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Neue Angebote für Radreisende in Niedersachsen

Die Lust an Tagesausflügen oder Kurztrips mit dem Fahrrad wächst von Jahr zu Jahr auch in Niedersachsen. Inzwischen gibt es eine Fülle von Angeboten. Darunter sind auch einige Neuheiten. Im Oldenburger Münsterland etwa kann man auf Rezept radeln.
Die Wesermarsch wurde in diesem Jahr vom ADFC als Radreiseregion ausgezeichnet. Sie bietet zertifizierte Radwege mit einer Gesamtlänge von 840 Kilometern. Foto: Mohssen Assanimoghaddam Die Wesermarsch wurde in diesem Jahr vom ADFC als Radreiseregion ausgezeichnet. Sie bietet zertifizierte Radwege mit einer Gesamtlänge von 840 Kilometern.
Hannover. 

Bei einem Leuchtfeuer vorbeischauen und große Pötte beobachten? Den Spuren der Luft- und Raumfahrt folgen? Oder doch lieber mit dem Mountainbike über den Deister jagen? Angebote für Radfahrer gibt es in Niedersachsen viele.

Um Gäste anzulocken, setzen die Tourismusregionen inzwischen verstärkt auf qualitativ ausgefeilte Angebote. So wie die Wesermarsch, die dieses Jahr vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) als zweite niedersächsische Radreiseregion ausgezeichnet wurde. „Der Prozess war ein Kraftakt, mit vielen Partnern, wir haben im Namen der Qualität an einem Strang gezogen”, sagt Julia Bittner von der Touristikgemeinschaft Wesermarsch. Sie hofft, dass sich die Region durch die Auszeichnung von anderen abhebt. In der vor zwei Jahren zertifizierten Radreiseregion Uelzen jedenfalls stieg die Nachfrage deutlich.

In der Wesermarsch wurden zehn Radwege mit einer Gesamtlänge von 840 Kilometern zertifiziert. „Einige Routen wurden angepasst in der Länge oder der Wegeführung”, sagt Bittner. Auch neue Routen wurden ausgewiesen, etwa die Marsch- und Moortour Elsfleth.

In der Region Cuxhaven haben die Touristiker die alten 22 Rundrouten durch zwölf neue Thementouren ersetzt. „Wir wollen den Fokus auf die Besonderheiten und Kleinode der Region richten, unsere Region vorstellen”, sagt Stefanie Fuchs vom Cuxland-Tourismus.

Die Touren tragen allesamt plattdeutsche Namen und sind zwischen 38 und 63 Kilometer lang. „De Hoben” (Der Hafen) beispielsweise führt zur Cuxhavener Fischmeile, durch die Küstenheiden und zum Leuchtfeuer „Dicke Berta”. Erstmals konzipierte die Region auch drei Rennradrouten, die zwischen 71 und 122 Kilometer lang sind. „Sie führen über ruhige, gut asphaltierte Straßen, durch interessante Landschaften.”

Radfahren „auf Rezept” können Bewegungsfreudige im Hasetal im Südwesten Niedersachsens. Für den Radurlaub wird kein ärztliches Rezept benötigt, aber mit Buchung der Reise nehmen die Teilnehmer automatisch an zwei gesetzlich anerkannten Gesundheitskursen teil, für die es finanzielle Zuschüsse von den Krankenkassen gibt. „Das ist einzigartig in Deutschland”, sagt Initiator Wilhelm Koormann.

Vergangenes Jahr war Premiere. „Das Ding ging durch die Decke”, berichtet Koormann. Die Idee des Fünf-Tage-Pakets: Radtouren, Einheiten in Muskelentspannung und Ernährungsberatung inklusive Kochkurs, drumherum gibt es eine Mischung aus Kultur und Unterhaltung.

Auch im Wendland ist das Fahrrad ein großes Thema. „Das ist ein Haupttourismusbereich”, sagt Hannah Kusche von der Gästeinformation Wendland. Die einstige deutsch-deutsche Grenzregion startet mit sieben neuen Rundtouren in die Saison, die die bestehenden zwölf ergänzen. „Für eine ländliche Region haben wir eine hohe kulturelle Vielfalt”, sagt Kusche. Die Wege führen unter anderem zu Künstlerateliers, Museen und Hofläden. Aber auch das Atommülllager Gorleben oder Relikte aus der Zeit des Kalten Krieges können angesteuert werden.

Die Region Hannover hat ebenfalls an ihrem Radwegenetz gefeilt und zwei neue Themenrouten entwickelt. Die eine führt in zwei jeweils 30 Kilometer langen Varianten am Mittellandkanal entlang. Die Radler passieren Parks, technische Denkmäler wie die Wasserstraßenkreuzung von Seelze oder Hafenanlagen. Die Klosterroute verbindet die Klöster Barsinghausen, Mariensee, Marienwerder, Wennigsen und Wülfinghausen. Die evangelischen Damenstifte stehen Besuchern offen und bieten Angebote zur Einkehr und Stille.

In Bremen entstand passend zum Themenjahr Raumfahrt eine 30 Kilometer lange „Raumfahrt-Rad-Runde”. Sie ist die siebte in der Reihe „Bike it” . „Die Tour verbindet die wichtigsten Orte, die mit Raumfahrttechnologie und -wissenschaften zu tun haben”, sagt Jens Joost-Krüger von der Wirtschaftsförderung. Von April bis Oktober läuft zudem die Aktion „Zum Mond und wieder zurück”: Dabei sind die Bremer aufgefordert, 720 000 Kilometer zusammenzufahren. Gezählt wird mit Hilfe einer App, es winken monatlich Preise.

Die Nachfrage nach Städteführungen per Rad ist in Bremen wie in Oldenburg ungebrochen hoch. Seit April können Interessierte in Oldenburg die neue „Lite-Rad-Tour” buchen. „Es ist keine typische Stadtführung”, sagt Bettina Koch vom Oldenburg Tourismus. Der Gästeführer hält vielmehr an ausgewählten Orten und trägt dazu passende Anekdoten, Heimatgedichte, Werke Oldenburger Literaten oder Berichte von Zeitzeugen vor.

Elbe-, Weser- und Ems-Radweg in Niedersachsen am beliebtesten

Immer mehr Menschen in Deutschland machen Tagesausflüge und Kurzreisen mit dem Rad. Das geht aus einer Analyse des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hervor.

2017 unternahmen die Deutschen rund 167 Millionen Tagesausfahrten, 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 7,6 Millionen Kurzreisende waren im Land unterwegs, ein Drittel mit dem Mountainbike. 18 Prozent der Radreisenden nutzten ein Elektrofahrrad, 2016 waren es noch 13 Prozent.

Die Zahl der Radreisenden, die mehrtägige Touren machten, ging 2017 um 17 Prozent auf 4,3 Millionen zurück. Der ADFC führt das auf den verregneten Sommer 2017 zurück. 75 Prozent der Radreisenden fuhren Streckentouren, 25 Prozent Sterntouren - dabei quartieren sich beispielsweise in einer Ferienwohnung ein und radeln von dort aus durch die Region.

Der ADFC ermittelt auch die beliebtesten Radrouten Deutschlands. Zum 14. Mal in Folge landete der Elberadweg auf dem ersten Platz, gefolgt vom Weser-Radweg. Neu unter den „Top Ten” ist der Ems-Radweg, er schaffte es auf Position fünf.

(Von Berit Böhme, dpa)
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