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Schifffahrt an Rhein und Mosel startet in Saison

Ob Loreley, Deutsches Eck, Rüdesheim oder Andernacher Geysir: In vielen Ecken von Rheinland-Pfalz fahren Ausflugsschiffe wieder durch die Gewässer. Leinen los für die Saison 2018. Doch die Branche hat mit Unwägbarkeiten zu kämpfen.
An Rhein und Mosel beginnt so langsam die Schifffahrtsaison. Foto: Andreas Arnold An Rhein und Mosel beginnt so langsam die Schifffahrtsaison.
Mainz/Koblenz. 

Die Fahrgastschifffahrt an Rhein, Mosel,

Main und Lahn startet in diesen Wochen in ihre neue Saison. Damit sie

erfolgreich verläuft, müssen Anbieter steigenden Ansprüchen der

Besucher gerecht werden, kein immer leichtes Unterfangen.

„Hoffen auf gutes Wetter und frische Farbe auf's Schiff: Das langt nicht mehr”, sagte Anton Nauheimer. Er ist Vorsitzender des Fachausschusses für Fahrgastschifffahrt beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt und Geschäftsführer der Frankfurter Primus-Linie , die unter anderem Fahrten auf Rhein und Main anbietet.

Viele Touristen seien mit modernen Flusskreuzfahrtschiffen unterwegs

und würden diese mit den Tagesausflugsschiffen vergleichen, sagte

Nauheimer. Da falle etwa auf, dass Klimaanlagen bei Kreuzfahrern gang

und gäbe seien, längst aber nicht bei allen Ausflugsbooten. Insofern

müssten Fahrgastschiffer immer wieder in ihre Flotte investieren.

„Man muss auf der Höhe der Zeit bleiben”, sagte Nauheimer.

Auch Werner Gilles von der Gilles Personenschifffahrt aus Vallendar

bei Koblenz weiß um die Ansprüche der Kundschaft. Bei mehrstündigen

Fahrten komme es auch auf die Verpflegung an. „Da ist gastronomische

Leistung gefragt.” Er habe viele Stammgruppen, die jedes Jahr

wiederkämen. „Die wollen nicht immer dasselbe essen.”

Und Gilles hat noch eine weitere Folge des Booms der

Flusskreuzfahrten ausgemacht. Diese Reedereien beschäftigten viele

Schiffsführer. „Der Markt ist leergefegt.” Er selbst könne sich

glücklich schätzen, dass seine Söhne auch Schiffsführer seien. „Denn

es ist ein großes Problem, nautisches Personal zu finden.”

Bei Gilles läuft die Saison - wie bei vielen anderen auch - seit

Ostern. „Der Start war unerwartet gut gewesen”, sagte der Firmenchef,

der fünf Schiffe hat, inklusive eines Boots, das Fahrten zum

Andernacher Geysir anbietet, dem höchsten Kaltwassergeysir der Welt.

Hinzu kommt bei Gilles der Betrieb einer Personenfähre zwischen der

Koblenzer Altstadt und der Festung Ehrenbreitstein.

Der Branchenriese Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt (KD) hat seine Linienfahrten zum 24. März wieder aufgenommen. Abseits dieses Regelbetriebs gewinnt Sprecherin Nicole Becker zufolge das Geschäft mit Eventfahrten immer mehr Bedeutung. Erstmals soll es in diesem Jahr beispielsweise auch von Mainz und Koblenz aus Partyfahrten mit DJs geben. „Die Schifffahrt ist Teil eines Programms - ob gastronomisch oder Party -, aber da ist noch mehr drumherum”,

umschreibt Becker die Entwicklung.

Die strikte Grenze zwischen Saison und Nicht-Saison gebe es ohnehin

nicht mehr, erklärte Becker. Auch im Winter werde etwa ein

ausgedünnter Fahrplan rund um die Loreley angeboten, das Angebot mit

Fahrten in der Adventszeit werde stetig ausgebaut. In Köln hätten

zudem Fahrten an Karneval Tradition, auch Charterfahrten seien rund

ums Jahr möglich. Die Winterzeit, in der außer Wartungs- und

Reparaturarbeiten nichts los sei, werde immer kürzer. Gleichwohl sei

die Zeit um Ostern traditionell der Auftakt in die touristische

Saison. „Nach dem langen Winter zieht es die Menschen raus.”

Bei Stefan Merkelbach, Inhaber der Personenschifffahrt Merkelbach in Koblenz, machen Charterfahrten inzwischen rund 60 Prozent des

Geschäfts aus, der Anteil klassischer Rundfahrten habe abgenommen.

Chartertouren seien besser planbar. Merkelbach bietet unter anderem

Brunch-, Feuerwerks- und Oktoberfestfahrten an. Auch sein Boot ist

schon wieder unterwegs. Merkelbach betonte aber: „So richtig geht es

ab Pfingsten mit Tagestouristen los.”

Auch für Nauheimer von der Primus-Linie, der die Branche seit 42

Jahren kennt, sind Eventfahrten im Kommen. Aber: „Der klassische

Tourist ist nach wie vor das Rückgrat des Geschäfts.” Es brauche

weiter den Gast, der das Erlebnis Schifffahrt suche. „Wir werden

nicht die Diskotheken oder Vier-Sterne-Restaurants an Land ersetzen

können”, betonte Nauheimer.

Ob Event- oder Rundfahrt: Nach Ansicht von Werner Gilles entscheidet

letztlich immer noch das Wetter über eine Saison. „Es geht nie

kontinuierlich”, sagte er. Ein Auf und Ab sei normal in dem Geschäft.

„Es muss unter dem Strich stimmen, und das war bis jetzt noch jedes

Mal so.”

(Von Christian Schultz, dpa)
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