das Unternehmen zeigte sich überzeugt, diese noch kurzfristig zu erhalten - was jedoch nicht gelang. Darüber informierte der Veranstalter den Kunden zwei Tage vor Reisebeginn.

So musste die Route geändert werden. Das Schiff steuerte ab dem vierten Reisetag eine andere Inselgruppe als geplant an. Anlandungen an Orten vergangener Nordpolexpeditionen fielen somit weg. Auch die Sichtung von Eisbären und Walrossen fiel aus.

Schon vorgerichtlich entschädigte der Veranstalter den Urlauber mit 1226 Euro, bei einem Reisepreis von 6130 Euro. Und der Kunde bekam einen Reisegutschein über 20 Prozent des Reisepreises. Das Gericht sprach dem Kläger schließlich eine Minderung von 1511,90 Euro zu. Mehr jedoch nicht. Denn die Seereise habe stattgefunden. Und Flora und Fauna der Ersatzinseln hätten jener des ursprünglichen Ziels entsprochen. Insgesamt habe keine erhebliche Beeinträchtigung der Reise stattgefunden, trotz deutlicher Minderungsansprüche.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Reise

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse